25 Jahre Mary J. Blige: „Queen of Hip-Hop-Soul“

mary j. blige

Am 28. April veröffentlichte Mary J. Blige ihr dreizehntes Studioalbum „Strength of a Woman“. Auf dem Cover des Albums posiert sie auf einem gold-roten Thron und schaut lässig, aber fokussiert, in die Linse des Kameramannes. Es mag schon sein, dass das nicht die innovativste Cover-Idee der letzten Jahrzehnte ist. Doch bei Mary J. Blige müssen wir uns alle sicher sein – wenn eine Frau Anrecht auf dieses Cover und den dazugehörigen Thron hat – dann kann es nur die New Yorkerin sein. BACKSPIN blickt zurück auf eine Erfolggeschichte, wie sie nur die ganz ganz Großen vorweisen können.

Wir schreiben das Ende der 80er Jahre in New York. Die junge Erwachsene Mary Jane Blige nimmt in einem Karaokestudio eine Coverversion zu Anita Bakers Song „Caught Up in the Rapture“ auf, ohne sich dabei wirklich etwas auszumalen. Über Umwege gelangt der Song beim New Yorker Plattenlabel Uptown Records. Diese nehmen die junge Blige nach einem Vorsingen direkt unter Vertrag. Für die 1971 in der Bronx geborene Frau und Tochter eines Jazzmusikers geht ein Traum in Erfüllung.

Prompt beginnen die Arbeiten zum ersten Album. 1992 erscheint das Debütalbum „Whats the 411“. Für den Großteil der Produktionen zeigt sich ein gewisser Sean Combs verantwortlich, heute besser bekannt unter dem Namen P.Diddy. Somit waren schon zu Anfang ihrer musikalischen Karriere Bezüge zum Hip-Hop da. Sie sollte den Stil des Hip-Hop-Souls maßgeblich prägen, kann sich heute als die Königin dieser Musik bezeichnen. Das Debütalbum kann sich übrigens über ein ganzes Jahr in den amerikanischen Albumcharts halten, wird bis heute über drei Millionen Mal in den USA verkauft und holt somit Dreifach-Platin. 

Ihr zweites Album „My Life“, welches 1994 die Läden dieser Welt erblickt, ist wohl ein Meilenstein der Musikgeschichte. Es wird vom Time Magazine in die Liste der 100 besten Alben aller Zeiten gewählt, auch der Rolling Stone wählt das Album in die Topliste der 50 Essential Female Albums“, es landet auf dem siebzehnten Platz. Von diesem Moment an ist der Rest nur noch Geschichte. Die New Yorkerin arbeitet die nächsten zwei Jahrzehnte wie eine Bessesene an Musik und bringt dieses Jahr zum 25. Geburtstag ihrer Karriere die dreizehnte Soloplatte auf den Markt. Dabei muss sie es wirklich niemanden mehr beweisen. Denn wer kann schon von sich selbst behaupten: Ich habe mit den Ikonen der Musikgeschichte zusammengearbeitet. Ich habe mit Elton John, Stevie Wonder, Whitney Houston, Jay Z, Eric Clapton, Aretha Franklin und Bono von u2 zusammengearbeitet und mit diesen Musikern auf der Bühne gestanden.

Bis heute ist Blige die einzige Künsterlin, die Grammys in den Kategorien Pop, Gospel, Rap und R&B gewinnen kann. Alleine im letzten Jahrzehnt wird sie 27 Mal für Grammys nominiert, insgesamt gewinnt sie neun Stück.  2009 darf sie sogar beim Amtsantritt von Barack Obama vor der ganzen Welt vorsingen. Wenn sogar Weltpolitiker eine Künsterlin in solch einer Form würdigen, dann ist klar, dass wir bei Mary J. Blige von einer , wenn nicht sogar der einflussreichsten Musikerin der Neuzeit sprechen. 

Auf „Strength of a Woman“ erfindet sich die mittlerweile 46-jährige wieder einmal neu und lässt eine Stagnationen ihrer Musik gar nicht erst zu. Anders können sich Features mit Quavo (Migos), Kanye West und DJ Khaled nicht erklären. Und trotzdem klingt es am Ende des Tages wieder ein Mary J. Blige Album und nicht wie ein angepasstes Produkt, welches zum aktuellen Zeitgeist passt. Inhaltich verarbeitet Blige auf vierzehn Songs mehr oder weniger die letztjährige Trennung von ihrem Ex-Ehemann Martin „Kendu“ Isaacs. Ihre grandiose Stimme hat die „Queen of Hip-Hop-Soul“ nicht verloren – ein Glück. Hoffentlich bleibt uns die erfolgreichste weibliche R&B Künstlerin der vergangenen 25 Jahre noch lange erhalten.

Strength of a Woman“ könnt ihr hier kaufen.

 

The following two tabs change content below.
Leben, Life, Hayat & NUR DER HSV!

Neueste Artikel von Jakob (alle ansehen)

1 Comment

  1. KaraokeFan

    14. Juni 2017 at 13:13

    Starke Frau, danke für den Beitrag!

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.