BACKSPIN Unterwegs: The Internet in Hamburg

Es gibt vieles, was beachtet werden muss, wenn es darum geht ein Konzert auf die Beine zu stellen – gerade bei internationalen Bands. In diesem Fall reden wir über The Internet aus Kalifornien. Es erscheint ein wenig seltsam, wenn man diese Band als Geheimtipp beschreiben muss. Immerhin spielen sie Konzerte mit Mac Miller, gehören zum Odd Future Kollektiv rund um Tyler The Creator und haben in diesem Jahr einen Grammy Award für ihr Album „Ego Death“ abgestaubt, über dessen Nominierung sie sich schon unglaublich süß gefreut haben.

Zurück zum Thema Konzerte: In der Regel sucht der Manager oder Agent der Künstler – nenn es wie du willst – Tourveranstalter in anderen Ländern, wenn er seine Band international spielen lassen möchte. Ein solcher Veranstalter macht seinen Job gut, wenn er weiß, wo welches Publikum in größeren Städten wohnt, wo dieses gerne hingeht und wie die Gegebenheiten wie etwa die Akustik in den Clubs und Hallen sind, in die die Fans gerne gehen.
Beim Konzert von The Internet im Hamburger Nochtspeicher hat der örtliche Tourveranstalter absolut alles richtig gemacht. Unweit der Reeperbahn und des Hamburger Hafens hätte die Atmosphäre kaum schöner sein können. Ein sonniger, fast schon kalifornisch anmutiger, Abend und ein Publikum, welches wirklich, wirklich allein der Band wegen da war und ihr dieses auch deutlich zeigte. Wie gemacht für den entspannten souligen, Neo-R’n’B von The Internet. Die Band um Sängerin Syd Tha Kid hat sich, in dem von massiven Holzbalken und rauen Backsteinwänden geprägten Nochtspeicher, deutlich wohl gefühlt. Dies zeigte sich nicht nur in dem »first time ever freestyle«, der für eine kurze Überbrückung dienen musste, sondern auch in lachenden Gesichtern und einem fast schon manisch tanzenden, dabbenden Dauer-Turn Up des Bandmitglieds Jameel Brunner.

#theinternet

Ein von Steven Pein (@stvn.pn) gepostetes Foto am

Durch die angenehme Akustik entstand während des Konzerts dadurch, dass man jeden Zwischenruf und auch die Bandmitglieder ohne Mikrofon hören konnte, ein familiäre Atmosphäre, die natürlich besonders bei den „Hits“ zum tragen kam – wie zum Beispiel „Girl“ oder auch „Just sayin’/I tried“.
Letzterer entpuppte sich Live als kleines Highlight des Abends. Beim Refrain überließ Syd dem Hamburger Publikum die kleine, aber feine Aufgabe, letzte Grüße an ihre Ex-Freundin auszurichten:

Now I don’t even want you
And I noticed that I’m better off without you
You fucked up
Now that I got some cash flow
And I have everything that I’ve ever asked for
You fucked up

Wer The Internet noch nicht kennt, sollte sie sich anhören. Wer sie kennt und sie nicht live gesehen hat, sollte sich ärgern. Wer die Gelegenheit hat, sie bald auf der Bühne zu sehen, sollte keine Sekunde zögern dies zu tun.

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