Album des Monats Juni: Tua – „Narziss“

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Seit dem März konnte in diesem Jahr jedes „Album des Monats“ den Sieger aus dem Vormonat an der Spitze des Soundcheck Jahresrankings ablösen. So geht es auch zu Jahreshälfte weiter, im Juni konnte die Wertungsmesslatte noch einmal höher gesetzt werden, wenn auch nur knapp. In unserem Soundcheck konnte Tuas „Narziss“ um 0,05 Punkte besser abschneiden, als Gzuz und Bonez MC im Mai. Dabei ist der Titel „Album des Monats“ in diesem Fall etwas fehl am Platz, tatsächlich handelt es sich bei der neusten Veröffentlichung Tuas schon wieder um eine EP – die dritte in Folge – und neu ist das Projekt eigentlich auch nicht, zumindest nicht so ganz.

TUA-Kosmos

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Eigentlich ist „Narziss“ bereits knapp sieben Jahre alt, entstanden kurz nach dem bisherigen Masterpiece des Reutlinger, „Grau“. Stilistisch unterscheidet sich die neun Song starke EP allerdings hörbar von dem zeitlichen Vorgänger. War „Grau“ noch sehr düster und warf Blicke auf die Umgebung eines jungen, rebellischen Tuas, steht auf „Narziss“ der Künstler selbst im Mittelpunkt. Zu erahnen war diese Ausrichtung bereits bei dem Titel, immerhin verliebte sich Naziss laut der Sage in sein eigenes Spiegelbild, die Legende gab schließlich sogar des beinahe gleichnamigen psychischen Knacks seine Bezeichnung. Anlass, die EP nach rund sieben Jahren aus den Weiten von Tuas Musiklabor hervorzuholen, war die Kosmos-Box. In der wurden in diesem Jahr alle bisherigen Veröffentlichungen vom Orson gesammelt, ob das nun sein Album „Grau“, die EPs oder Download-Releases waren. Als neuster im Bunde kam dort also die „Narziss“ EP hinzu. Stilistisch nimmt Tua einen dort zwar inhaltlich mit zurück in die Zeit seines gefeierten zweiten Albums, stilistisch bekommt man allerdings bereits die deutlich vielseitigeren musikalischen Einflüsse die die heutige Musik von Tua charakterisieren zu hören. Auf „Narziss“ wird schon lange nicht mehr nur gerappt, auch die Produktionen der EP kommen deutlich organischer daher, als die Beats auf „Grau“.

Dennoch: „Der Wiedererkennungswert, den Tuas Arbeit durch all die Jahre mit sich zieht, ist einfach heftig.“ (Kevin). Inhaltlich präsentiert Tua auf der neuen EP „eine sehr gut erzählte Geschichten und bringt diese wahnsinnig kompakt auf den Punkt.“ (Freddy). Als nächstes steht jetzt ein Album auf dem Plan, für den ein guter Weg geebnet ist. Denn: ‚Narziss‘ ist alles andere als ein kleines Gimmik in der Box. Es ist neben dem noch jungen ‚Stevia‘ und seinem Masterpiece ‚Grau‘ tatsächlich das schlüssigste, pointierteste Werk, das Tua in seiner Solokarriere bisher vorgelegt hat (Yannick W.) und somit nicht nur das beste Relesae im Juni, sondern auch unser bisheriger Platz 1 der besten Releases des laufendes Jahres.

 

 

Anlässlich seiner „Kosmos Box“ sprachen wir außerdem mit über seine bisherige Karriere und wie verschiedene Lebenslagen Einfluss auf seine Musik genommen haben.

 

Weitere Infos:

Soundcheck 2.0: Die Meinung der Redaktion zu„Narziss“ von Tua

Tua – „Narziss Snippet“ (Video)

Tua – „Seitdem“ (Video)

Tua – „Edward Hopper“ (Video)

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