Exklusives Kapitel aus „The Autobiography of Gucci Mane“

VI

LAFLARE

Die Texaco

Als ich ein paar Monate später vor dem Richter stand, ließ ich mich im Rahmen von Georgias Ersttäter-Paragrafen auf einen Kuhhandel ein. Falls ich mich für schuldig erklärte, so das Angebot, und danach meine Bewährungszeit überstand, würde diese erste Straftat aus meinem Register gestrichen. Falls man mich aber für denselben Scheiß noch mal hochnehmen sollte, wäre der Deal vom Tisch und der Richter könnte mich erneut verurteilen.

»Mr. Davis, ich verurteile Sie zu neunzig Tagen im Bezirksgefängnis«, sagte er. »Aber damit wir uns richtig verstehen: Wenn ich Sie hier noch mal sehe, können daraus bis zu dreißig Jahre werden.«

Ich verstand ihn sehr gut, aber ich konnte unmöglich so einfach mit dem Dealen aufhören. Zur Zeit meiner Verhaftung hatte ich fast 40000 Dollar gespart, aber jetzt musste ich den Anwalt bezahlen. Außerdem hatte ich mir eine Wohnung genommen, nachdem Mom mich zu Hause rausgeworfen hatte. Ich brauchte Geld.

Da ich offiziell noch am Georgia Perimeter College eingeschrieben war, bekam mein Anwalt den Richter dazu, die neunzig Tage Bezirksgefängnis bis nach dem nächsten Schuljahr auszusetzen, das bald begann. Womit ich wieder raus war. Kurz darauf war ich wieder im Sun Valley und an der Texaco und kräftig am Dealen.

Das mag sich anhören, als wären mir die Worte des Richters zum einen Ohr rein und zum anderen rausgegangen. Aber das stimmt nicht. Ich hatte durchaus kapiert. Ich war wieder auf der Straße, ja, aber zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich ernsthaft darüber nach, was ich tun könnte, um rauszukommen aus all dem Scheiß. Womit meine Entscheidung, Musik zu machen, nicht zuletzt eine Folge meiner Verhaftung an der Texaco war.

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