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50 Fragen an 50 Cent (aus BACKSPIN MAG #112)

Berlin im April 2013. 50 Cent hat so ungefähr alles in seinem Leben erreicht, was man als Junge von der Straße erreichen kann. Bekanntlich ist er Multimillionär – und das mehr durch Aktivitäten auf Nebenschauplätzen wie zum Beispiel Softdrinks als mit der Musik selbst. Nun braucht er wohl neue Herausforderungen. Die hat Curtis Jackson in der Schauspielerei gefunden. Die Kritiken dazu freilich schwanken mehr als die zu seinen musikalischen Leistungen. Doch das hält ihn nicht davon ab, sich selbst als Produzent zu versuchen. „Things Fall Apart“ heißt das Werk. Es ist auch der Grund für den Pressetag in Berlin. Und der Anlass, dass wir ein Interview mit dem Mann bekommen, der sonst eher „Wetten, dass…???“ seine kostbare Zeit spendet. 15 Minuten sind zuerst angesetzt, mit zusätzlicher Zeit für Fotos. Aber selbstverständlich bleibt es nicht dabei. Als wir schließlich vor der Tür des Interviewraums ankommen, sind es noch sechs Minuten. Recht wenig Zeit, um 50 Fragen zu stellen. Der Raum ist perfekt ausgeleuchtet. Aufgebaut wie man es aus den vorproduzierten Interviews fürs TV kennt, die dann in den Kurznachrichten laufen. Sehr viele Leute, jeder hat seine Aufgabe. Ein kurzes Hallo. Ein Handshake. Und schon zeigt mir die nette Dame in der Ecke an, dass es wirklich nur sechs Minuten sind. Okay. Dann los. Kurze Erklärung, ein ungläubiger Blick von Fifty und die Hoffnung, dass er versteht worum es geht…

01: Bist du immer noch Rapper oder mehr ein Business Mann?

Mehr ein Rapper. Ich bin immer noch ein Künstler. Auch wenn ihr das in den letzten drei Jahren nicht mehr gesehen habt, weil nicht alles in den letzten drei Jahren veröffentlicht wurde. Aber so konnte man sehen, was hinter der Musik passiert.

02: Ist es einfach, Geld mit Rap Musik zu verdienen?

Ja.

03: Oder ist es einfacher Geld mit Schauspielerei zu verdienen?

Nein.

04: Ist es einfach Geld, mit dem Verkauf von Platten zu verdienen?

Man kann nichts verkaufen, wenn man nicht mit irgendetwas Erfolg hat.

05: Und was ist mit Drogengeschäften?

Das ist einfach. Es hat keinen Anspruch.

06: Was ist das Geheimnis deiner Fitness?

Ich probiere, bewusst zu Leben und auf mich zu achten.

07: Kannst du noch Sit-Ups upside down?

Vielleicht noch zwei Stück…

08: Wie viel Geld investierst du in Personal- Trainer?

Eine Menge in der Vergangenheit. Ich hatte einen Personal- Trainer, der mit mir gereist ist. Dann habe ich die Informationen und Erfahrungen für mich genutzt, um auf die „Formula 50“ zu kommen.

Okay, es läuft. Zeitlich könnte es sogar klappen. Er mag die Fragen zwar nicht, aber er antwortet professionell. Gut so. Die nette Dame zeigt an, noch fünf Minuten…

09: Wie verliert man so viel Gewicht in nur sechs Wochen?

Durch Flüssigkeit. Die ersten drei Tage durch Zitrone und Cayenne Pfeffer. Es ist unglaublich hart, damit zu funktionieren. Ich musste einen Weg für mich finden, mit dem es am bequemsten ist, damit umzugehen.

10: Was bedeutet Freundschaft für dich?

Freundschaft ist alles.

11: Und Familie?

Familie ist das engste, was man haben kann. Mehr als Freundschaft. Ich hatte Freunde, die du dir als Freunde aussuchst, weil sie mehr nutzen für dich haben, als andere. Mit denen bricht man schneller, weil du keine Chance hast, sie dir wirklich auszusuchen.

12: Wann wirst du deinen ersten Oscar bekommen?

Wenn du mir einen gibst.

13: Wofür?

Für etwas Seriöses, ein Drama

14: Was kann 50 besser als Don King?

Oh man… Don ist ziemlich groß. Er ist im Boxen auf jeden Fall ein überragender Promoter. Und vor allem jemand, den man wiedererkennt.

15: Das nächste Box-Event, vielleicht in Las Vegas oder eher Rumble in the Jungle?

Eher in Vegas.

16: Wer hätte den Kampf gewonnen, Fifty oder Floyd?

Ich weiß gar nicht, dass es ein Battle gegeben hätte?

17: Der schönste Platz in der Tyson Villa?

Der Eingang.

18: Wer ist der größte Boxer aller Zeiten?

Ali.

19: Bester Produzent?

Schwierige Frage, weil niemand sieht, was die Produzenten im Hintergrund tun. Allein wegen den verschiedenen Genres, in denen man sich bewegt.

20: Was ist Dr. Dre für dich?

Ein Artist und Künstler.

21: Wie war die erste Aufnahme in seinem Studio?

Es hat Spaß gemacht, viel Spaß.

22: Was ist an den SMS Audio Headphones besser als an den Beats by Dre?

Wenn du mich das fragst, dann würde ich sagen, die Halt- barkeit der Kopfhörer.

23: Eminem ist als Person für dich?

Er ist der Grund, warum mein Leben so läuft, wie es ist. 24: Tony Yayo?

Tony ist in einem Wort: Cool!

25: Was ist mit Lloyd Banks?

Lloyd Banks ist in meinem Herzen.

26: Die G-Unit-Wiedervereinigung kommt wann?

Wahrscheinlich nie.

27: Wann hast du das letzte Mal mit Game gesprochen?

Ich spreche nicht mit ihm. Ist Jahre her…

28: Hast du dir „Jesus Piece” angehört?

Nicht das ganze Album, nur ein paar Songs.

Gut, damit ist klar: die werden keine Freunde mehr. Die nette Dame in der Ecke wird auch nicht meine Freundin. Sie zeigt mir den Zeigefinger: Eine Minute noch. Ich würde gerne mit dem Mittelfinger antworten.

29: Hast du immer noch die Nummer von Young Buck?

Nein.

30: Weißt du, was Ja Rule macht?

Der ist im Gefängnis.

31: Drei Worte zu Jam Master Jay…?

Mentor, Produzent und Straße.

32: „Get rich or die trying“ war….?

Ein Classic, a Diamond.

33: Bist du immer noch ein P.I.M.P?

Ja, bin immer noch Single.

34: Wie sweet war der Candy Shop?

Ziemlich süß.

35: Das „Curtis“ Album war für dich…?

Es war ein sehr persönliches Album. Auf dem Album habe ich meine Nummer-1-Single „Ayo Technology“ mit drauf gehabt. Das gesamte Projekt hat mir enorm viel Druck gemacht.

36: Straightest Way to your Bank?

Ich glaube, die Frage ist falsch gestellt. Das war ein Statement.

37: „The Big 10“ ist ein Klassiker, weil?

Es ist ein Klassiker, weil es nach zehn Jahren mein erstes Mixtape war. Es ist sogar mehr ein Album.

38: „Street King Immortal“ wird…?

…das Album sein, das die Leute am meisten beeindrucken wird seit „Get Rich Or Die Tryin…“

Und Schluss. Fast haben wir es geschafft. Aber eben nur fast. Für die letzten 12 Fragen reicht die Zeit nicht mehr, da bleibt die nette Dame in der Ecke hart. Aber nun gut. Schließlich wollen wir ja auch noch Fotos haben. Fotograf David Daub ist vorbereitet und schafft es, in ebenfalls sechs Minuten das optimale herauszuholen. Inklusive einer kleinen Ansage von Fifty und einem Fotografen, der merkt, mit wem er hier arbeitet. Lehrstunde – aber mit zufriedenstellendem Ergebnis.

Curtis Jackson bleibt eine beeindruckende Persönlichkeit. Und ein Profi durch und durch. Als er den Raum verlässt, mit einem kurzen Lächeln und die Entourage hinterher rennt, bleiben wir zurück. Zufrieden mit dem Ergebnis. Denn aus ursprünglichen sechs plus sechs sind so doch gute 20 geworden. Aber eben nur 38 Fragen an 50 Cent und keine 50.

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