Album der Woche: Summer Cem – Nur Noch Nice

Beim Album der Woche bespricht jeweils ein Mitglied der BACKSPIN Gang das nach unserem Ermessen spannendste neue Rap-Album. Komplett subjektiv, Track by Track und bewertet auf einer Skala von 1-10. Dafür hört unser Autor Peter diese Woche neue Album von Summer Cem – „Nur Noch Nice“.

Meine Erwartungserhaltung:
Seit dem Release von „Sucuk und Champagner“ (2012) bin ich großer Fan von Summer Cem und auch sein letztes Album („Endstufe“) hat mich begeistert. Nun geht es mit „Nur Noch Nice“ weiter. Ob der Titel dem Album gerecht wird, höre ich mir jetzt mal an. Ich freue mich auf geballte Arroganz und moderne Produktionen.

1. Ghost

Alles beim Alten. Summer Cem geht es blendend und nebenbei verteilt er noch Ansagen an die Konkurrenz. Seine Zahlen haben sich verdreifacht und vor seiner Einfahrt steht ein Rolls Royce. Bis hierhin genau das, was ich von einem Summer Cem Album erwarte. Der Beat geht gut nach vorne. Starkes Intro!

2. Rollerblades

Auch hier gilt: Business as usual. Das wohl erfolgreichste Duo nach Raf und Bonez zeigt, was es kann. Wobei ich finde, dass die beiden gemeinsam schon bessere Lieder veröffentlichten.

Jetzt wird es spannend. Meine Müden Augen erkennen Haftbefehl als Feature.

3. Fatality

Bis der Bass einsetzt klingt das Instrumental fast schon zu nett. Doch dann steigt das Tempo des Beats. Es geht um die Straße. Summer und Haft treffen sich auf Augenhöhe. Haftbefehl flowt wie nur er es kann und darf. 

4. Donatella

Hat hier jemand Casanova“ gesagt? Farid Bang und Summer Cem widmen sich in gewohnter Manier der Frauenwelt. 

5. Summer Cem

Das Lied auf das wir seit Jahren warten. Summer Jam nimmt sich der Melodie von The Underdog Project an. Nach diesem Lied soll er sich übrigens auch benennt haben, so die Legende. Im Refrain über eine Panflöte singen und in der Strophe von Schusswaffen reden, kann keiner besser als die beiden. 

6. Sky is the Limit

Bei Summer läuft und das zelebriert er auf dem ganzen Album. Die Essenz des Langspielers auf den Punkt gebracht. Generell dreht es sich viel um Zahlen. Grundsätzlich dass was ich von einem Summer Album erwarte, aber mittlerweile schon fast zu viel des Guten.

7. Diamonds

Das Lied ist beinahe ein halbes Jahr alt. Ich habe es schon oft gehört *Singt „Diamonds“ in hoher Stimme* und ihr auch. Zeit die Produktionen hervorzuheben. Young Mesh, Miksu und Macloud machen den Großteil dieser aus. Ach was, der Capital Bra Part ist neu. 

8. Bayram

Elias schafft es mühelos neben seinem Entdecker nicht unterzugehen. BACKSPIN CLASS 2019 represent. 

9. Swish

Nachdem wir uns in den letzten Liedern thematisch auf der Stelle bewegt haben, spricht Summer jetzt über die Schattenseiten seines Erfolgs. Die Melancholie tut dem Album an dieser Stelle wirklich gut. 

10. Yallah Goodbye

So, dann war es jetzt auch genug mit deeperen Zeilen. Summer Cem nimmt sich das Instrumental von Madagascar beziehungsweise Reel 2 Real und sorgt zusammen mit Gringo für die Quotables des Albums. Meinen Humor trifft es und ich schmunzle öfter als ich es zugeben würde.

11. Farben

Deutschrap, deine Spotifykünstler. Passenderweise geht es hier um die Farben ihrer Geldscheine und ein Hauch von Niedergeschlagenheit kommt auf. Trotz passendem Part von Bausa, zählt dieser Song nicht zu meinen Favoriten. Das nehme ich zurück: Je öfter ich die Nummer höre, desto besser gefällt sie mir.

12. Prada Linea Rossa

Zugegeben gefällt mir die andere Single der beiden („Phantom“) deutlich besser. Allerdings wird auch hier klar, dass die beiden auf einer Wellenlänge sind.

13. Primetime

Wir haben elf Lieder voller Prahlerei und Arroganz hinter uns. Zeit runter zu kommen. „Primetime“ ist das reflektierte und so wohltuende Outro. Summer Cem erzählt von seiner Jugend auf Autobahnen, fehlender Zeit mit der Familie und den Umgang mit Krisen. 

Fazit:
Ein Album von Summer Cem wie ich es mir wünsche. Der Rheydter spielt seine Stärken gekonnt aus. Jedoch verliert sich das Album bei all der Souveränität stellenweise in der Eintönigkeit, daran ändern auch die hochkarätigen Features wenig. Allerdings sind die Lieder so angeordnet, dass zur richtigen Zeit ein Stimmungswechsel folgt. Vor allem das Intro und Outro bleiben mir im Kopf. 7/10

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Moin! Aachener, der irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und fest zu BACKSPIN gehört. Kopf ist kaputt, aber Beitrag is nice, wa.

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