Die Meinung der Redaktion zu „tru.“ von Cro

Was dürften die Augen bei den aufmerksamen Musikfans in diesem Juni groß geworden sein, als es von Cro hieß: „I’m back“. Denn mit der ersten Single „Baum“ zeigte sich der Panda so ganz anders, als man es von ihm in den fünf Jahren seiner „Ich habe das Game durchgespielt“-Karriere kannte. Reflektiert, progressiv und ohne den Ansatz eines radiotauglichen Arrangements kam die 7-minütige (!) erste Single „Baum“ daher und schloss dabei sogar mit dem scheinbaren Tod des Maskenträgers ab. Was damit – logischerweise – begann, waren Spekulationen um den Verbleib der Maske. Zeigt uns der Stuttgarter mit dem dritten Album doch noch sein Gesicht? Und was erwartet uns nach einem solchen Aufschlag auf ‚fake you.‘? Ist das ewige Kind der Pop-Landschaft in den drei Jahren seit „Melodie“ tatsächlich erwachsen geworden? Am Ende kam es dann wohl doch nicht so aufregend, wie es sich einige Fans erhofft hatten. Ja, die Maske gibt es noch, wenn auch mit optischem Update, und ja, auch Mega-Hits hat Cro nicht verlernt. Und trotzdem bleibt auf der dritten LP, die um Zuge der Promophase von „fake you.“ zu „tru.“ umbenannt wurde, wenig beim Alten. Auf sage und schreibe 20 Songs sucht man klassische Songstrukturen oft vergebens, findet Tracks von skizzenhaften 2-Minütern über 7-minütige Abfahrten a’la „Baum“ bis hin zum beinahe 15 Minuten andauernden „computiful“ im Herzstück des Albums. Und auch die Features fallen weder übermäßig namhaft oder naheliegend aus, mit dabei sind 0711s Soulstimme Patrice, Hamburgs Golden-Era-Hoffnung Ace Tee, Ivy Sole und der Fugees-Mastermind Wyclef Jean. Wir haben uns „tru.“ zur Brust genommen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Kekomat

    4. Oktober 2017 at 20:40

    Backspin ist mit Abstand die einzige Hiphop-Plattform welche fast ausschließlich immer nur Bewertungen im 5 – 7 Punkte bereich verteilt.
    Rezensionen mit einer Bewetung von 7+ sind eine Rarität…
    Nehmt mal den Stock aus dem Ar*** und passt euch an. Die Zeit von Boombap und Oldschool ist vorbei. Künstler konzentrieren sich nun viel mehr auf Vielfältigkeit und ein musikalisches Erlebnis statt auf Texte. Das ist nun mal so.
    Auch darauf rumzuhacken, dass dem Album „Tiefe“ fehlt ist so stupide. Die 187 labern von Ficken, Weed und Nutten und das ist dann ok, ist ja deren „Stil“.

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