BACKSPIN Unterwegs auf der ersten Rap Roulette Party!

Es ist Freitag der neunte Dezember. 18 Uhr – pünktlich nach meiner „regulären“ Arbeit hetze ich aus dem Büro Richtung Gesundbrunnen. Ich muss schnell in die Mitfahrzentrale und noch schneller nach Hamburg zu der großen Rap Roulette Party. „Rap Roulette? Kenn ich gar nicht…“, mag sich der ein oder andere unter euch denken. Kein Wunder. Die Party ist quasi frisch aus der Box und geht an diesem Freitag in die allererste Runde überhaupt. Das Line-Up der Hamburger Partyreihe liest sich umso beeindruckender.

Animus, Manuellsen, Milonair und Azzlack-Chef Haftbefehl himself geben sich heute Abend die Ehre und sollen dem Hamburger Partypublikum ordentlich einheizen. Dafür, dass Rap Roulette heute seine Kick-Off-Veranstaltung startet, sieht die Abendplanung fast schon wie ein kleines Festival aus. Nach guten drei Stunden BlaBlaCar und einer halben Playlist aller am heutigen Abend auftretenden Künstler um mich einzustimmen, komme ich in Hamburg an. Nach einem kurzen Boxenstopp in meiner Unterkunft, einer kalten Dusche und ein paar Bier bewegt sich die Truppe, die sich mittlerweile gebildet hat Richtung Festplatz Nord – hier findet heute alles statt. Wir kommen gerade noch pünktlich. Knappe dreißig Sekunden nachdem ich mir mein Presseband um den Hals hänge, bildet sich vor dem Club eine Gasse und es fahren wahlweise Sport- und Geländewagen vor. Auspuffe dröhnen, Menschen gucken gespannt und schon erscheinen die ersten Rapper auf der Bildfläche. Zuerst sehe ich Animus und Manuellsen, wie sie sich an der Schlange und den Menschenmassen in Richtung Eingang bewegen. Kurz darauf steigt auch Milonair aus einem der Autos, begrüßt ein paar Leute und bewegt sich gen Club – fehlt eigentlich nur noch Baba Haft. Der Name der neu aufkommenden Partyreihe erinnert übrigens an dessen letztes Soloalbum. Fällt mir jetzt erst auf. Ob das beabsichtigt ist? Dieser kommt wenige Sekunden später in einem Pelzmantel an mir vorbei geschlendert, schüttelt hier ein paar Hände, gibt da ein paar High Fives und verschwindet ebenfalls durch den Haupteingang des Hamburger Clubs.

Drin ist die Stimmung trotz oder gerade wegen vollgepackter Tanzfläche bestens. Während es sich die Stars des Abends im VIP-Bereich gemütlich machen, nehme ich erstmal kurz an der Bar Platz und genehmige mir einen Drink bevor es losgeht. Noch ein kurzer Smalltalk mit Niko BACKSPIN über kommende Projekte und welche die eigentlich schon abgeschlossen sein sollten und dann geht es an eine kurze Begrüßungsrunde. Zwar kenne ich den ein oder anderen schon, aber es ist doch einfacher wenn der Chef einen persönlich vorstellt. Im VIP Bereich sind nun noch mehr bekannte Gesichter, die ich an der Tür verpasst haben muss. KMN Mitglied Zuna, dessen Gang dieses Jahr auf dem Hype ihres Lebens schwimmt und mit Miami Yacines „Kokaina“ (bis dato) das Deutschrapvideo mit den meisten Klicks schwimmt, sitzt im VIP und trinkt Soda. Wer die Anspielung an dieser Stelle versteht, hat die Tapes der Jungs auf jeden Fall gehört. Neben Zuna schüttele ich auch Hafts kleinem Bruder Capo die Hand, der in der letzten Zeit immer wieder durch ominöse Posts und Hashtags ein neues Album anzudeuten schien. Mal gucken was in nächster Zeit passiert. Der VIP-Bereich ist so unfassbar voll, dass man es kaum schafft einen Schritt zu gehen ohne den nächsten Rapper zu treffen – die Jungs von Rap Roulette haben ihre guten Kontakte spielen lassen und sich einen Großteil der Strassenrapspeerspitze in den Club geholt, denn einen Meter vor mir steht Hafts Coup-Kollege und Birra Nummer eins Xatar. Um seinen Hals hängt eine Kette in der Breite meines Unterarms. Beim Birra läuft scheinbar ganz gut.

Während ich mich mit Animus unterhalte, bekommt dieser ein Mikro in die Hand gedrückt und der gemeinsame Auftritt von ihm und dem König im Schatten beginnt. Manuellsen und Animus spitten abwechselnd auf Trapbretter ins Mic und auch Zuna, der scheinbar auch wegen dem gemeinsamen Song mit Manu, „Bereit zu sterben“, angereist ist, gibt sich die Ehre. Das Publikum hebt die Hip-Hop-Hände und trainiert die Schultern wie Ssio sagen würde. Kurz nach dem Auftritt betritt Haftbefehl mit Milonair statt die Bühne direkt Tanzfläche, die Menge bildet einen Kreis und bevor es mit dem Konzert losgeht ruft der Babo zur Wette auf. Der Wetteinsatz beginnt bei einem lila Schein zu dem sich nach und nach immer mehr „kleinere“ Scheine gesellen. Selbst das Publikum ist so großzügig etwas an den potentiellen Gewinner zu spenden. Etwas über 1000 Euro sind am Ende im Pott – Zeit um Teilnehmer zu suchen. Ein paar Jungs und Mädels die Bock auf Patte haben, finden sich relativ schnell.

Die Aufgabe so simpel wie anspruchsvoll. Der Teilnehmer der das klassische Haftbefehl„Ahhhhhh“ wie man es schon auf etlichen Tracks gehört hat am längsten zu halten, bekommt alles – the winner takes it all. Da keiner der Teilnehmer so wirklich gut in dieser Disziplin zu sein scheint, macht der Babo auf korrekt und teilt den kompletten Einsatz einfach durch fünf – schließlich soll keiner leer ausgehen. Danach geht die Show erst so richtig los. Zu Milo und Haft gesellt sich der noch der Birra und fordert mit seinem Coup-Partner: „Gib Geld“.
Gute acht Songs später ist das Publikum unterhalten, dank der Bewegung etwas weniger angetrunken und motiviert den Abend auf dem Nordfestplatz ausklingen zu lassen. Ich selbst bin erstaunt, dass es schon halb 6 ist, als ich den Laden verlasse.Die Zeit habe ich total vergessen. Jetzt ab nach Hause, denn morgen muss ich auf die BESTE-Party in Berlin. Und schlafen muss ich ja auch noch. Wie es da war, erzähle ich ein anderes Mal. Aber hier noch ein paar Impressionen von diesem Abend:

Animus on Stage

Haftbefehl & Milonair

Manuellsen auf der Bühne

Haftbefehl und DJ Maxxx

Die nächste Rap Roulette Party ist bereits in der Mache! Stay tuned Hamburg.

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Hallo Deutschrap, ich bin ab jetzt fest bei BACKSPIN. Gewöhn dich an mein Gesicht - ich bin gekommen um zu bleiben.

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