Club 25: Das Gang Starr Album „Daily Operation“ feiert Jubiläum

 

Vor einem Vierteljahrhundert erschien das dritte Album von Gang Starr und hinterließ nicht nur für damalige Szenekundige einen bleibenden Eindruck. Denn eins vorab: Dies ist kein Zeitzeugenbericht.

Wie viele andere meiner Generation machte ich meine erste Bekanntschaft mit Gang Starr erst zu „Moment of Truth“-Zeiten. Ältere Videos waren jedoch durchs Musikfernsehen bekannt. Ein Großteil von Gang Starr Songs befand sich auch auf der „Full Clip“-Compilation anlässlich des zehnjährigen Bandkatalogs, so auch aus „Daily Operation“. Genau wie man das mit Alben von den Beatles machen sollte, wurden auch die Alben von Gang Starr nachgeholt, inklusive „Nice Price“-Sticker.

 

Was an den ersten Gang Starr-Platten und insbesondere dieser auffällt, ist zunächst einmal die Evolution von DJ Premiers Drums vom klassischen Loopsamplen hin zu Vorläufern des später oft als Premo Groove bezeichneten Swing im Drum Programming. Insgesamt ist der Sound generell roher, teilweise mit geräuschvoller Klangkulisse. DJ Premier hörte damals auch Punk Rock und ließ dies bereits auf „Step in the Arena“ in die Musik einfließen, nichtsdestrotrotz finden sich auf „Daily Operation“ auch Soundquellen aus Soul, Funk und Jazz. Beachtlich dass Premo in diesem Jahr schon seinen Style wesentlich weiterentwickelt hatte, denn schließlich entstand 1992 bereits „Illmatic“ von Nas.

Das Album enthält auch einige Interludes, deren Samples gehöriges Potential für Songs gehabt hätten (z.B. „24-7/365“). Andererseits hat man Beats mit Halbtaktmelodien wie „B.Y.S.“, die so cool sie auch klingen, nicht über 2 Minuten gehen dürften. Die bekanntesten Songs aus „Daily Operation“ sind mit Sicherheit das Fresse polierende „Take it Personal“, „The Soliloquy of Chaos“ mit seinem wunderschönen Stringloop und „Ex Girl to Next Girl“, das man auch als Soundtrack für die MTV-Dating Show „Next“ hätte verwenden können. Ein weiteres echtes Highlight stellte die Gang Starr Foundation Kollabo „I’m The Man“ mit Jeru The Damaja und Lil’ Dap dar. Drei Verses auf drei unterschiedlichen Beats, die doch ein Ganzes ergaben, das so gut funktionierte, dass das Konzept auf „Hard to Earn“ in der gleichen Besetzung fortgeführt wurde.

 

Verglichen mit den anderen Gang Starr-Releases ist „Daily Operation“ das Gemütlichste, das für die Couch, auf dem ein entspannter Guru (u.a. „No Shame in my Game“) seine Ansichten teilt und Stories erzählt. Ab und zu kommt er aber auch mit Premier im Whip mit dem „fly dope System inside“ vorbei, und zeigt einem welche Filme sie fahren wenn sie nicht gerade das Script flippen, 

cause Gang Starr’s known to be prone to be Masters of streetwise poetry and turntable wizardry“.

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