AAA-Games mit Mikrotransaktionen – Gegensatz oder Gaming-Zukunft?

Lootboxen: Angeblich ein Verbot in Deuts“ (CC BY 2.0) by marcoverch

Mikrotransaktionen im Game kennen wir alle durch die vielen mobilen Spiele wie „Candy Crush Saga“ und Co. Zwar sind die Spiele kostenlos, doch mit einem Griff ins Portemonnaie lassen sich verschiedene Vorteile innerhalb des Games kaufen. Während es sich hierbei um Free-to-Play-Spiele handelt, werden diese Mikrotransaktionen inzwischen vermehrt auch für AAA-Premium-Games eingesetzt, wie auch bei „Star Wars Battlefront 2“. Da wir als Spieler hier aber bereits einen Kaufpreis gezahlt haben, sorgt das für ganz schön Aufruhr. Sind AAA-Games und Mikrotransaktionen ein Wiederspruch oder eine Entwicklung der Premiumspiele, die nicht mehr aufzuhalten ist?

Was sind P2W-Mikrotransaktionen?

Bei Mikrotransaktionen handelt es sich um In-App-Käufe innerhalb eines Spiels, mit denen sich Vorteile verschafft werden können. P2W steht für „Pay to Win“ und bedeutet, dass man immer wieder bezahlen muss, wenn man es im Spiel nach oben schaffen möchte. Seit 2006 hat sich dieser Trend verbreitet, inzwischen hat sich der Spielemarkt mit dieser Entwicklung weitreichend verändert. 2017 lag der Umsatz durch Mikrotransaktionen in Deutschland bei 254 Millionen Euro, der Umsatz durch den Kauf von Spielen ist dabei mit lediglich 8 Millionen Euro deutlich geringer – in den Mikrotransaktionen steckt also die Kohle für die Unternehmen.

P2W in Premium-Games

Was zunächst Großteils nur in Free-to-Play-Spielen verwendet wurde, hat inzwischen auch in die Welt der Premium-Games Einzug gehalten. Mit dem Kauf von Lootboxen findet man jetzt auch in den AAA-Games Mikrotransaktionen. Und das, obwohl man meist 60 Dollar für das Game bezahlt hat. In „Star Wars Battlefront 2“ erhält man mit den Lootboxen zufällige Sternenkarten, mit denen sich Werte und Eigenschaften der Spielfigur ausbauen lassen. Was man in einer Lootbox erhält und wie gut die Verbesserung sein wird, basiert allerdings auf dem Zufall.

 

Nachteile von P2W in AAA-Games

Das Erscheinen des P2W-Konzepts in AAA-Premiumspielen sorgt für Unzufriedenheit, gehen damit doch verschiedene Nachteile einher. Wer es sich nicht leisten kann, sich mit Lootboxen Vorteile zu verschaffen, muss Hunderte von Stunden spielen, um eine Chance gegen die Spieler zu haben, die Lootboxen nutzen. Wer weder Geld noch Zeit hat, sich 20 Stunden die Woche vor den PC zu setzen, der fällt ab, denn das vollständige Spielerlebnis wird er niemals auskosten können. Selbst beim Kauf der Boxen ist der Gewinn nicht garantiert; man kann auch Pech haben, jede Menge Geld ausgeben und dennoch schlechte Boxen erwischen – ganz schön unfair. Ein besonders großes Problem in Sachen P2W-Mikrotransaktionen in AAA-Spielen ist die Tatsache, dass Spieler bereits den Premiumpreis für das Spiel gezahlt haben. Um eine Chance zu haben, fallen dennoch weitere Zahlungen an und die Ausgaben nehmen kein Ende. Die Meinung ist: Wer den Premiumpreis zahlt, sollte auch zum gesamten Spiel Zugang erhalten – leider aufgrund des P2W-Konzepts nicht immer der Fall.

Positives durch Mikrotransaktionen

Wie man weiß, hat jede Story zwei Seiten, natürlich gibt es auch hier Positives. Klar ist, durch das Nutzen von Mikrotransaktionen werden die Entwickler mit einem kontinuierlichen Strom an Einnahmen unterstützt. So wird es nicht nur für kleine Entwickler einfacher, Spiele auf den Markt zu bringen, sondern Spiele können auch immer mit neuen Inhalten ergänzt und aktualisiert werden. Im Endeffekt profitieren davon natürlich auch die Spieler.   

Selbst wenn die Spieler so einiges gegen Mikrotransaktionen in Premium-Games einzuwenden haben, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit vermuten, dass das P2W-Konzept gekommen ist, um zu bleiben. Klar ist: Im Endeffekt geht es um das Geld, und das erhalten die Spieleentwickler eindeutig am besten mit den In-Game-Mikrotransaktionen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Bezahlkonzept von Games entwickelt und ob sich die Mikrotransaktionen bald in sämtlichen Arten von Games wiederfinden lassen.

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