Exklusives Kapitel aus „The Autobiography of Gucci Mane“

VI

LAFLARE

»Was immer ihr dran verdient, gehört euch.«

Schließlich beschloss ich, mein erstes eigenes Album zusammenzustellen. Ich kaufte weitere Beats von Zay und einem anderen Produzenten, den ich inzwischen kennengelernt hatte: Albert Allen. Al hatte in den 90er-Jahren bei der R&B-Gruppe Silk die Keyboards bedient und eine ganze Menge mehr Ahnung über das Musikbusiness als Zay und ich zusammen. Er half mir, meine erste Sammlung von Songs zusammenzustellen, aus der schließlich mein erstes Underground-Release wurde. Aber wenn ich Rapper werden wollte, brauchte ich erst mal einen Namen.

Seit ich denken kann, war ich für alle entweder Lil’ Gucci oder eben Guccis Sohn. Es schien also nur logisch, den Spitznamen meines Vaters zu übernehmen. Was mein Release anbelangte, das nannte ich Str8 Drop Records Presents: Gucci Mane LaFlare.

Str8 Drop war eine Crew, die ich mit meinem Partner Whoa aufgezogen hatte. Es handelte sich weniger um ein Label als um eine Gruppe von Niggan aus der Hood, die zusammen rappten. Auch OJ gehörte dazu.

Al schloss mich mit einem Laden in der Stadt kurz, der mir tausend CDs für Gucci Mane LaFlare machte nebst Postern und Postkarten. Damit ging ich in East Atlanta auf die Straße. Und das volles Brett. Ich war ja ohnehin ein Eins-a-Verkäufer, und so band ich meine Mucke in meinen Hustle mit ein und machte den Niggan dort ein Paket: ein Dime-Bag Weed plus eine CD. Außerdem überließ ich meinen Homies ein Kontingent, die von jeder CD, die sie losschlugen, zwei Dollar behalten durften. Es dauerte nicht lange, und der Tausenderpack der ersten Pressung war so gut wie weg.

Damit stand ich an einer Art Scheideweg. Sollte ich mit Gucci Mane LaFlare weitermachen und noch mal versuchen, tausend Stück zu verkaufen, oder sollte ich mich nach was anderem umsehen? So war denn meine nächste Entscheidung nicht nur eine von zentraler Bedeutung, sondern eine der cleversten meiner frühen Karriere als Rapper.

Ich ging mit meinen letzten CDs, Postern und Postkarten zu den Bootleggern am Bahnhof Oakland City an Atlantas Westside. Ich sei ein Künstler von der Eastside auf dem Weg nach oben, erklärte ich denen, es gehe mir um Werbung für mein Album außerhalb meiner eigenen Hood.

»Ich möchte, dass ihr die CD hier auf Teufel komm raus verkauft«, sagte ich ihnen. »Was immer ihr dran verdient, gehört euch.«

»Bist du sicher?«, fragten sie.

»Und ob!«, versicherte ich ihnen. Um es mir noch leichter zu machen, machten sie mir ein paar Tausend Kopien von Gucci Mane LaFlare nebst Postern für lau. Die verkloppte ich für zwei, drei Dollar pro Stück, die ich als Profit verbuchen konnte. Wichtiger noch war freilich, dass meine Mucke in ganz Georgia zu hören war.

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