BACKSPIN Unterwegs: Das Battle of the Year 2015

Eine neue Ausgabe „BACKSPIN unterwegs“!

Es wird wieder gebreakdanced. Zum 26. Mal heißt es nun schon: „Let the battle begin!“ Für mich ist es allerdings das erste Mal beim „Battle of the Year“ – der inoffiziellen Weltmeisterschaft des Breakdance. Ich erzähle euch von meinen Erfahrungen, die ich neben Text natürlich auch in Bildform festhalte.

Das Battle of the Year bringt Menschen über die Grenzen von Geographie, Sprache und Herkunft zusammen und bietet ihnen eine Plattform für ihren Tanz. Schauplatz wie schon so oft: die Volkswagenhalle in Braunschweig. Das vorraussichtlich letzte Mal an diesem Austragungsort, finden sich hier 15 Crews aus der ganzen Welt für das Turnier zusammen, um gegeneinander anzutreten und den Titel zu gewinnen. Außerdem gibt es noch diverse andere Highlights an diesem Abend zu sehen, aber dazu später mehr.

24. Oktober 2015, 11:00 Uhr – los geht es nach Braunschweig. Heute steht das große Finale an. Ich bin gespannt, was mich erwartet.
Pünktlich zum Einlass stehen wir vor der Volkswagenhalle. Dann holen wir unser Band sowie den Foto-Pass. Das Gebäude füllt sich schnell, wir holen uns noch rasch einen Snack und gegen 17 Uhr fangen auch schon die DJ’s an, ordentlich einzuheizen. Was wäre Breakdance oder Hip Hop auch ohne Musik? Genau, gar nichts. Kurz darauf betreten die Moderatoren D-Stroy aus New York und Spax aus Deutschland die Bühne. Sie leiten die Juroren ein, die kurz zeigen, was sie draufhaben. Unter den Juroren befindet sich auch die 50-jährige Breakdance Legende Crazy, welcher mit einer kurzen Rede für sein Engagement geehrt wird. Crazy’s Kommentar: „Hip Hop ist eine wie große FamilieIch danke euch für alles.“ Alle sind gut drauf und freuen sich auf die Battles. Zuerst beginnen jedoch die Shows, in denen jede Crew ihr Talent unter Beweis stellen kann.

 

        Hier die Liste der antretenden Crews im Überblick:IMG_9475

  1. Tribal Dance (Senegal)
  2. The Ruggeds (Niederlanden)
  3. MOS Crew (Brasilien)
  4. De Klan (Italien)
  5. Metro Grooverz (Thailand)
  6. Urban Project (Israel)
  7. The Floorriorz (Japan)
  8. Dead Prezz (Greece)
  9. Kienjuice (Weißrussland)
  10. U-Taipei (Taiwan)
  11. The Saxonz (Deutschland)
  12. M.B. Crew (Süd Korea)
  13. Total Feeling (Frankreich)
  14. Soul Mavericks (Großbritannien)
  15. Doble K.O. Team (Spanien)

Besonders herrausragend für mich waren die Shows der MOS Crew aus Brasilien, die das erste Mal auftrat und einen bleibenden Eindruck hinterließ oder die Metro Grooverz aus Thailand, die eine wirklich coole Performance hinlegten. The Floorriorz aus Japan tanzten im Old-school-Look mit Spraydosen in der Hand, ähnlich wie die Soul Mavericks aus England. The Saxonz aus Deutschland probierten sich dieses Jahr an etwas Anderem aus: in ihrer Show sah man mehr ästhetischen Tanz, was dem Auftritt viel Künstlerisches verlieh. Korea mit der M.B. Crew tanzte mit schnellen Moves zu poppigen Electrobeats, und das Doble K.O. Team aus Spanien wurde seinem Land gerecht und ließ spanisches Temperament in Form von Kastagnetten-Geräuschen und Rosen auf der Bühne in seine Performance mit einfließen. Als Israel mit der Crew Urban Project angesagt wurde, ertönten im Publikum tatsächlich Buh-Rufe, was der Moderator Spax auch sofort anspricht.Er sagte, es könne nicht sein, dass er seinem Co-Moderator immer wieder erklären müsse, warum Israel ausgebuht wird. Das Battle of the Year sei tolerant jedem Land gegenüber. Danach wurde Urban Project mit einer lauten Begrüßung auf die Bühne gerufen. This is Hip Hop!

IMG_9704                 IMG_9734

 

IMG_9661

Zwischen den Shows fand dann als erstes Highlight des Abends das Bonnie & Clyde Battle statt. Hier traten jeweils ein Bboy und ein Bgirl gemeinsam gegen einen anderen Bboy/ ein anderes Bgirl an. Es war toll, an diesem Abend auch Breakdancerinnen sehen zu können.

In der ersten Pause um kurz nach 21 Uhr begebe ich mich in die Breaker-Area, um ein paar kurze Interviews zu führen. Ich kann zuerst die Metro Grooverz aus Thailand nach ihrer Meinung fragen.
„Warum ist das Battle of the Year so besonders für euch?“ – „In Thailand gibt es so etwas in dieser Größenordnung nicht. Wir wollten unbedingt die europäischen Teams sehen. Vor 10 Jahren haben wir unsere Tänze auf Youtube hochgeladen, und jetzt stehen wir hier auf einer Bühne vor so vielen Zuschauern. Das ist ein wahr gewordener Traum für uns.“

Als nächstes kann ich ein Crew-Mitglied von The Saxonz aus Deutschland abfangen.
„Wie war die diesjährige Show für euch?“ – „Dieses Jahr haben wir etwas Neues ausprobiert. Letztes Jahr haben wie eine Powershow hingelegt, und dieses Mal sind wir in Richtung Theater gegangen. Wir wollten Kontraste schaffen. Obwohl Einige von uns anfangs dagegen waren, haben wir es letztendlich doch durchgezogen. Ich bin sehr stolz auf uns, es hat super funktioniert.“

Dann beginnen auch schon die ersten zwei Battles, in denen 4 von den insgesamt 6 ausgewählten Teams der Jury gegeneinander antreten (Platz 3 gegen 6 und Platz 4 gegen 5). Die Gewinner der jeweiligen Battles treten dann gegen Platz 1 und 2 an (Semifinals). Und am Ende dann natürlich das große Finale, in dem sich alles entscheidet.
Das erste Battle fand zwischen der MOS Crew (Brasilien) und U-Taipei (Taiwan) statt. Gewonnen hat: U-Taipei.
Battle Nr. 2 entschied sich zwischen der M.B. Crew (Süd Korea) und Kienjuice (Belarus), hier gewann Kienjuice.
Semifinal 1: U-Taipei vs The Floorriorz (Japan). Hier konnten The Floorriorz das Battle für sich entscheiden.
Semifinal 2: Kienjuice vs Doble K.O. Team (Spanien). Gewinner: Kienjuice.

Das nächste Highlight, welches zwischen den Battles stattfand, war ein neues Showformat. Badnewz MP aus Deutschland präsentieren: Evolution. Sie kombinierten ihre unterschiedlichen Tanzstile, um etwas Neues zu erschaffen – eine Evolution eben. Mit eingebundenem Video und großartigen Ideen legten sie über 20 Minuten lang eine krasse Show hin.

IMG_4414   Badnewz MP Crew

Die Final-Teams: Kienjuice (Belarus) und The Floorriorz (Japan)! Die beiden Crews lieferten sich ein spannendes Battle, knapp 15 Minuten lang zeigten sie noch einmal ihr ganzes Können. Die Menge sowie die Tänzer – energiegeladen und gespannt.
Am Ende haben wir einen Gewinner des Battle of the Year 2015: Es sind The Floorriorz aus Japan.
Auch der Preis für die Beste Show wurde vergeben, und zwar an das Doble K.O. Team aus Spanien.

Was die Spanier zu ihrem wohlverdienten Sieg für die beste Show sagen, habe ich auch erfahren. „Es ist unglaublich – verrückt – toll. Wir haben alle gar keine Worte dafür. Danke!

IMG_9873             IMG_9853

Als das Battle of the Year fast vorbei ist, beantwortet mir Moderator Spax noch 3 Fragen.
„Wer ist der verdiente Sieger?“ – „Ich hätte gerne die Spanier im Finale gesehen. Die Experten meinten jedoch zu mir, dass die anderen Teams technisch einfach besser waren. Also ist der verdiente Sieger im Hinblick darauf wohl doch Japan.

„Ist das Battle of the Year dieses Jahr das letzte Mal in Braunschweig ausgetragen worden?“ – „Es scheint so. Jedoch ist diese Entscheidung noch nicht ganz klar. Es wäre aber interessant, auch mal einen neuen Ort für das BOTY zu finden. Vielleicht ja auch in Deutschland?

„..die beste Show?“ – „Um den Titel dafür zu ergattern, muss man einen Mittelweg zwischen Entertainment und Skills finden. Es gibt wenige, die das wirklich perfekt hinbekommen. Die Spanier waren aber sehr gut darin. Deswegen haben sie diesen Preis verdient gewonnen, aber die Skills haben möglicherweise für das Finale einfach nicht gereicht.

IMG_9566

An dieser Stelle ist das Battle of the Year dann wirklich vorbei. Es war ein toller Abend, an dem man großartige Tänzer sehen konnte. Müde, aber glücklich geht es wieder zurück nach Hamburg. Danke BOTY! Bis zum nächsten Mal.

 

Hier könnt ihr euch die Battles anschauen:

https://www.youtube.com/channel/UC5fCFsSpHz49f1QAV0wtpew

 

 

 

The following two tabs change content below.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.