Sparc’N’Flame – „Vom Funken Zur Flamme“-EP

Nach mehr als 20 Jahren ist es endlich soweit und DJ Sparc feiert mit der „Vom Funken Zur Flamme“-EP zusammen mit D-Flame sein bislang erstes eigenes Release. Druckvolle Sparc-Beats, gepaart mit einer der wohl markantesten Stimmen des deutschen Hip-Hops, wie Falk einst verlauten lies. Zusammen mit dem Produzenten Sleepwalker, haben sich die beiden vor einger Zeit ins Studio begeben und die Sache zum Laufen gebracht. Wir haben Sparc’N’Flame getroffen und die vergangenen Jahre inklusive der Entstehungszeit ihrer Debüt-Platte Revue passieren lassen. 

DJ Sparc war 15 Jahre lang die rechte Hand von Nico Suave. Als Studio-/ und Tour-DJ fand er zwar immer statt, aber nie mit seinem eigenen Namen. Das ändert sich mit der „Vom Funken Zur Flamme“-EP nach über 20 Jahren im Musikbusiness. Anfangs noch selbst am Rappen, kopierte er als Jugendlicher lange Zeit Texte aus den Staaten, um dann irgendwann auch selbst den Stift in die Hand zu nehmen und eigene Sachen zu schreiben. 


„Es ging aber auch einfach darum, loszuspitten und Spaß zu haben mit seinen Jungs.“

DJ Sparc

Während DJ Sparc nicht so richtig verstand, was die englischen Rapper ihm damals mitteilen wollten, wuchs D-Flame zweisprachig auf und hatte schon früh einen Durchblick. Wann genau er mit Musik angefangen hat, kann er nicht sagen. Früher wäre einfach alles Hip-Hop gewesen und fungierte als große Überschrift, lies er uns im Interview wissen. Jeder wollte alles machen: Breakdance, Rappen, Graffiti und Beatboxen. Angefangen zu schreiben hat D-Flame als er 14 war. Er stellte zwei Tracks fertig, von dem einer ein Disstrack und der andere ein Liebeslied war. Eine Herangehensweise, die seiner Meinung nach bei heutigen Straßenrappern unvorstellbar wäre.

„Bei einem türkischen Kollegen habe ich „Wildstyle“ gesehen, danach wollte ich einfach alle Hip-Hop-Elemente beherrschen.“

D-Flame

Lange Zeit hat man musikalisch nicht viel vom in Frankfurt geborenen Rapper gehört. Das lag unter anderem auch an der sich verändernden Szene und dem fehlenden Respekt gegenüber schon lange bestehenden Künstlern im Business. Nicht nur das Verhalten zwischen den Künstlern, auch das Öffentlichkeitsverhalten stört D-Flame. Es ginge nicht mehr um die Mucke, sondern viel mehr um das Business selbst und einem damit verbundenen Image. DJ-Sparc sieht das Problem vor allem beim Konsumenten und weniger beim Künstler selbst. Die Nachfrage generiere letzten Endes die Klicks, der Rapper produziere nur, worauf er Bock hätte.

„Du bist einfach kein geiler Rapper, nur weil du viele Klicks hast.“

D-Flame

Trotzdem verschließen sich beide nicht komplett vor neuer Musik. D-Flame ist großer Trap-Fan, betont aber, dass er diese Beats nie so sehr fühlen werde, wie alte Boom-Bap-Beats. Mindestens genauso groß ist der Bezug zu alten Soul-Platten, die auch im Entstehungsprozess der EP eine große Rolle spielten. DJ-Sparc betont dabei mehrfach die Wichtigkeit des Samplens alter Tracks. Wenn er viele Jahre alte Soul-Songs auseinandernimmt und sie auf neuen Platten verwertet, mache er ja schließlich alte Musik für neue Generationen zugänglicher.

 

 

Eine Herangehensweise, durch die auch die heute erschienene EP entstanden ist. Aus großer Liebe zur Musik und jahrelang gesammelter Kreativität. Die Idee, zusammen Musik zu machen, wäre schon seit über zehn Jahren eine Option gewesen, da waren sich beide einig. Wirklich „Klick“ gemacht hat es aber erst, als DJ-Sparc mit dem Beat zu „20xLA“ um die Ecke kam und D-Flame direkt wusste, dass daraus ein Song entstehen muss. Als er dann noch mehr Beats hörte, war schnell klar, man könne es nicht bei diesem einen Track belassen. Also wurde sich ins Studio eingeschlossen – Texte schreiben, Beats bauen, Abmischen. Zwischenzeitige Reibungen, Diskussionen und Uneinigkeiten, wurden ausgetragen und kreativitätsfördernd genutzt.

„Wenn du einen Song gemeinsam machst, ist es, als würdest du ein Bild zusammen malen. Man geht gemeinsam raus und malt zusammen. Wir haben beide eine Vision im Kopf und diese muss man einfach verbinden. Der Austausch war sehr wichtig, weil nur so kann eine gute Platte entstehen.“

D-Flame

Entstanden ist eine EP, hinter der alle beteiligten Künstler zu 100 Prozent stehen. Das Ziel der sieben Tracks war es dabei nie, millionenfach verkauft zu werden, sondern ganz einfach die eigentliche Entstehung einer komprimierten Zusammenarbeit zwischen zwei Dinosauriern der Szene, wie sich DJ Sparc und D-Flame selbst nennen.

„Der größte Erfolg wäre für mich, wenn meine Kinder die Platte in 20 Jahren in die Hände nehmen und sagen ‚Was ist mein Alter für ein geiler Typ‘.“

DJ Sparc

 

Am 19. Dezember könnt ihr Sparc’N’Flame live sehen. In einem der kultigsten Plattenläden Hamburgs, dem Groove City Recordstore, werden sie euch mit einem Mikrofon und zwei Plattenspielern zeigen, was ihre neue Platte so drauf hat. Zudem feiert die Platte heute Digital-Release.

Die Facebook-Veranstaltung findet ihr hier. 

Die Vinyl-EP könnt ihr hier kaufen.

 

 

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