BACKSPIN UNTERWEGS: auf dem Hype-Festival in Köln

Am 18.08.16 präsentierte Snipes zum aller ersten Mal das Hype-Festival in Köln. Mit einem hochkarätigen und überwiegend international gehaltenen Line-Up von Skepta über Machine Gun Kelly bishin zu Fat Joe sollte den Fans ein einmaliges Hip-Hop-Erlebniss erwarten. Wenige Tage vor Beginn eine schlechte Nachricht für alle Travis Scott-Fans, der seinen Auftritt leider absagen musste, mit Post Malone wurde aber schnell ein ebenso würdiger Ersatz gefunden. Auch die Wetterprognose sah mit 28 Grad mehr als gut aus. Wir haben uns auf den Weg gemacht und geschaut, was das Festival so kann.

Hype Festival 2

Das Hype-Festival findet auf dem Heliosgelände in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Köln- Ehrenfeld statt. Beim Aussteigen fallen einem sofort eine Vielzahl junger Leute ins Auge, die sich offenbar auf dem Weg dorthin befinden. Während die Sonne sich von seiner besten Seite zeigt, warten wir auf den Einlass. Das Gelände ist sehr überschaubar. Ein kleiner Eingangsbereich inklusive Snipes Shop, links erkennt man bereits die Bühne, vor der sich erst wenige Fans tummeln. Losgehen soll es um 13 Uhr mit dem ersten Act. Auf dem Weg zur Bühne gibt es Verzehr-Marken zur bargeldlosen Bezahlung zu erwerben und einen Getränkeausschank. Auf der rechten Seite befindet sich die VIP-Area. Sonnenschirme, gemütliche Sessel, Sofas und eine Shishalounge laden ein Platz zu nehmen. Wir machen es uns gemütlich und warten auf den ersten Act.

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13.15 Uhr: Die ersten Töne erklingen und ich mache mich auf den Weg zur Bühne. Ein abgetrennter VIP Bereich vor der Bühne und etwa 20 Leute, die sich dahinter eingereiht haben. Deemah eröffnet das Festival mit leichter Verspätung und dafür jeder Menge Gesang und clubtauglicher Beats.

13.55 Uhr: Chima Ede steht auf der Bühne und performt fleißig Songs von der jüngst veröffentlichten EP „2023“. Die Zuschauer haben zugenommen und auch die Crowd wird lauter. Spätestens bei dem Song „Hasta luego“. Aber Chima Ede hat auch ein paar Special-Guests dabei. Mauli unterstützt bei „Real“.

14.15 Uhr: Asher Roth ist an der Reihe und performt bekannte Songs wie „I Love College“. Von Song zu Song stehen mehr Leute in den Reihen. Nach einer halben Stunde verlässt er die Bühne.

15.12 Uhr: Mit Kaaris steht für mich das erste Highlight auf dem Timetable. Ich bin gespannt, was uns live von ihm erwartet, doch er scheint einfach nicht aufzutauchen. Doch statt knallender Banger dominiert ein ganz anderer Sound plötzlich die Stage: „Ey, schöner Stein. Ey, schöner Stein.“ Yung Hurn steht zur Überraschung vieler auf der Bühne und performt aus seinem Repertoire Songs wie „Steine“ und „Bianco“. Offenbar ist er für Kaaris eingesprungen, der offenbar krank ist, wie wir zu späterer Zeit erfahren. Sehr sehr schade für seine Fans.

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15.30 Uhr: Mit Rumstehen, Kopfnicken und Armwippen ist es jetzt endgültig vorbei. Die Section Boyz sind am Start und legen jetzt richtig los. Moshpits entstehen im Minutentakt und die Menge tobt und springt. Um etwa 16:05 Uhr ist die Stimmung auf ihrem Höhepunkt, als die Gruppe mit einem Knall die Stage verlässt und die Besucher verschwitzt zurücklässt.

16.10 Uhr: Ein ohrenbetäubendes Aufkreischen, als MHD auf die Bühne kommt. Mir ist nicht viel von ihm bekannt, aber die Energie, die der junge Musiker dort transportiert, reißt einen einfach mit. So laut, aber auch textsicher wie hier war die Crowd bis jetzt nicht. MHD legt einen unfassbaren Auftritt hin und auch wenn ich kein Wort von all dem verstehen, schon jetzt ein Highlight des Tages für mich.

16.38 Uhr: Die Rebell Comedy Jungs kommen auf die Bühne und geben ein kleines Update. Neben ein paar Witzen wird ein wenig die Stimmung angekurbelt. Danach gibt es eine längere Pause, in der Tracks wie „Panda“, „We Them Boyz“ und „Make It Hurt“ aufgelegt werden.

18.18 Uhr: Nach einer längeren Pause ertönt ein atmosphärisches Intro aus den Boxen. Gitarren erklingen, ein Drummer fängt an zu spielen. Mit einer riesen Explosion auf dem Screen im Hintergrund eröffnet Machine Gun Kelly sein Set. Trotz Gips am Arm und einer deutlichen Verletzung im Gesicht gibt der Rapper aus Ohio alles. Die Fans springen und drehen durch. Mit „Till I Die“ beendet MGK schließlich seinen Auftritt.

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19.15 Uhr: Mit Fat Joe steht ein weiteres Highlight bevor. Man hätte es sich fast denken können, denn plötzlich steht Farid Bang auf der Bühne und die Menge tobt. Auch die Banger Musik Künstler Majoe und Summer Cem sind am Rand der Bühne zu sehen. Nach einer kurzen Ansage betritt Fat Joe die Bühne und beginnt zu performen. Natürlich ist hier eine große Portion Nostalgie dabei, als Joe seine größten Hits wie „What’s Luv“, „We Thuggin“, „Lean Back“ oder einen meiner absoluten Favoriten „Make It Rain“ zum Besten gibt. Doch auch die neue Singles „All The Way Up“ und „Cookin“ dürfen hier natürlich nicht fehlen. Fat Joe betont kurz, wieviele Hits er hat – wo er Recht hat, hat er Recht. Nichtsdestotrotz ist der Auftritt überraschend schnell bereits nach einer halben Stunde vorbei, anders als es auf dem Timetable angegeben war. Schade irgendwo, Spaß hat der Auftritt dennoch gemacht.

20.05 Uhr: Es ist dunkel geworden und mit Skepta steht der vorletzte Act auf der Bühne. Auch hier reißt die Stimmung nicht ab und spätestens bei seinem Hit „Shutdown“ ist alles vorbei.

21.00 Uhr: Schließlich gibt Travis Scott-Ersatz Post Malone seine Show zum Besten und liefert mit einer Menge Rauch und Konfetti im Gepäck einen mehr als würdigen Abschluss des Tages.

Wir verlassen die Location, um noch rechtzeitig zum Zug zu gelangen. Der Auftakt des Hype-Festivals konnte mit einer Reihe Highlights überzeugen. Eine kleine, aber feine Location sowie eine Reihe namenhafter Künstler haben dies ermöglicht. Zwar ist der Sound stellenweise etwas leise gewesen, dennoch sind wir gespannt, was uns nächstes Jahr auf dem Hype-Festival erwartet.

Hype Festival 7

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Seit seinem Praktikum 2014 neben dem Studium der Medienwissenschaft für die BACKSPIN als Autor tätig, seit 2000 bereits von der Marshall Mathers-LP auf Ewig verdammter Hip-Hop-"Stan".

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