Asap Rocky: „Long.Live.Asap“ (aus der BACKSPIN MAG #111)

Ein Freitagnachmittag. Die Entscheidung, welche LP wir als Album der Ausgabe besprechen, ist endlich gefallen. Ganz einfach war es nicht. Sich ausführlich zu „Blockplatin“ von Haftbefehl zu äußern, hätte uns auch gereizt. Nur hatten wir uns an dieser Stelle vor nicht all zu langer Zeit schon mit „Kanackis“ beschäftigt. Darum: A$AP Rocky. Die Runde der zu Wort kommenden be- steht aus den ex-Praktikanten Tim und Phil sowie aus Kyan, Niko und Dennis.

Was hat die Runde von dem Album erwartet?

Kyan: „Nach dem grandiosen Mixtape „Live. Love.A$AP“ war die Erwartungshaltung unermesslich.“

Dennis: „Ich hatte gar keine Erwartungen. Das Mixtape hat mich auch nicht so geflasht, obwohl es mir wärmstens an Herz gelegt wurde und ich es bestimmt zehn Mal gehört habe, weil ich dachte, dass es mir mit der Zeit vielleicht besser gefallen würde.“

Phil: „Das war bei mir ähnlich, deswegen habe ich mich auch gewundert, dass es so abgefeiert wurde. Es war ja auch das heiß erwarteste Album seit…“

Niko: „…Kendrick Lamar.“

Tim: „Ich hab das Mixtape nicht rauf und runter gehört, fand es aber schon gut. Und ich war mir sicher, dass er es nicht verkacken wird. Das kann ja schnell mal passieren. Aber für mich ist A$AP Rocky derbe interessant, weil er, wie auch die anderen Jungen, viele Stile hat und kombiniert. Bei ihm ist das dann die Mischung aus dem Harlem-Style, wie ihn Cam ́ron bekannt gemacht hat, dem Houston-Einfluss mit runter gepitchter Stimme bis hin zum Schulter- schluss mit der Pop-Welt.“

Niko: „Noch eines vorweg: Platz 31 in den deutschen Charts.“

Es geht los mit „Long. Live A$AP“.

Niko: „Einer meiner Lieblingstracks.“

Kyan: „Gleich schön richtig in die Fresse.“

Tim: „Aber smooth genug, um nicht gleich überfordert zu sein. Und in der Hook zeigt er, dass er mit diesem Coldplay-Sound auch das Album gestaltet und durchzieht.“

Phil: „Im Umkehrschluss heißt das aber, dass die Leute schnell überfordert wären, gäbe es nicht diese Hook. Mein Sound ist es nicht.“

Kyan: „Ich finde das Einsteigen mit „I thought I probably die in prison“ derbe geil.“

Niko: „Ich war nach dem Intro direkt gecatcht und dachte mir, die Scheiße muss ich mir in Ruhe anhören.“

Phil: „Aber mögt ihr diese tiefe, langsame Stimme?“

Dennis: „Eigentlich hätte mich das schon nach 10 Sekunden nerven müssen, aber in diesem Zusammenhang macht es den Track rund.“ Der zweite Track: „Goldie“.

Kyan: „Ober krasser Beat von Hit-Boy.“ Phil: „Schön im Auto aufdrehen.“

Tim: „Hier wird sehr deutlich, dass der Beat perfekt auf seine recht hohe Stimme passt. Super umgesetzt.“

Dennis: „Er klingt einfach lässig. Seine Stimme dominiert auch nicht den Beat, alles verschmilzt zu einer Einheit.“

Phil: „Aber auch hier wieder diese runtergepitchte Stimme.“

Dennis: „Mich hat das komischerweise wieder sofort gecatcht und ich wollte hören, was noch kommt.“

Es folgt „PMW (All I Really Need)“.

Dennis: „Derbe prollig.“

Phil: „Ich finde es richtig geil.“ (Lachen)

Dennis: „Weil es prollig ist?“

Phil: „Nee, ich finde den Beat hammer und mich hat das Album erst da richtig abgeholt. Rap-Technisch super gut.“

Tim: „Der gleiche Typ hat auch „Swimming Pools“ von Kendrick gemacht.“

Kyan: „Ganz groß, mit dem Tempo, wie er rappt und auch wenn es Double-Time-mäßig ist, ist es doch irgendwie entspannt. Und mit Schoolboy Q kommt das einfach richtig gut. Die beiden sind wie Redman und Method Man.“

Tim: „Das ist ja auch der nächste Künstler, der von Top Dawg gepusht wird und ein Major-Album rausbringen soll.“

Phil: „Ich finde nur diese Beamer, Benz and Bentley-Anleihe etwas langweilig. Die gab es irgendwie schon zu häufig.“

Kyan: „Aber Pussy, Money, Weed kommt doch besser rüber. Eine charmante Art, die wichtigen Dinge im Leben zu umschreiben.“ (Lachen)

Tim: „Die ersten drei Songs waren von der Stimmung her schon sehr ähnlich.“

Niko: „Für mich klingt das nicht nach New York, sondern irgendwie mehr nach Süden.“

Phil: „So ein bisschen Bone Thugs-N-Harmony-mäßig. Langsame Beats und helle Stimme, dass muss man auch mögen.“

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Orginaler Pottboi! Ich liebe das 45er Areal, doch hass‘ mich nicht. Ich komm‘ vorerst nicht zurück zu dir.

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