Azab Ata: „Ich will durch mein Standing motivieren und nicht durch meine Texte.“

Außerdem wiederholst du auf dem Song eine Zeile, die du schon auf dem Posse Track mit Alpa gedroppt hast. „Hier kommt der Türke, der jetzt jeden disst.“ Wie suchst du dir deine Diss-Gegner aus?

Azab Ata: Ich suche mir die nicht wirklich aus. Wenn jemand nicht meinem Geschmack entspricht, reicht es mir schon den schon zu erwähnen. Ich kenne viele Rapper. Die sind im Studio und finden den Rapper scheiße und den Rapper scheiße, aber wenn es dann ums Texte schreiben geht, werden die Namen nicht genannt und denjenigen, den man nicht mag, wird zu einem imaginären Gegner. Im Kopf sind die Namen zwar, aber auf dem Papier stehen sie dann plötzlich nicht mehr drauf. Das wollte ich nicht. Warum soll ich imaginäre Gegner dissen, wenn ich auch Leute erwähnen kann, die ich sowieso nicht gut finde? Das sind ja jetzt auch keine krassen Beleidigungen, aber erwähnen, dass man jemand scheiße findet, kann man doch. Ich habe das Gefühl jeder findet jeden irgendwie scheiße, aber keiner erwähnt das. Darum mache ich das genau andersrum. Ich finde das ein bisschen falsch sowas dann nicht zu sagen. Wenn du jemanden Scheiße findest, da sogar mit deinen Freunden drüber redest und du schreibst eine Line –  dann setz den Namen doch gleich ein. Was solls?! So ist es entstanden, dass ich so viele Namen nenne und „der bin, der jeden disst“. Ich habe mir selber vorgenommen, dass wenn ich jemanden nicht mag, dass ich das auch sage. Das finde ich einfach straighter.

Warum soll ich imaginäre Gegner dissen, wenn ich auch Leute erwähnen kann, die ich sowieso nicht gut finde?

Wie wichtig ist diese Competition im Rap für dich? Verfolgst du auch Live Battles?

Azab Ata: Rap ist Competition. Durchgehend. Ich kann es nur von meinem Geschmack aus beurteilen, aber Friede, Freude, Eierkuchen finde ich ein bisschen langweilig. Die unterhaltsamsten Tracks sind für mich nun mal Disstracks. Es gibt natürlich auch krasse Freestyler. Die sagen aber auf der Bühne auch teilweise richtig krasse Sachen. Live Battles verfolge ich nicht. Die wichtigsten Sachen bekommt man mit, aber das wars. Für mich selber kommt sowas aber auf gar keinen Fall in Frage.

Du bezeichnest dein Album ja auch als „ewig langen Disstrack“. Die einzigen Songs die da aus dem Konzept fallen, sind das Intro und das Enstrumental. Warum waren dir diese ruhigeren Töne wichtig?

Azab Ata: Genau aus dem Grund warum Kitty Kat auf dem Album ist. Ich wollte in meinem Film trotzdem ein bisschen was anderes dabei haben. Ein ewig langer Disstrack kann auch mal eine Pause haben. Darum habe ich da einfach eine Melodie rein gemacht. Das sind alles Töne aus meiner Kindheit, die mir viel bedeuten. Die sind nicht wahllos gepickt, sondern die sollen genauso sein. Da können die Leute auch mal kurz durchatmen. Das war der Grundgedanke dahinter.

Ein weiterer Song auf deinem Album ist „Crackpufferslang“. Da gibt es auch ein paar türkische Zeilen von dir zu hören. Wird es sowas künftig auch auf Track- oder sogar Albumlänge geben?

Azab Ata: Auch bei „Der letzte tighte Türke“ fängt es ja auch mit runter gepitchten, türkischen Vocals an. Einzelne türkische Wörter baut ja fast jeder ein – dafür muss man ja nicht mal Türke sein. Ein bisschen türkisch können ja mittlerweile fast alle. Bei mir gibt es hier und da mal ganze Sätze, aber einen ganzen Song wird es so nicht geben. Das wird durchgehend deutsch bleiben.

Du sprichst auf „Anti Alles“ ein wichtiges Szenethema an: „Ich verdien auch gut, wenn ich wieder für euch ghostwrite.“

Azab Ata: Ich hab schon hin und wieder für andere Leute geschrieben. Dazu kann ich nicht mehr sagen, aber wenn jemand was braucht, kann er gerne zu mir kommen. Ich schreibe auch für andere.

Letzte Frage: Bist du sehr aufgeregt vor deinem Solodebüt?

Azab Ata: Aufgeregt bin ich gar nicht. Ich bin nie aufgeregt. Weder vor Konzerten, noch vor dem Album. Ich freue mich einfach nur. Ich freue mich jetzt auf das Album und auf alles was noch kommt. Ich sitze auch schon am nächsten und mache mir Gedanken. Also: Keine Angst – nur Freudengefühle.

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Hallo Deutschrap, ich bin ab jetzt fest bei BACKSPIN. Gewöhn dich an mein Gesicht - ich bin gekommen um zu bleiben.

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Razer

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