BACKSPIN Unterwegs: Casper in Hamburg

Alles ist erleuchtet“ war am Mittwochabend in der Hamburger Sporthalle nicht nur der Opener der Casper-Show, sondern auch das Motto des Abends. Der Bielefelder versorgte seine Fans nicht nur mit einer tadellosen Performance, sondern auch mit einer pompösen Lichtshow, die das Publikum regelmäßig ins Staunen versetzte. Aber der Reihe nach. Den Anfang machte Support-Act Fatoni und brachte die Zuhörerschaft in den richtigen „Modus“. Seite an Seite mit DJ V.Raeter spielte Fatoni eine kleine Auswahl seiner Diskografie und heizte die Menge immer wieder auf und erkundigte sich, ob zufällig auch der ein oder andere Casper-Fan anwesend sei. Zudem stellte er klar, dass selbst Cas nie wie „Mike“ sein könne. Zum Abschluss seines Auftritts bat er um Rücksichtnahme, und gestand: „Lassensiemichkünstlerichbindurch“ an der Gitarre. 

Nach kurzer Bierchen- und Pinkelpause, beziehungsweise dem Bühnenumbau, war es soweit: Casper eröffnete seine Soloshow mit „Alles ist erleuchtet“. Es dauerte nicht einmal bis zur ersten Hook, bis er die rund 7000 Gäste auf seiner Seite hatte. Kein Warmwerden, keine langsamen Annäherungen – sofort Vollgas. Ein paar Begrüßungsworte und donnerndem Applaus später, setzte der Bielefelder seine Show mit den Evergreens „Ascheregen“ und „Auf und davon“ fort, ehe ein Highlight des Abends folgte.  Überraschungsgast Ahzumjot betrat die Bühne und performte gemeinsam mit CasperLass sie gehen“ – einen der ganz großen Hits auf „Lang lebe der Tod“. Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, bot Casper dem Hamburger die ganz große Bühne und verschwand bei dessen Einsatz in der Hook quasi von der Bildfläche, um die Aufmerksamkeit voll und ganz auf die starke Performance von Ahzumjot zu lenken. Die Aufmerksamkeit ließ sich Benjamin Griffey aber nicht nehmen und setzte beim nächsten Song „Sirenen“ noch einen drauf. Auf einer extra erhöhten Bühne, wie man sie von Kanye West-Shows kennt, umringt von überdimensionalen Scheinwerfern, ließ er sein Publikum die ankommenden Sirenen hören. 

 

Currently on tour with @xocasperxo . Shows are pretty wild so far. Today: Stuttgart. Come visit #langlebedertodtour

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Statt im Anschluss ein bisschen Wind aus den Segeln zu nehmen, trieb Casper den Adrenalinpegel seiner Zuhörer weiter auf die Spitze. Mit „Morgellon“ und „Die letzte Gang der Stadt“ folgten zwei Songs, die so derbe in die Fresse gehen, dass sich selbst in den hintersten Reihen eigene, kleine Moshpits bildeten und die Menge zum ausrasten brachten. Wer da noch nicht genug hatte, wurde spätestens durch „Der Druck steigt“, „Blut sehen“ oder „Mittelfinger hoch“ endgültig gepackt. Für letzteren ging er sogar ins Publikum und performte mitten in der Halle den Song, der ihm vor vielen Jahren zum ersten Mal die große Bühne bot. Den letzten Part und um die 10.000 Mittelfinger widmete der Rapstar einer ganz bestimmten Partei (kleiner Tipp: Nazis). 

Publikumsinteraktionen waren sowieso keine Seltenheit. Beim Blick ins Publikum fiel Casper ein gut gebauter Fan auf und fragte interessiert nach, wie gut gebaut erst der Typ sein müsse, der ihn auf den Schultern trägt. Davon angezeckt, entblößte sich am anderen Ende der Halle ein weiterer Muskelberg und poste gemeinsam mit dem verblüfften Rapper: „andere Rapper erzählen immer von irgendwelchen Frauengeschichten bei ihren Shows. Bei mir gibts Bodybuilder!“. Fast schon nostalgisch erinnerte sich Casper an seinen ersten Auftritt in Hamburg zurück. 2010 spielte er laut eigener Aussage „vor 20 Leuten“ im Indra. Umso dankbarer sei er heute, die großen Hallen füllen zu können. 

Wer also einen Mix aus gewaltiger Bühnenshow, pompösen Lichteffekten, überragender Live-Performance, anti-rassistischer Grundhaltung und Bodybuildern haben will, sollte der „Lang lebe der Tod“-Tour definitiv einen Besuch abstatten. 

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