BACKSPIN unterwegs beim Fucksleepfest in Hannover

fucksleepfest

Alle Fotos von Daniel Wiesenfarth und Julian Kinze

Anlässlich seines zweiten Albums „Rest In Peace“ lud Sierra Kidd am 16. Juni zur offiziellen Releaseparty, dem Fucksleepfest, ins Musikzentrum in Hannover ein. Hierzu versammelte er sein engstes musikalisches Umfeld, das nach und nach auf der Bühne kleine Gigs spielte. Abschließend gab der Teamfucksleep-Leader selbst das erste Mal mit der neuen LP im Gepäck eine eigene Show zum Besten. Als wir kurz nach Einlass die Location betreten, verschaffen wir uns erst einmal eine kleinen Überblick. Hierbei stoßen wir direkt im Eingangsbereich auf einen Stand mit exklusivem Festival-Merch, an dem sich bereits die ersten Fans fleißig mit Klamotten eindecken. Im Anschluss werfen wir einen Blick auf den Outdoor-Bereich. Auf einem übersichtlichen eingezäunten Platz gibt es Crepes, Burger und das schwarze Zelt von Eric Wodegnal, der schon häufiger mit Kidd zusammengearbeitet hat und hieraus T-Shirts und Ketten seiner alten MTAS-Kollektionen verkauft. Außerdem gibt es noch einen weiteren Stand, bei dem sich die Besucher tättowieren oder piercen lassen können. Und Tatsache! Es liegen bereits Leute unter der heißen Nadel.

Alle Fotos von Daniel Wiesenfarth und Julian Kinze

Das Warm-Up beginnt mit jeweils einem DJ-Set von Wednesdays und Alecto, währenddessen sich immer mehr Fans vor der Bühne einfinden. Pünktlich um 18.30 Uhr beginnen schließlich Felikz & Jalle als erste Rapacts ihre Show, bei denen zu meiner Überraschung schon so einiges los ist und die mitsamt Live-Autotune die Stimmung ordentlich in Gang bringen. Kurz darauf folgt 40CRWNS, bei dem die Crowd bei dem Track „Drogen“ lautstark in die Hook mit einstimmt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird klar, dass die Besucher nicht ausschließlich für Kidd hier sind, sondern mindestens genauso Bock auf die anderen Künstler haben. Eine halbe Stunde später ist Mena an der Reihe, den man in letzter Zeit häufig an Kidds Seite sieht und der auch als Feature auf „Rest In Peace“ vertreten ist. Nachdem er die in rot getauchte Stage betritt, performt er „Westen“ und „Trillionaire“, bevor er mit „iPhone“ aus der gemeinsamen EP mit Kynda Gray seinen Auftritt beendet. Doch auch bei Young Mokuba und Rapsta reißt die Stimmung nicht ab, die einen Mix aus Tracks ihrer bisherigen Releases dabei haben und eine ebenso gute Figur auf der Bühne machen. Danach heißt es eine halbe Stunde durchatmen, bis die immer lauter werdenen Rufe des Teamfucksleeps nach Sierra Kidd verlangen.

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Dann ist es soweit und der Rapper aus Emden eröffnet mit „FSOD“ vom gleichnamigen Release die Show. Ein Display, das zuvor die Namen der einzelnden Künstler eingeblendet hatte, zeigt nun Animationen und kurze Videosequenzen, die die einzelnen Tracks im Hintergrund visuell untermalen. Das macht als Kulisse definitiv ordentlich was her! In unserem Interview sagte Kidd ja bereits, dass seine Tour Ende des Jahres in dieselbe Richtung gehen werde. Daraufhin folgen weitere Songs von „FSOD“ wie „Polizei“, „Fan von dir“ und „Colt“, wobei die Lautstärke der Menge die Funktion des Backups abnimmt. Ältere Songs gehören also tatsächlich der Vergangenheit an. Dann lässt Kidd mit „Cobain“, „Copied“ und „Go Go“ die ersten Tracks seiner neuen LP auf die Leute los. Die musikalische Entwicklung scheint jedenfalls gut anzukommen. Ein weiteres Highlight ist außerdem ziemlich eindeutig die Performance der Single „Sensor“. Aber auch der Freetrack „Schlange“ und Songs wie „Mercedes Gucci“ und „Bodeine Brazy“, die sich auf den EPs der „Rest In Peace“-Box befinden, werden ausnahmslos gefeiert. Bevor die jüngeren Fans vor 22 Uhr die Location verlassen müssen, holt sich Sierra Kidd für den „Para“-Remix Mena, Felikz und Jalle zurück auf die Bühne und beendet mit „Bando“ vorerst die Show.

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Als er um 22 Uhr zurück ist, geht der eigentliche Turn Up los, der gemeinsam mit Mena und der Single „Wavy“ eingeleitet wird. Wenig später verlässt Kidd wieder die Bühne, um aus der VIP-Area heraus auf einer kleinen Platte neben der Technik „Double It“ und „Bag“ zu spielen. Die Crowd feiert die Aktion. Zurück auf der Stage folgt nun aber der eigentliche Knaller, als kurz nach dem Banger „Shots“ eine Ankündigung folgt: „Ihr dachtet, wir haben zwei Jahre an ‚Rest In Peace‘ gearbeitet. Das ist nicht ganz korrekt. Mein neues Album kommt im Oktober!“ Gut, über fehlenden Output konnten sich die Fans in letzter Zeit nun wirklich nicht beschweren, aber das kommt mehr als überraschend! Dazu gibt es direkt die erste Kostprobe zu hören, die den Sound von „Rest In Peace“ nahtlos fortsetzt. Zu guter Letzt performt Sierra Kidd noch seinen Hit „Xanny“, zu dem die gesamte Crew des Künstlers mit auf die Bühne kommt, sodass alles nur noch einer riesigen Party gleicht. Nachdem die Fans noch eine Zugabe fordern, ertönt der letzte Song für den Abend und Sierra Kidd beendet seine 2-stündige Show mit dem emotionalen Titel „Don’t Do It Juri“.

 

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Seit seinem Praktikum 2014 neben dem Studium der Medienwissenschaft für die BACKSPIN als Autor tätig, seit 2000 bereits von der Marshall Mathers-LP auf Ewig verdammter Hip-Hop-"Stan".

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