A Way Out – Die Rückkehr des Couch-Koop!?!

Ich weiß, dass es immer noch diverse Couch-Koop Spiele gibt, aber Mal ehrlich, bis auf Nintendo, die diese Fahne seit jeher hochhalten und ein paar übliche Verdächtige wie diverse Sportspiele etc. ist das Genre des lokalen Multispielers in den letzten Jahren doch eher etwas stiefmütterlich behandelt worden. Wenn es überhaupt Zwei- oder Mehrspieler Modi gibt, dann sind diese meistens ausschließlich online spielbar, was ich persönlich sehr schade und häufig auch als großen Spielspaßkiller empfinde, wenn ich an die vielen legendären Tage und Nächte mit 4 und mehr Leuten vor der Konsole denke. Ich meine wenn nicht Mal mehr (die meisten) Rennspiele mit einem lokalen Mehrspieler oder wenigstens Zweispieler daher kommen dann finde ich das schon traurig.  Doch genug gemeckert, denn mit „A Way Out“ kommt ein Spiel daher welches nicht nur einen lokalen Koop bietet, sondern das man alleine gar nicht zocken kann. Gut es ist auch online spielbar, aber wie schon gesagt nicht alleine und ich finde das es sich schon eher noch an gemeinsame  Couchspieler richtet als an Onlinekooperationen.

Inhalt

Die Grundstory ist schnell zusammengefasst. Ihr spielt Vincent Moretti und Leo Caruso, zwei Häftlinge die sich in einen Gefängnis in Nordkalifornien der 70er Jahre begegnen. Es ist nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick, aber als sie feststellen das sie einen gemeinsamen Feind Namens Harvey haben, den sie aus unterschiedlichen Gründen aus dem Weg Räumen wollen, beschließen sie gemeinsam auszubrechen um sich Harvey vorzuknöpfen. Also nicht unbedingt neu, eben bis auf das Spielprinzip bei dem man ausschließlich zu zweit im Splitscreenmodus agiert. Man unterstützt sich z.B. per Räuberleiter, der eine lenkt ab damit der andere etwas vorbereiten kann, ihr stemmt zusammen Türen auf usw.

Fazit

Großartig! A Way Out macht einfach unheimlich viel Spaß. Klar, die Grafik ist nicht auf dem Level von momentanen High End Produktionen, die Mimik manchmal etwas hölzern und alles in allem wäre es als Einzelspieler nicht die Neuerfindung des Rades und wahrscheinlich eher Durchschnitt, aber es ist nunmal kein Einzelspieler. Der gemeinsame Ausbruch macht einfach Laune, die Charaktere sind interessant und in ruhigeren Abschnitten lernt man sie auch besser und kennen, mögen und versteht ihren Antrieb. Man ist voll in der Story und möchte die Flucht unbedingt in einem Rutsch durchziehen. Mit einer Spielzeit von 7-8 Stunden auch nicht unmöglich, ich und mein Kumpel haben es jedenfalls gemacht und nicht einmal daran gedacht es abzubrechen. Man kommt auch immer wieder in Situationen an denen man zwischen zwei Möglichkeiten der Situationsbewältigung wählen muss, die eher impulsivere von Leo oder die durchdachtere von Vincent. Das hat zwar nur Einfluss auf die bestimmte Situation und nicht auf die Story, aber es ist ein tolles Feature und man muss sich einigen sonst geht es nicht weiter. Das kann zu interessante und lustigen Entscheidungsprozessen zwischen den Spielern führen bzw. macht es auch ein zweites Durchspielen schmackhaft, um auch Mal die andere Art der Bewältigung zu testen. Auch ein sehr unterhaltsamer Einfall sind die vielen kleine versteckten Spiele und andere Beschäftigungsmöglichkeiten die überall zu finden sind. Sie haben zwar keinen Einfluss auf die Story und passen manchmal auch nicht so richtig logisch in den Storyfluß (Hey, deine Frau ist schwanger und wir müssen schnell zu ihr, aber vorher noch eine gepflegte Runde Vier Gewinnt würde ich sagen) aber sie machen viel Spaß und sorgen für tolle Wettbewerbsmomente zwischen den eigentlichen Partnern. Das Armdrücken z.B. hat bei uns und auch bei einigen Bekannten schon zu arm- und fingerverkrampfenden Kämpfen geführt die sich ordentlich hingezogen haben. Ihr spielt zwar immer im Splitscreenmodus, aber bei einigen Momenten konzentriert sich die Kamera auf den wichtigeren Moment bzw. wechselt zwischen den zwei Protagonisten hin und her. Ich kann „A WAY Out“ uneingeschränkt empfehlen weil es ein tolles Spiel ist und für unterhaltsame Momente sorgt. Es ist hat zwar „nur“ eine Spielzeit von 7-8 Stunden (ich finde nicht das länger auch unbedingt immer besser bedeutet) aber es kostet auch nur 30€. Es motiviert außerdem sehr dazu es mindestens zwei Mal zu spielen, das es mehrere Enden gibt und man die schon erwähnten Entscheidungen auch Mal anders treffen will. „A WAY Out“ ist einfach ein sehr gelungen Koop-Spiel das Lust auf mehr macht. Also bitte liebe Entwickler räumt dem Couch-Koop wieder den Stellenwert ein den er verdient.

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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