Autorencharts 2016: Yannick H.

 

6.
Hanybal feat. Nimo – „Vanilly Sky“
(Song)

Mieser Ohrwurm, der direkt ins Ohr geht und einfach nur einprägsam ist. „Vanilla Sky“ ist Hanybals zweitem Album „Haramstufe Rot“ entnommen, welches sich durch Höhen und Tiefen bewegt, mit diesem Song aber eines meiner Deutschrap-Highlights in 2016 im Gepäck hatte. Hany und Celo & Abdi-Zögling Nimo wissen perfekt miteinander zu harmonieren und haben mich auch mit ihrem dazugehörigem Video, gespickt mit allerlei Animationen, gut entertaint. Sollte man beide, wenn auch mit Sicherheit keine Geheimtipps mehr, für 2017 auf den Zettel haben.

 

5.
Abschiedstournee von Blumentopf
(Konzert)

Als ich mich am 6. Oktober auf dem Weg zu meinem ersten und zugleich letzten Blumentopf-Konzert machte, waren die Gefühle gemischt. Vorfreude auf der einen, Wehmut auf der anderen Seite. Austragungsort sollte die Hamburger Sporthalle sein. 7000 Zuschauer, nein, Fans. Ausverkauft. Unfassbar, wie Cajus, Holunder, Schu, Roger und Sepalot die Menge über nahezu drei Stunden im Griff hatten. Unfassbar auch, über was zu ein breites Spektrum an Songs die fünf Jungs von Blumentopf verfügen. Dies wurde mir an diesem Abend zum wiederholten Male bewusst. „Manajah“, „Safari“, „Manfred Munstermann“, „6 Meter 90“, um nur mal ein Teil der älteren Tracks, für mich allesamt Klassiker, zu nennen. Es gab Momente, in denen kollektiv in die Hocke gegangen und dann gesprungen wurde. Momente, in denen innegehalten wurde, der Kopf am Nicken und die Hände am Wippen waren. Und diesen Moment, in dem der Topf in Kombination mit einer Blaskapelle „Fenster zum Berg“ performte. Ich könnte ewig so weitermachen, aber am ehesten bekommt man einen Eindruck, wenn man sich eine Show der Münchener anguckt. Was ja nun leider nicht mehr live funktioniert, ist dank Puls und Youtube aber zumindest auf Video festgehalten. 70 Minuten des allerletzten Konzerts von Blumentopf, performt am 22. Oktober im Münchener „Zenith“. 24 Jahre Erfolgsgeschichte komprimiert auf einen Abend. Gebt euch!

 

4.
Prezident – „Limbus“
(Album)

Kein einfaches Album. Nix, um es nebenbei oder auf einer Party zu hören. Aber das ist auch nicht die Intention in Prezidents Musik. „Limbus“ wartet mit einer düsteren Grundstimmung auf, inmitten der sich der Wuppertaler MC befindet, um Kritik an unserer westlichen Gesellschaft zu üben. Dieses vollzieht Viktor Bertemann in unverwechselbarer Art und Weise und hat mich damit direkt in seinen Bann gezogen. Die Platte sollte als Ganzes gehört werden, um sie sich greifbarer zu machen. Ein intelligentes, stringentes, musikalisches Machwerk, bei dem weniger die Ansagen denn die Aussagen im Fokus stehen. Eine angenehme Abwechslung zu all dem bereits Dagewesenen.

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Yannick H. ist seit Oktober 2015 bei BACKSPIN. Wenn er nicht gerade in seinem knallgelben Ostfriesennerz durch die Stadt schlendert, hält er Ausschau nach dem Besten vom Besten in Sachen Hip-Hop.

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