20 Jahre Stones Throw Records

Es ist nicht immer leicht wenn man einen abweichenden Musikgeschmack hat. Im schlimmsten Fall gilt man deshalb als Freak. Zum Glück hatte Peanut Butter Wolf vor zwanzig Jahren die Idee ein Label zu gründen. Ein Label aus dem längst eine Marke geworden ist und darüberhinaus auch ein Erkennungszeichen unter gleichgesinnten Musikliebhabern, die sich nun ein bisschen weniger wie Freaks fühlen dürfen.

In den frühen Neunzigern war er mit dem Rapper Charizma als Duo tätig, bis dieser erschossen wurde. Auf eine musikalische Pause folgte dann die Verwirklichung eines langen Traums von der eigenen Plattenfirma. So wurde auch posthum dem Schaffen von Charizma Tribut gezollt. Mit der Veröffentlichung des Rasco-Debüts „Time waits for no man“ gelang 1998 ein erstes großes Ausrufezeichen. Ein Jahr darauf folgte mit Lootpacks „Soundpieces: Da Antidot“ ein weiterer Undergroundklassiker. Im selben Jahr erschien auch PBW’s Debüt „My vinyl weighs a ton“, mit  Gastbeiträgen hungriger MC’s wie Planet Asia, einer gehörigen Portion Turntableism (u.a. DJ Babu, Cut Chemist, J-Rocc und Kid Koala ) sowie Public Enemy Anspielung im Titel. In den Nullerjahren etbalierte sich Stones Throw als Vorzeigelabel für Indie Rap. Maßgeblich daran beteilligt war Madlib mit seinen Kollaboprojekten mit Jay Dee und MF Doom. Aber auch in Sachen Instrumentalveröffentlichungen war Stones Throw ganz vorne dabei, ob Dilla’s „Donuts“oder die Beatkondukta-Reihe des eben erwähnten Madlib.

Neben Rapmusik war Stones Throw aber auch ein Hafen für Schiffe verschiedenster Genres, die regelmäßig Perlen brachten. Egal ob Schlafzimmersoul von Mayer Hawthorne, Funk/Rock von James Pants oder die Re-Issue des Elektro-Pioniers Bruce Haack. Mit Aloe Blacc’s „I need a dollar“ war sogar ein echter Welthit dabei.

Wenn wir eins aus dem diesjährigen Legendensterben gelernt haben, dann dass man sich rechtzeitig bedanken sollte, bevor es zu spät ist. Bitte erhebt euch.

Danke für diesen erstaunlichen Katalog unglaublicher Musik, man denke an Rapalben von Lootpack, Rasco, Quasimoto, Jaylib, Madvillaine, M.E.D., Oh No, „Pinata“, Dam Funk & Snoop Zilla und und und.

Danke für den Blick über den Tellerrand, man denke an Mayer Hawthorne inklusive Tuxedo-Rückkehr, Aloe Blacc, James Pants, Chrome Canyon, Mild High Club und und und.

Danke für das Spotlight auf den Produzenten, man denke an die Beat Kondukta-Reihe, Dilla’s Donuts, Karriem Riggins, Mndsgn und und und.

Danke für die kostenlosen Podcasts, die uns entführten in „Cult Music“, Hawthorne Radio, brasilianischen Bossa Nova, obskure B-Seiten und und und.

Danke an den Einfluss auf unsere deutschen Künstler, man denke an Dexter, Marsimoto, Huss&Hodn, Sichtexot, Beatkondukta Brandenburg und und und.

Danke für jede 7-12inch.

Danke Peanut Butter Wolf

Danke Stones Throw

The following two tabs change content below.
Schreibt in freier Mitarbeit für BACKSPIN.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.