1Live Reportage über Homophobie im Deutschrap

Gemeinsam mit dem Sexismus ist Homophobie wohl einer der schwerwiegendsten Vorwürfe, den politische Korrektheit Hip-Hop vorzuwerfen hat. Vor allem im Battle-Rap enthalten die meisten Begriffe, die das Thema Homosexualität auch nur streifen, eine negative Konnotation. Deutschsprachige Rapper, die sich diesbezüglich engagieren und in den Kampf für Toleranz begeben, wie beispielsweise Sokee, stellen die Minderheit dar und finden bis heute in der Hip-Hop-Szene wenig Gehör und Aufmerksamkeit. Ein Stereotyp vermeintlicher Männlichkeit dominiert die Szene und verleiht Homosexualität Attribute wie Schwäche. Der Radiosender 1Live beleuchtete nun das Thema und lässt dabei unter anderem Maxim und Nico von K.I.Z., Megaloh, Eko Fresh und Kontra K zu Wort kommen, um deren eigene Erfahrungen sowie Zukunftsaussichten zu geben und eine aktuelle Bestandsaufnahme zu dokumentieren. So erzählt Megaloh beispielsweise von einer Textpassage, die er heute bei Live-Auftritten abändert – von ’schwul‘ zu ‚Null‘. Das stellt einen lobenswerten Umgang mit homophobem Vokabular dar, das ohne Frage im Jahr 2016 im Deutschrap noch in einem viel zu exorbitanten Maß stattfindet. Das Antilopen Gang-Mitglied NMZS bewies schon vor Jahren, dass man dem Thema mit Feingefühl und Witz begegnen kann, so beispielsweise in seinem Track „Nie so wie ihr“ auf dem Album „Der Ekelhafte“:

„Alles, was ihr sagt, meint ihr ironisch
Sogar eure Mode, wie komisch, ihr Homos
Und ich rede nicht von schwul, nein, ich meine, ihr seid gleich
In der Art wie ihr meint, dass es cool wär‘ zu sein
Wie im Wort homolog oder Homogenität
Nicht wie homosexuell, wenn ihr Homos mich versteht“

Nachstehend kann man sich die gesamte Reportage ansehen.

Plan B – Homophobie im Deutschrap – einslive.de

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Jana

Hi! Ich seziere gerne Raptexte, lasse meine Augen mit Freude auf Farbflecken an tristen Wänden verweilen, dies, das.

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