BACKSPIN Unterwegs: „Clash Of The Legends“ mit M.O.P und Onyx in Köln

Clash

Im Februar brachte das Team von Out4Fame zwei legendäre Rap-Gruppen für zwei Konzerte nach Deutschland. Die Jungs von Onyx und M.O.P. sollten dem geneigten Rap-Hörer spätestens seit Hits wie „Slam“ und „Ante Up“ bekannt sein. Beide Gruppen machten in letzter Zeit aber auch mit neuen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam. Am 11. Februar war es dann endlich so weit. M.O.P. und Onyx kamen in die Essigfabrik in Köln. Unser Autor Niels war dort für uns unterwegs.

Abgesehen von ein paar wenigen Konzertbesuchen habe ich große US-Rapgrößen bislang überwiegend auf Festivals zu Gesicht bekommen. Während diese dort in der Regel auf den großen Bühnen spielten, war es meist eine schwere bis nahezu unmögliche Aufgabe wirklich nah ans Geschehen zu kommen und in der Regel auch nicht wirklich mit der Konzertatmosphäre in einer Location mit wenigen hundert Leuten zu vergleichen. Am vergangenen Samstag lud nun das Out4Fame-Team zum „Clash Of The Legends“ ein – Zu Gast: zwei Hip-Hop-Crews, die man getrost als Hip-Hop-Urgesteine bezeichnen darf und die für alles andere als Musik zum Schunkeln und Tagträumen bekannt sind. Mit beiden Gruppen bin ich durch ihre Hits wie „Ante Up“ und „Slam Harder“ bereits seit meinen Hip-Hop-Anfängen in Berührung gekommen und war demnach gespannt, was mich an dem Abend erwarten wird. Zum Einlass um 20 Uhr erreiche ich die Essigfabrik in Köln. Ich betrete die Location, in der es noch recht überschaulich aussieht und der DJ bereits begonnen hat aufzulegen. Eine knappe halbe Stunde später füllt sie sich allmählich und langsam spielt sich das DJ-Team in Fahrt, wobei es die Menge mit Klassikern wie „Lay Low“, „Sound Of The Police“ und „Hip Hop Hooray“ auf die Show einstimmt. Auf „Are you ready for M.O.P. and Onyx?“ und „Who is ready for some oldschoolshit?“ entgegnet die Menge mit tösendem Gebrüll und es ist klar, es kann sich nur noch um Minuten handeln.

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Um 21.30 Uhr betritt Onyx schließlich die Bühne und die Menge tobt, als Sticky Fingaz und Fredro Starr mit „Throw Ya Gunz“ die Show eröffnen. Kurz darauf folgen „Da Nex Niguz“ und keine viertel Stunde später ihr Hit „Slam“. Onyx springen, schwitzen und reißen ab. Ich habe echt selten Rapper gesehen, die so lange dabei sind und mit einer solchen Energie performen. Die Menge dankt es ihnen. Und so darf ich schließlich wenige Augenblicke nach „Last Dayz“ Zeuge davon werden, wie ein Fan in der ersten Reihe mit einem Exemplar von „Bacdafucup“ und Edding bewaffnet aufgeregt versucht auf sich aufmerksam zu machen. Und Tatsache! Sticky Fingaz bemerkt ihn, schnappt sich die CD, unterzeichnet sie und reicht ihm die Faust. Die Crowd feiert den Fan, dem sein Glück sichtlich ins Gesicht geschrieben steht. Es folgen „All We Got Iz Us (Evil Streets)“ (inklusive Stagedive von Sticky Fingaz!), „Raze It Up“ und „Shut It Down“. Immer wieder wird die Menge durch kleine Ansprachen zum Mitmachen angeregt. „My homie Nas said ‚hip-hop was dead‘. Do you think, hip-hop is dead? I think, Hip-Hop has just been sleepin!“ Selbstverständlich folgt „Wakedafucup“, wobei sich der Auftritt langsam seinem Höhepunkt zuneigt. Diesen bildet schließlich „Turndafucup“, bevor Onyx nach einer dreiviertel Stunde schließlich die Stage verlässt. Turn-Up trifft es zweifellos! Zeit für eine kurze Verschnaufpause. Lediglich „Slam Harder“ habe ich auf der Setlist vermisst.

Nach etwa einer Viertelstunde geht es weiter und M.O.P. legt nach. Auch Lil’ Fame und Billy Danze wissen ordentlich Stimmung bei ihren Fans zu machen. Es geht los mit Tracks wie „187“ und einem meiner absoluten Favoriten „Cold As Ice“. Danach darf sich die Menge unter anderem über „4 Alarm Blaze“ und „Downtown Swinga“ freuen. An Stimmung bei der Crowd steht die Mash Out Posse Onyx in nichts nach. Es wird gebrüllt, gepogt und textsicher mitgerappt. Kleine Abzüge in der B-Note gibt es von mir nur für die Zwischeneinlage des Crew-Kollegen, der etwa 10 Minuten die Crowd zu Klassikern wie „Move“ von Ludacris oder „Who’s That Girl?“ anheizt. Zwar tut das der Stimmung keinen Abbruch, allerdings habe ich solche Soundsystem-artigen Unterbrechungen bei Rapshows schon immer als unnnötig empfunden. An Tracks sollte es dem Duo nun wirklich nicht fehlen, als dass dies meiner Meinung nach nötig wäre. Um kurz vor 22.30 Uhr geht es schließlich aufs Finale zu, als der von Premo produzierte und uns allen bekannte Beat von „Ante Up“ angespielt wird. Zweimal wird der Track nach kurzer Zeit abgebrochen, bevor er schließlich in voller Länge performt wird und es auch mich mitten in die pogende und feiernde Crowd verschlägt. Mittlerweile ist auch Onyx zurück auf der Bühne und feiert gemeinsam mit M.O.P. das Finale der Show. Was für ein Abschluss! Den Spaß am Auftreten haben die vier jedenfalls nicht verloren. So bleibt mir schließlich nichts übrig als gespannt darauf zu warten, wann das gemeinsame Kollaboalbum mit den Snowgoons zustande kommt.

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Seit seinem Praktikum 2014 neben dem Studium der Medienwissenschaft für die BACKSPIN als Autor tätig, seit 2000 bereits von der Marshall Mathers-LP auf Ewig verdammter Hip-Hop-"Stan".

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