Autorencharts 2016: Yannick H.

 

3.
Bonez MC & RAF Camora – „Palmen aus Plastik“
(Album)

Und schon bin ich bei den Podestplätzen angelangt. Und, surprise surprise, auch in meiner Bestenliste darf „Palmen aus Plastik“ nicht fehlen. Vieles wurde schon gesagt und geschrieben über die Zusammenarbeit von Bonez und RAF, und viel ist eigentlich auch nicht mehr zu sagen. Stimmiger Sound, catchy Hooks, gute Featureauswahl – ein Album, das (vorerst) nicht tot zu hören ist. Jenseits der permanent erwähnten Tracks, also die Singleauskoppelungen mit dem kommerziell größten Erfolg („Palmen aus Plastik“, „Ohne mein Team“, „Mörder“), möchte ich gerne „Attackieren“ mit Hanybal hervorheben. Hier wird auf einem brachialen Beat gerappt, auf dem sich speziell Hany beweisen kann.

 

2.
Audio88 & Yassin – „Halleluja“
(Album)

Zynismus at its best. Für mich eines der Deutschrap-Duos mit dem meisten Charisma, die ihre Gesellschaftskritik auf „Halleluja“ in Form von Geboten und Predigten darbieten – und allein damit schon viel richtig machen. Produzenten wie Dexter, Farhot oder KevBeats haben den Berlinern einen abwechlungsreichen Soundteppich konstruiert, auf dem sich die sarkastische Grundnatur von Audio88 und Yassin frei austoben kann. „Weshalb ich Menschen nicht mag“, eine Solonummer von Audio, spricht mir wie kaum ein anderer Songs in diesem Jahr aus der Seele, während „Schellen“, bereits Ende 2015 samt Video veröffentlicht worden, genau den Ton der Zeit trifft. Also: Esset euern Döner draußen und lauschet dabei den Worten des „Möchtegern-Kanackens“ und der „Glatze mit der Zahl“!

 

1.
Megaloh – „Regenmacher“
(Album)

Megalohs „Regenmacher“ ist wirklich DAS Album 2016 für mich. Unabhängig von meiner Stimmungslage, läuft das 3. Solowerk des „Lieblingsrappers deiner Lieblingsrapper“ rauf und runter. Klar, nicht jeder Song ist gleich gut und bewegt sich an der Leistungsgrenze. Betrachtet man „Regenmacher“ aber als Gesamtwerk, und das tue ich, zieht sich von Anfang bis Ende ein roter Faden durch die 19 Lieder, der es mir so einfach macht, Megaloh 75 Minuten lang zuzuhören, ohne abzuschweifen. Denn der Moabiter hat eine Menge zu erzählen, da schon viel durchgemacht, hat seine Wurzeln nicht vergessen und bewegt sich mit teils afrikanischen Klängen auch in diesem Kosmos. Megaloh öffnet sich dem Hörer gegenüber, gewährt Einblicke in sein Seelenleben und hat mit Ghanaian Stallion einen der kreativsten Producer in diesem Land am Start. Auch Flow, Attitüde und die grundsätzlich aufgeschlossene Art Megalohs für Neues lassen mich dieses Album einfach bis in jedes kleinste Detail lieben. Show some respect!

The following two tabs change content below.
Yannick H. ist seit Oktober 2015 bei BACKSPIN. Wenn er nicht gerade in seinem knallgelben Ostfriesennerz durch die Stadt schlendert, hält er Ausschau nach dem Besten vom Besten in Sachen Hip-Hop.

Seiten: 1 2 3

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.