BACKSPIN Unterwegs: Beim Hip Hop Kemp in Tschechien

IMG_0290

Zum 15. Mal fand vom 18. bis zum 20. August das jährliche Hip Hop Kemp stand. Das tschechische Festival findet in Hradec Kralove, einem relativ kleinen Ort etwa eine Stunde von Prag entfernt, statt. Dieses Jahr glänzte das HHK mit unfassbaren Headlinern, welche die Massen zurück in die 90er rissen. Neben internationalen Säulen des Hip-Hop wie Redman, Onyx und Smif-N-Wessum traten auch Vorreiter der jüngeren Generation wie Anderson .Paak!, Machine Gun Kelly, aber selbstverständlich auch massig Acts aus Ost-Europa wie Smack, Kaliber44 und Strapo & DJ Spinhandz auf. Ich war dort, um mir selbst einen Eindruck zu machen und euch alles so gut wie möglich zu vermitteln, insofern das nach vier Tagen Hip-Hopkalypse überhaupt noch möglich ist.

BACKSPIN Unterwegs: Beim Hip Hop Kemp 2016

Mittwoch, ca. 19 Uhr – bepackt mit allen möglichen Camping-Utensilien stieg ich in den Bus nach Prag. Nicht nur mein erstes Mal in Tschechien, nein, mein erstes Mal auf einem Festival. Leider gehöre ich nicht zu den glücklichen, die es jedes Jahr im angebotenen Zeitraum schaffen, mit allen Homies eine Karte für Splash! und Konsorten zu kaufen. Während meine Kollegen also bei besagtem Festival ihren gesammelten Redaktionsstress in Moshpits ausließen, saß ich trist daheim. „Dieses Jahr gönn‘ ich mir“ sagte ich mir immer wieder und wurde schließlich aufs Hip Hop Kemp (folgend nur noch als HHK bezeichnet) aufmerksam. Ein perfekter Umstand, um Arbeit, Leidenschaft, Neugier und Urlaub zu kombinieren. Letzteres war dann doch nur eine blasse Vorstellung. Zu meinem Bedauern verpasste ich die Underachievers, welche bereits am Mittwoch auf der Warm-Up Party performten. Ich tröstete mich mit Transformers 4 und Teenage Mutant Ninja Turtles. Beides Filme, die ich über einen Bildschirm vor meinem Sitz bequem anschauen konnte. WIE KANN MAN SICH NUR SO HART GÖNNEN? Nein Quatsch, natürlich schmerzte es mich, einen meiner Lieblingsacts so gnadenlos zu verpassen. Doch in diesen vier Tagen wurde klar, die Auftritte machen nicht mal so einen erheblich großen Teil des Festivalerlebnisses aus, wie ich zuerst annahm. Schließlich war dies mein erstes Mal (no pun).

Nach gut 14 Stunden Fahrt kam ich schließlich in Hradec Kralove an. 28 Grad Celsius, keine Wolke am Himmel und Hip-Hop aus allen Rohren. Ich war verblüfft. Das riesige Gelände befindet sich neben einem Flugplatz und einigen Badeseen. Nach schneller Abwicklung der Ankunft und einer nicht mal so schlechten Pizza, wurde das Wurfzelt „aufgebaut“, freshe Klamotten angezogen und das Gelände erkundet. Irgendwo schnappte ich mal den Satz „Das Festival findet auf dem Campingplatz statt“ auf und dieser bestätigte sich schnell. Der Weg zum Festivalgelände über den großen Campingplatz war gepflastert mit Festivalbesuchern, die ihre eigenen „Geschäfte“ aufziehen. Versteht mich nicht falsch, es gab auch Camper mit Kühlschrank, die kaltes Bier für den doppelten Preis verkauften.

20160818_120509

Es war noch ziemlich früh, also zog es uns als erstes zu dem Badesee, welcher sich gegenüber vom Gelände befindet. Aber natürlich fanden sich dort nicht nur Leute, die gemütlich in der riesigen Pfütze baden wollten. Direkt vor dem See, noch auf dem schlecht asphaltiertem Waldweg, befand sich eine Open-Air Lounge mit Grindstangen, Leihbrettern und Paddleboards für den See. Aus den Boxen dröhnte ein unvergleichlicher Sound: Bones, $uicideboy$ und Pouya. Alles Underground-Acts, die ich bisher nie außerhalb meiner Kopfhörer vernehmen konnte. Das zeigte mir: Ich war angekommen und bereit, mich auf die Liveacts einzustellen.

IMG_0321

Weiter geht’s auf Seite 2

The following two tabs change content below.

Seiten: 1 2 3 4

1 Comment

  1. Karl

    19. September 2016 at 16:29

    Statt Redman abzufeiern sollte der Review-Schreiber mal kurz überlegen, warum der Mainact scheinbar nicht so den Anklang gefunden hat. Nach dem 30. Mal „Ey yo Prag“ als Ansage oder dem Rumgestümper von ihm am DJ Pult, kann einem schon die Lust vergehen.
    Underachievers waren eine richtige Enttäuschung. Für eine Playbackshow hätte es eigentlich ’nen Flaschenregen statt Gage geben müssen.
    Abrissshows waren definitiv von Audio und Yassin, Masta Ace, Ocean Wisdom, Onyx…
    Problem in den Hangars waren leider meist fehlende Soundchecks oder unfähige Tontechniker, sodass der Sound z.T. mangelhaft war, z.B. bei Sendemast war ein Mic zu leise.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.