Autorencharts 2016: Edoardo

Es ist kaum zu glauben, aber das Jahr 2016 ist schon vorbei. Es ist also an der Zeit, einen Blick zurückzuwerfen und aus der BACKSPIN-Sicht Revue passieren zu lassen. Da jedes Mitglied der BACKSPIN-Gang das Jahr für sich selbst erlebt hat, wird es neben einem gesamten Jahresrückblick auch von jedem Autor eine persönliche-Top 10 geben. Grenzen bei der Auswahl gabt es keine, sowohl Songs, Videos und Alben, als auch Konzerte, Events, Interviews und andere Hip-Hop-Momente konnten ausgewählt werden. Wenn es dann endgültig auf den Jahresabschluss zugeht, schließen wir 2016 mit unseren 50 besten Alben ab. Viel Spaß euch beim Lesen!

Verglichen mit der Vorigen, empfand ich die Spielzeit Null-Sechzehn musikalisch als deutlich orientierungsloser. Selbstverständlich klont sich ein „Yo, Picasso“ nicht alle 365 Tage, doch dieses Jahr war austauschbarer als diese einigen Wenigen, diese Richtungsweisenden. Vor allem die Haupt-Akteure bewiesen dem Rekord-verdächtigen Einfluss der Szene nicht gewachsen zu sein. Comebacks wurden vergeigt und Hypes zu Sell-Outs. Womöglich ist der HipHop in den vergangenen Jahren schneller gewachsen als seine Künstler und womöglich ist die Stimme tiefer, als der Pubertierende alt. Zum Glück entgehe ich nach wie vor all den Album-Promos, Massenveranstaltungen und Tagelöhnern der Klatschpresse – mir geht es immer noch nur um meine Liebe zur Kunst und zum Rap. Und Guten gab es natürlich auch dieses Jahr – dementsprechend handelt die folgende Liste auch ausschließlich davon.

10.
Maeckes – „Urlaubsfotograf“
(Song)

„Papa war kein rollender Stein, Papa war ein Stein, den man von Autobahnbrücken auf fremde Frontscheiben schmeißt. Dann wenn die Polizei, nicht mehr weiterweiß, steigt man heimlich herab und sammelt ihn wieder ein.“

 

09.
Eko Fresh & Why SL Know Plug – „Puff Daddy“
(Song)

Ehrlich gesagt habe ich den Track immer bis 1:27 geskipped, um den herausragenden Why SL Know Plug zu hören. Er hat den Beat gefühlt und verstanden. Ein harmonierendes Konstrukt, statt stumpf aneinandergereihter „Flow-Combos“, um mal einen halb garen, aber gängigen Begriff zu verwenden.

 

08.
Limes – „Freshly Squeezed“
(Beat-Tape)

Nix Besonderes. War halt der meistgepumpte Soundtrack, während ich über meinen Arbeiten saß.

 

 

07.
Gzuz & Bonez – „Intro“
(Song)

Zugegeben – mit „Palmen aus Plastik“ kann ich nahezu gar nichts anfangen. Aber mal abgesehen von meiner persönlichen Einschätzung, erkenne ich im Rap & Dancehall-Konzept nur einen recht kurzatmigen Sommer-Trend. Schade, dass das fast zeitgleich erschienene „High und Hungrig 2“ dadurch in Vergessenheit zu geraten droht, denn: Entgegen allem Beteuern, gehen die schwindelerregenden Höhen des Ruhmes auch an der Strassenbande nicht spurlos vorbei, aber auf dem „Intro“ rappen sie wirklich high und hungrig. Und angeblich soll es ja 2017 auch wieder in diese Richtung gehen. Ich bleibe gespannt.

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Seit 2014 Album-Kritiker an Bord der BACKSPIN, angeheuert als Reinkarnation Marcel Reich-Ranickis: „Ich kann nicht anders, ich muss einfach nörgeln“.

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Hanfosan

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