Back2Tape: „Wenn ich aufwache, bin ich Hip-Hop“ – Falsalarma im Portrait

falsalarma

In Kooperation mit Porsche begab sich Niko 2018 auf Spurensuche der deutschen Hip-Hop-Geschichte. Innerhalb von fünf Tagen machte Niko in sechs deutschen Städten Halt und überquerte dabei 2300 Kilometer. Herausgekommen ist eine filmische Dokumentation, die die lebendige Geschichte prägender Figuren der Kultur darstellt. Mit Gästen wie Samy Deluxe, Curse, Toni-L, Namika, Falk Schacht und Scotty76 skizziert „Back to Tape“ ein abwechslungsreiches Bild von Hip-Hop, das vor allem eins verdeutlicht: Das Lebensgefühl und die Liebe für die Kultur.

Zwei Jahre später hat sich Niko erneut auf dem Weg gemacht. Mit dem Blick auf die wichtigsten Details der Kultur, führt „Back2Tape“ Niko diesmal quer durch Europa. Berlin, Paris oder London sind nur ein paar der Städte, denen Niko einen Besuch abstattet. Was schweißt Rapper, Graffiti-Maler, DJs und Breakdancer zusammen? Und was macht das Lebensgefühl von Hip-Hop so besonders? Diesen und weiteren Fragen geht Niko in „Back2Tape“ – in Kooperation mit Porsche – auf den Grund. Heute führt ihn der Hip-Hop-Roadtrip nach Barcelona. Dort trifft er Falsalarma, eine Rapcrew, die die Anfänge von Hip-Hop in Barcelona miterlebt und wesentlich mitgeprägt hat.

Vor dem Haus, in dem die beiden Brüder aufgewachsen sind, die bei Falsalarma für das Rappen verantwortlich sind, haben Sprayer damals die Bänke im Park getagged. Sie sollten es ihnen gleichmachen und schnell Probleme mit anderen Crews bekommen. Imitation sei damals schon nicht cool gewesen. Parallel dazu soll ihre Jugend durch weitere Hip-Hop Vibes beeinflusst worden sein: Dj-ing und vor allem Breakdance habe zu den Zeiten zusammengeschweißt und eine Kultur geschaffen. Als dann Rapmusik immer mehr an Bedeutung gewann, fingen auch Falsalarma an diese zu analysieren und selbst zu schreiben, bis 1997 dann ihr Debütalbum „La revolución del sonido“ erschien. Ein Album, das nicht nur kommerziell erfolgreich war, sondern auch dafür gesorgt hat, dass die Hip-Hop-Szene die Crew annahm.

 

„Hip-Hop hat uns angenommen.“

Als es mit der ersten Platte klappte, entschied sich die Crew noch mehr Zeit und Energie in ihre Arbeit zu investieren – Das Label wurde schon früh vom eigenen Hype überzeugt, als statt der 2000 Einheiten, die abgesetzt werden sollten, 20.000 abgesetzt wurden. Das Kommerzielle war ihnen aber nicht so wichtig: Sie hatten immer das Gefühl, das sie dazu geboren wurden, kreativ zu sein. Ausgemacht hat sie aber nicht nur ihre Studio-Musik, viel mehr entstand ein regelrechter Kult um Falsalarma und ihre Livegigs. „Wir haben nicht nur einfach Konzerte gemacht, sondern richtige Shows!“

BACK TO TAPE / PORSCHE / MARKUS SCHWER

„Hip-Hop sein ist kein Wettbewerb“

Falsalarma ist der Meinung, dass die vier Elemente Hip-Hop zu einem Lebensweg machen. Es gehe nicht darum mehr oder weniger Hip-Hop zu sein. „Wenn ich aufwache, bin ich Hip-Hop.“ Ein Leben ohne sei außerdem gar nicht mehr möglich, da die Texte und die Kultur sie in den Jahrzehnten zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Zu alt könne man für Hip-Hop auch nie sein, höchstens weniger wild mit der Zeit – Der Lebensstil gebe ihnen aber ein Gefühl von lebendig sein. Auf der anderen Seite beeinflusse eben dieser Lebensstil und die daraus resultierende Musik viele Menschen. “So viele Menschen kamen über die Jahre zu mir und sagten, dass unsere Musik ihnen geholfen hat. Wir bringen Menschen zum Nachdenken und haben die Möglichkeit ihnen Freude zu bereiten.”

BACK TO TAPE / PORSCHE / MARKUS SCHWER

Rap im Mainstream sehen sie heute als moderne Geldgrube, das sei auch schon mit Rock- und Popmusik passiert. Künstler mit Message werden laut Falsalarma nicht mehr gehört, da die Industrie im Ganzen dies nicht mehr supporte. Hip-Hop habe aber trotzdem die Kraft zu verbinden. Vor allem als Künstler sei es leicht international miteinander in Verbindung zu treten, um gemeinsam zu arbeiten. „Nicht nur Rapper nutzen das, sondern auch Graffiti-Künstler und B-Boys.“

 

Hier die offizielle Playlist zum Film:

 

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