Deutschrap scheint zurzeit ziemlich auf seiner Trap- und Autotunewelle zu schwimmen. Nicht wenige Hörer fühlen damit langsam aber sicher übersättigt. Gerade im deutschen Rap-Mainstream scheint es zurzeit kaum jemanden geben, der nicht auf diesen Zug aufspringt. Möchte man sich auch mal Musik anhören, die nicht von Trends lebt, so sollte man früher oder später auf Dissythekid stoßen. Bereits 2014 machte er mit seiner kostenosen „Pestizid“ EP auf sich aufmerksam und konnte prompt Props von Falk Schacht ergattern. Nun, knapp drei Jahre später erscheint mit „Fynn“ die zweite EP. BACKSPIN sprach mit Dyssethekid über die EP und was es eigentlich mit diesem „Fynn“ auf sich hat.

Wie kam der EP Titel „Fynn“ zustande und welche Bedeutung hat er?

Genius Deutschland hat es schon ganz gut auf den Punkt gebracht!  Der Name ist eine Hommage an meinen Produzenten und Alter-Ego „Fynn“.

Besitzt die EP eine Grundaussage und verfolgt einen roten Faden?

Ja. Eigentlich ist die EP der Soundtrack zu einem gleichnamigen Film, der ebenfalls am 16. Juni erscheint. Im Film geht es um Fynn und Dissy. Metaphorisch gesehen ist „Fynn“ die Auseinandersetzung mit meiner bösen Seite. 

Von welchen Themen handelt die EP?

Liebe, Sonne, Licht und Schattenseiten von mir und der Gesellschaft und Fynn.

Wie ist die Idee zum Cover entstanden und welche Bedeutung hat es?

Das Cover zeigt Fynn. Bei einer Freundin hing ein selbstgemaltes Bild an der Wand. Wir haben mit einer Taschenlampe einfach meinen Schatten darauf geworfen und ich habe es abfotografiert. Das war ganz spontan. 

Wer zeigt sich für das Cover verantwortlich?

Am Cover haben Jana Strippentow, Dirk Rohde und Johannes Fuchs gearbeitet.

Warum hast du dich wieder für ein digitales Release entschieden?

Das ist keine große Sache. Ich wollte einfach erstmal auf Verfügbarkeit gehen. Außerdem ist die EP erstmal ein Lebenszeichen von mir, bevor bald das Album erscheint. 

Wer war für die Produktion verantwortlich und warum?

Vorrangig Fynn, Friedhelm Mund und Kosmo aka. Tikay One von Donkong. Wir sind einfach eingespielt. Friedhelm hat musikalisch einiges beigesteuert, Skizzen ausgearbeitet, allen voran im Intro. Außerdem hat er analoge Instrumente eingespielt. Kosmo hat die Skizzen von „Medizin“ und „Ich hab dich gesehen im Supermarkt“ mitproduziert. Friedhelm hat die EP gemischt und Kosmo hat sie gemastert.  

Wo ist die EP entstanden? 

In Berlin, Weimar, Leipzig und Chemnitz.

Donkong ist das einzige Feature. Warum hast du dich für ihn entschieden?

Medizin ist einfach eine Produzentenkollabo von Fynn (also mir) und ihnen. Donkong ist das Duo von Kosmo und Cop Dickte, da es dem Stil von Donkong ähnlich ist, haben wir es dann einfach als Feature betitelt. 

Was hat dich für diese EP inspiriert, was Sound und Inhalt betrifft?

Meine Träume.

Wie lang saßt ihr an der EP?

Zwei Jahre. In dem Zeitraum sind aber auch einige Songs für mein noch erscheinendes Album entstanden.

Gibt es Meinungen, die dir während der Produktionen wichtig sind?

Die Meinung von Fynn, Sherin Kürten,  meiner Crew, Friedhelm, Kosmo, Maximilian König, L Nemo und meiner Mom.

Über welches Label wird die EP releast?

Heart Working Class.

Gab es Schwierigkeiten beim Produktionsprozess? Wenn ja, welche?

Ich hatte ein Jahr lang keine Möglichkeiten um zu produzieren. Zeittechnisch hatten wir alle zu viel zu tun. Ich war in verschiedene Videoproduktionen eingespannt, die sich im Endeffekt ergeben haben, nachdem ich die Videos zur „Pestizid“ EP gemacht habe.

Gibt es einen Song, an dem ihr besonders lange gewerkelt habt?

„Ich hab dich gesehen im Supermarkt“, „Medizin“und „Lynn“. Da gibt es mindestens zehn Versionen von. 

Hast du eine witzige Anekdote rund um den ganzen Produktionsprozess zu erzählen?

Bei „Mein Schatten liebt mich“ fragen mich alle, aus welchem Musical der Gesang am Anfang ist, dabei hat das mein Kumpel Max König eingesungen. Der hat eine hammer Stimme.  Die Leute fragen mich außerdem immer noch, wer dieser Fynn ist und haben nicht gecheckt, dass das ein Alter Ego von mir ist. 

Welcher ist dein Lieblingssong und was macht ihn so besonders?

„Ich hab dich gesehen im Supermarkt“ finde ich super, weil es eine große Bandbreite hat und einen düsteren Sound mit der poppigen Hook verbindet.

Die beste Line ist…?

„Ich wollte Mucke bringen, die auch deine Mom im Autoradio pumpt, aber der Sänger für die Hook ist gerade weggerannt vor uns“.

Inwieweit unterscheidet sich „Fynn“ von der „Pestizid“ EP?

Sie ist trippiger, sie enthält mehr Gesang, Die Songs sind länger.  

Hast du charttechnisch irgendwelche Erwartungen?

Ich hab keine Erwartungen.

Warum sollte man sich die EP zulegen?

Weil viel Liebe drin steckt und wirklich etwas anderes ist, als dieser ganze Hip-Hop-Trap Einheitsbrei. No Hate. 

Was steht als nächstes bei dir an?

Mein Album und eine Menge Videoprojekte.

Gehst du dieses Jahr vielleicht noch auf Tour?

Wahrscheinlich nicht. Vielleicht nach dem Album.

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