Halbjahrescharts 2017: Jakob

 

Halbzeit. Gerade eben war noch Winter und auch, wenn der Sommer noch immer nicht richtig in Deutschland angekommen ist, steht mit dem splash! nun schon der Jahres-Dreh- und Angelpunkt für deutschen Hip-Hop an. Und da jedes Mitglied der BACKSPIN-Gang das bisherige Jahr für sich selbst erlebt hat, gibt es auch von jedem von uns einen kleinen Beitrag rund um Highlights der ersten sechs Monate in 2017. Grenzen bei der Auswahl gab es keine, sowohl Songs, Videos und Alben, als auch Konzerte, Events, Interviews und andere Hip-Hop-Momente konnten ausgewählt werden. Viel Spaß.

 

 

Obwohl ich oft sehr kritisch mit Rap umgehe und der Meinung war, dass dieses Jahr zumindest deutschrapmäßig gar nicht mal so gut war, hatte ich am Ende dann doch wieder viel zu viele Highlights für lediglich zehn Spots. Das Ranking solltet ihr nicht überbewerten, es fiel mir super schwer richtig zu ranken und ich habe im Endeffekt einfach nur zehn geile Momente des bisherigen Jahres ausgewählt. Leider kam dieses Jahr noch kein Haftbefehl Solorelease, dann wäre dieses Rapjahr nämlich das Beste seit 2014 und 2015 geworden. Auch schade, dass die Alben von Kalim und 6Lack schon Ende 2016 rausgekommen sind, denn diese beiden wären garantiert ins Ranking gekommen. Viel Spaß beim Lesen, meine Chabos und Chayas. Bleibt stabil!

 

4 Blocks10.
4 Blocks
(Serie) 

Hat mit Rap direkt zwar nur am Rande zu tun, aber den Schlenker kriege ich schon hin. Diese Serie ist einfach brutal gut geworden, allen voran zu verdanken haben wir das keinem anderen als Veysel, der in Abaz einfach den übelsten Motherfucker gespielt hat. So sehr ich Veysel im Allgemeinen feier, aber in der Serie hat er mich einfach nur aufgeregt. Das heißt aber nur, dass er brilliant gespielt hat. Zusammen mit Frederick Lau und Kida Khodr Ramadan entstand eine Serie, die ich so krass in mich reingesogen habe wie lange nicht mehr. Dabei waren es nur verdammte sechs Folgen. Und jede habe ich locker zwei bis drei Mal geguckt. Als ich dann eh schon komplett in meinem libanesischen Großfamilien-Film gefangen war, gefiel mir dann auf einmal auch der Soundtrack zur Serie. Hasan K und Gringo – brutal, fatal und asozial, so wie es sich für die Serie gehört hatte. Lange hat mir eine Serie nicht mehr so viel Spaß gemacht. Umso ärgerlicher, dass die zweite Staffel erst im nächsten Jahr kommt. Ach ja, fast vergessen. Walter White stirbt am Ende!

9.
Bushido – „Oma Lise“
(Song)

Bushido Fan werde ich wohl nie mehr wieder werden. Zu einfallslos ist mir sein Geplänkel seit den 2010er Jahren. Doch für einen Track muss ich ihm trotzdem massiven Respekt geben. „Oma Lise“ hat mich beim ersten Mal so krass berührt wie kein anderer Song seit Jahren. Und hat mir wieder die harte Realität dieses Lebens aufgezeigt. Die Endlichkeit des Lebens. Mit dem einhergehenden und brillianten Soundteppich im Hintergrund ist dieser Track einfach perfekt. Perfekt und Musik – das finde ich persönlich fast unmöglich. Wenn ich will, finde ich an jedem Track etwas, was man besser machen kann. Bei „Oma Lise“ suche ich vergebens. Jede Zeile sitzt, geht mir nah. Die Magie der Musik, sie kann so schön sein. Mit Sicherheit bin ich nicht der Einzige, dem es bei „Oma Lise“ so gegangen ist. Big Up Bushido!

RAF8.“
French Montana feat. Swae Lee – „Unforgettable“
A$AP Rocky feat. Playboi Carti, Quavo, Lil Uzi Vert, Frank Ocean – „RAF“
(Songs)

Ich konnte mich zwischen diesen beiden Hits einfach nicht entscheiden, deswegen habe ich sie beide reingenommen. Auf der einen Seite ein unglaublicher smoother und entspannter Sommerhit, der auf den ersten Blick zwar wenig hip to the hop rüberkommt, aber Swae Lee besingt diesen Beat einfach viel zu gut, um es haten zu können. Auf der anderen Seite ein überdimensionales Brett von A$AP Rocky, Frank Ocean, Quavo, Lil Uzi und Carti, welches an Swag einfach nicht zu übertreffen ist, auch wenn Money Boy dieses Wort für immer zerstört hat. Carti brettert zwar nur Adlibs, aber trotzdem pusht er den Track noch einmal nach vorne. 


st.pauli killaz

7.
Nate57 – „Unter Deck“
(Video)

Solange mein Herz schlägt, werde ich die Fahne für Nate hochhalten, denn er ist einfach einer der Besten, die wir in Deutschland haben. Aber leider reicht das heute nicht mehr aus um auch erfolgreich zu sein. Trotzdem; mit dem Video zu „Unter Deck“ hat er der deutschen Trap-Bewegung, die ich natürlich auch feiern kann, den Mittelfinger gezeigt. Video in schwarz-weiß gehalten, mit den Jungs am Block, Jibbit und Mische – es war einfach ein Highlight des Jahres für mich. Zudem war der Track auch eine ziemliche Bombe. Leider hat mich das Tape am Ende (wieder) mal enttäuscht. Das lag aber weniger an Nate, sondern an 32 Featureparts.

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