Review: „11 – 11: Memories Retold“ (PS4)

Was ist „11 – 11: Memories Retold“ für ein Spiel? Ein Meisterwerk ist sicherlich schon sehr hoch gegriffen, doch auch die Bezeichnung hätte es in meinen Augen verdient. Das ist natürlich Geschmackssache, aber als was man es definitiv beschreiben kann (oder muss) ist ein Kunstwerk, denn dass ist es, selbst relativ objektiv betrachtet, auf jeden Fall, was die grafische Darstellung angeht. Ich bin weiß Gott kein Kunstexperte und besitze in dem Bereich, wenn überhaupt, nur gefährliches Halbwissen, aber Monet ist einer meiner Lieblingsmaler und der kam mir auch sofort in den Sinn als ich angefangen habe „11 – 11: Memories Retold“ zu spielen. Denn die Grafik ist wie ein wunderschönes Gemälde, mit der verwischten Darstellung die Monet auch gerne häufig benutzt (Espressionismus oder so;). Es gibt bestimmt auch noch andere Künstler die man als Beispiel heranziehen könnte, aber wie gesagt, dazu kenne ich mich nicht genug aus. Aber es ist ja auch egal, denn „11 – 11: Memories Retold“ steht für sich und ich habe in meinen, inzwischen über 25 jährigem Gamerleben, bisher nichts gezockt das ähnlich gewesen wäre.

Story

Bei „11 – 11: Memories Retold“ spielt man abwechselnd zwei Charaktere, den Canadier Harry und den deutschen Kurt, die sich beide aus unterschiedlichen Gründen dazu entscheiden im Jahre 1916 in den ersten Weltkrieg zu ziehen. Harry, der von Elijah Wood gesprochen wird, ist eigentlich Fotograf und entscheidet sich in die Schlacht zu ziehen weil das von ihm begehrte Mädchen total auf Uniform und Helden steht. Der andere Protagonist ist Kurt, der von Sebastian Koch gesprochen wird, den man z.B. aus Filmen wie „Das Leben der anderen“ kennt. Kurt arbeitet in einer Zeppelinfabrik und erfährt das dass Battalion seines Sohnes vermisst wird, woraufhin er beschließt sich für den Kriegsdienst zu melden um ihn suchen zu können. Man begleitet dann immer abwechselnd jede Station ihrer Wege in den Krieg.

Fazit

Wow, also ich wüsste nicht das ich schon mal etwas vergleichbares gespielt hätte. Na klar, rein vom Spielprinzip (Adventure) natürlich schon. Aber was die Präsentation und Stimmung des Ganzen angeht, fällt mir nichts ein. Man erhält einen Einblick in beide Seiten der Kriegsparteien und das ganze auf einer wunderbar menschlichen Ebene. Das ganze ohne übertriebenen Pathos oder mit klischeeüberladenen Charakteren, egal ob die Hauptdarsteller oder die anderen Figuren, denen man begegnet. Keine überstilisierten Actionsequenzen oder platten Schwarz- Weißmalereien. Auch das Harrys Aufgabe zum Großteil daraus besteht Fotos zu machen finde ich eine tolle Idee. Also wer Lust auf ein anderes, entschleunigtes, kunstvolles, berührendes Spielgefühl hat und noch etwas über den ersten Weltkrieg lernen will, ohne das ständig der erhobene Zeigefinger auftaucht, der sollte sich „11 – 11: Memories Retold“ unbedingt einmal anschauen. Was auf jeden Fall noch erwähnt werden sollte ist das „11 – 11: Memories Retold“ sich auf die Fahnen geschrieben hat zu zeigen dass und warum Krieg immer das falsche Mittel der Wahl ist und dass es dabei immer nur Verlierer gibt. Einmal tut es das durch die eindringliche und sehr nahe gehende Erzählung des Spiels und der beiden Schicksale und zusätzlich unterstützt das Spiel noch die Organisation War Child. Unter anderem auch dadurch dass es ein DLC geben wird, das auf den Erinnerungen echter Kriegskinder basiert. 100% der DLC-Erlöse werden dabei an War Child gespendet.

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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