Status Quo K.I.Z. : „Was Ignoranz? Ich bringe einen Rohling raus.“

Foto: Stefan Brending

Vor knapp zweieinhalb Jahren veröffentlichten die Berliner K.I.Z. ihr bis dato erfolgreichstes Album. „Hurra, die Welt geht unter“ hielt sich 63 Wochen lang in den Charts und erreichte Platz Eins. Und dies war der Startschuss für ein unglaubliches zwei jähriges Livespektakel. Die eh schon sehr gut Live-erprobte Crew zog auf große Tour quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Alleine auf ihrer eigenen Tour spielten sie knapp 45 Shows, dazu kamen dann auch noch drei schier nie enden wollende Festivalsommer mit eigenen Open Air Konzerten. K.I.Z. definierten Imagerap auf eine angenehme Art und Weise völlig neu. Zwei Jahre lang ließen sie sich als die großen Führer feiern und zelebrierten dieses Image bis zur letzten Sekunde, bis es schließlich auf dem Splash!20 beerdigt wurde. Doch anstatt dies dann auch einfach auf sich beruhen zu lassen, trug ihre Miliz sie einmal quer in Särgen durch das Publikum, aus den Boxen dröhnte eine Ansage Maxims, dass die Fans nicht traurig sein sollten. Zu guter letzt bauten sie sich dann noch ein Denkmal auf dem Festivalgelände. Das paramilitärische Image ziehen sie jetzt schon seit Sexismus gegen Rechts 2009 durch und perfektionierten dies bis zur letzten Show.

Bei ihnen ist eben nichts normal, selbst wenn sie eine Promophase für ein Album beenden, muss es dabei knallen. Doch nach diesem fulminanten Ende wurde es wieder relativ Still um die vier Berliner. Das ist zwar nicht untypisch für sie, da drei bis vier Jahre zwischen ihren Releases bei K.I.Z. mittlerweile schon fest dazu gehört, allerdings hat sich seit dem letzten Release viel getan. 

Im Februar diesen Jahres erfanden sie sich neu. Unter einem neuen Pseudonym Die Schwarzwälder Kirschtorten veröffentlichen sie den Schlagerhit des Jahres. Auf „Glück gehabt“ besangen sie im feinen Anzug und aufgesetzten Lächeln, klassische Erste-Welt-Probleme, bei denen sie noch einmal glimpflich davon gekommen sind. Eines ihrer weiteren Seitenprojekte liefert auch noch hier und da einen kleinen musikalischen Schmankerl: das Verbale Style Kollektivkurz VSK, repräsentiert nach wie vor den guten alten Hip-Hop Geist. Maxim als Schreibmaschine MC, Tarek als MC Flobodda, MC Beleistift, Masta Mic, Florida Flusskrebs und DJ Ratzefummel

 

 

Hihi 😊 #royalbunker

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Zudem haben sie seit Juli nun komplett das Instagramgame übernommen. Tarek und Sil-Yan sind dort schon länger vertreten, aber seit diesem Jahr sind nun auch Nico und Maxim am Start. Ersterer hat seine Jugend wieder neu für sich entdeckt und beglückt seine Follower regelmäßig mit Fotos, auf denen er, dank einer App, sein Gesicht so umgewandelt hat, dass er wieder aussieht wie 15. Maxim postet jeden Tag das gleiche Bild und findet damit noch mehr Anklang. So sehr, dass die Band es erst selbst als Merchandise nur für Frauen rausbrachte und Casper auf seiner „Lange lebe der Tod“ Tour in Berlin ein Tourshirt extra so umgestaltete, dass vorne das Antlitz Maxims erstrahlte und hinten die ganz normale Casper-Tourshirt-Optik prangte. 

 

 

Ich glaube ihr seid noch lange nicht bereit für ein neues Photo

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Zudem kamen in der letzten Zeit noch zahlreiche Gastauftritte auf verschiedenen Alben diverser Künstler raus. Audio88 & Yassin, BRKN, Frauenarzt, Terrorgruppe, AnnenmaykantereitMaxwell oder Drunken Masters. Zudem masterte Dj Craft noch alte MC Bogy Tracks und brachte mit ihm zusammen ein „Best-Of Mixtape“ raus. Dadurch stellten sie ich nicht nur breiter auf, was das musikalische Angeht, sondern hielten sich  auch im Gespräch. Deutlich wird also: K.I.Z. waren in den letzten Monaten alles andere als faul.

 

Doch die Kannibalen in Zivil wären nicht sie selbst, wenn sie ihre Fans nicht komplett im Dunkeln tappen lassen würden, was als nächstes kommt. Doch nicht nur das, sie streuen auch regelmäßig falsche Hinweise oder Fakenews und befeuern regelmäßig selbst die Gerüchteküche. So hieß es Anfang 2009, dass ihr neues Album „Tomatensalat“ bald kommen würde. Im Internet tauchte eine imaginäre Tracklist mit bemerkenswerten Features auf. Natürlich erschien dieses Album nie. Ein weiteres Beispiel dafür ist der angebliche Leak von „Urlaub fürs Gehirn“. Die war dann nur um eine sehr trashige Version des Albums. Unter vielen K.I.Z.-Fans wird es aber als legendäres Album gehandelt.


Aber was kommt als nächstes? Ein Verbales Style Kollektiv – Tape? Eine Schlagerplatte der Schwarzwälder Kirschtorten? Das Kollaboalbum von Tarek und Tua alias Tuarek? Oder doch etwas mit dem keiner rechnet? Auf keinem ihrer Social-Media Kanäle geben sie einen Hinweis auf mögliche bevorstehende Projekte. Das letzte was diesbezüglich rauskam, war ein Bild auf Facebook, welches Tua postete auf dem neben ihm noch Casper und Tarek zu sehen sind. Wir dürfen also gespannt sein was da als nächstes kommen wird und müssen die Augen weiterhin offen halten. Denn eines steht außer Frage: Egal was da kommt, es wird groß.

Das Oettinger-Shirt sitzt.

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