Die beiden in Berlin wohnhaften Produzenten Mecstreem und Doe Diggla haben sich für ihr Projekt „Hydrofunk“ zusammengeschlossen, welches Anfang Februar erschien. Da es sich um eine Kollaboration handelt, wurden die ersten sechs Anspielstationen von Mecstreem und die sechs letzten von Doe Diggla produziert. In unserem Producers Spotlight erzählen uns die beiden wie sie sich kennen gelernt haben, wer für die visuelle Umsetztung ihrer Instrumentals verantworlich ist und was in der Zukunft bei ihnen ansteht.

Name: Mecs / Dominik „Doe Diggla“ Duschek

Alter25 / 32

Wohnort: Berlin / Berlin 

Produziert seit: 2012 /  2000

Favorite HipHopProducers: – / RZAExile,9th WonderCarmackJon Wayne…etc.

Favorite Non HipHop Production: GALA „Freed from desire“ / FlyinLotus, Cuthead, SBTRKT

Aktuelle Produktionen: Für Human träffick / „Hydrofunk“

Producers Spotlight mit Mecstreem und Doe Diggla

Zu Anfang: Wie seid ihr auf die Idee gekommen ein gemeinsames Projekt zu releasen?

Mecstreem: Da hat sich einfach ergeben. Wie ein One Night Stand.

Doe Diggla: Das müsste im Sommer´13 gewesen sein. Dalai Limba (ein befreundeter Fotograf/Filmer) war damals bei mir in Ulm zu Besuch und meinte, das ich unbedingt Max kennenlernen müsste, da unsere Beats gut zusammenpassen würden. Wir haben dann kurz miteinander telefoniert und uns dann ein paar Monate später bei ner East/West-Session, wo ich damals für Klaus Layer eingesprungen bin, persönlich kennengelernt und uns auf Anhieb, sehr gut verstanden. Die Idee zu „Hydrofunk“ kam, nachdem wir uns ein paar Beats hin & hergeschickt haben.  

Widerspricht es sich nicht, wenn ihr eure Musik durch eine Gegenüberstellung ergänzen soll?

Mecstreem: Nein.

Doe Diggla: Ich finde, in der Kunst gibt es keine Widersprüche. Es ergänzt sich in dem Sinne, das Geschmäcker verschieden sind & sich so vielleicht mehr Leute auf die Platte einigen können. Außerdem hat jeder das Thema „Hydrofunk“ auf seine eigene Art interpretiert. Die Verbindende Brücke, hat Thomas mit seinen Visuals, gebaut.

Wann und wie seid ihr zum Produzieren gekommen? Entdecktet ihr Parallelen in eurem Werdegang?

Mecstreem: Ich habe eine Zeit lang wirklich viel geklaut und war deswegen auch in therapeutischer Behandlung. Einmal war mir auch Studio Equipment in die Finger gekommen und anstatt es zu verkaufen fing ich damit an es zu benutzen.

Doe Diggla: Dafür kenn ich den Werdegang von Max zuwenig, um Parallelen zu ziehen. Angefangen hat bei mir alles mit Music2000 auf der Playstation 1.  Nachdem ich im jungen Alter von 19 Jahren, in innerhalb von vier Monaten, drei Autos zu Schrott gefahren hab, eines davon ohne Führerschein,  war ich gezwungen, mir ein neues Hobby zu suchen, das erstmal kein Geld kostet. Einen Computer hatte ich damals schon und FL-Studio 3 gab es von meinem Nachbarn gratis. 

Ihr produziert beide bereits seit vielen Jahren. Glaubt ihr, dass eure Beats anders klingen würden, wenn ihr mit dem aktuellem Equipment angefangen hättet zu produzieren?

Mecstreem: Ja.

Doe Diggla: Natürlich. Aber das ist mir zuviel, „Was wäre Wenn“. Je mehr verschiedene Produktionsabläufe/verschiedene DAWs man kennt und versteht, umso mehr lässt es auch später zu, deine Ideen ohne Kompromisse umzusetzen zu können. Aber selbst aus Fehlern, entstehen gute Ideen. Wer rastet, der rostet. Das wichtigste „Equipment“ ist aber immer noch die Kreativität. Da ich damals mit Rappen und Platten scratchen angefangen hab, hat das sicherlich auch großen Einfluss auf meine Beats und Arrangements gehabt.

Wie entstand die Idee zu den Musikvideos zu „Hydrofunk“?

Doe Diggla: Thomas ist ein sehr guter Freund und talentierter Grafiker aus meiner Heimatstadt, mit dem ich schon längere Zeit vor hatte, ein Kunst-Projekt, mit seinen Grafischen wie auch Visuellen – Fähigkeiten zusammen mit meinen Musikalischen Werken, zu verbinden. Wir haben auch schon davor bei Partys/Veranstaltungen/Kunstinstallationen zusammen gearbeitet. Es war viel mehr Zufall, das Max und ich uns ungefähr zu dieser Zeit öfter Beatpackete hin&her geschickt haben, woraus allmählich die Idee für „Hydrofunk“ wuchs. Ich wollte aus „Hydrofunk“ unbedingt ein besonderes Projekt machen und so kam Thomas wieder ins Spiel. Im Mai/Juni 2014 standen die Beats fest und nach etwas Überredenskunst, entstanden die ersten Visual-Clips, bei denen ich noch daneben auf der Couch saß. Alles ging relativ rasch von der Hand, sodass die, zugegebenermaßen, etwas Größenwahnsinnige Idee, mit den zwölf(!!) Visual-Clips à la „jeder Beat soll ein Video kriegen„, plötzlich im Raum stand. Zu diesem Zeipunkt konnte ja noch keiner ahnen, dass die Arbeiten dann nochmal zwei Jahre bis zum Release anhalten würden. Aber so ist das halt mit künstlerisch, freien Arbeiten die man Low-Budget-mässig aus den eigenen Rippen schnitzt. Ohne Thomas wäre „Hydrofunk“ nur halb so schön.  

Thomas Hadju: Die Visuals sind als Ganzes (m)eine kleine Hommage an Koyaanisqaatsi (1982, Godfrey Reggio, Ron Fricke, Philip Glass), die Quaatsi Reihe sowie ähnliche Filme und Dokumentationen. Das Thema „Mensch, Industrie, Technik, Natur“ in experimenteller Art visualisiert und in Kontext gestellt. Der Gedanke dahinter war Visuals zum Live-Einsatz zu kreiren und eine komplette Show für das Album zu erstellen. Man muss sich die Clips auf einer LED-Wand hinter den beiden Jungs vorstellen.

Plant ihr noch eine Veröffentlichung inklusive gesungener oder gerappter Verse auf euren Produktionen oder ist es euch lieber, wenn eure Produktionen so – ohne Lyrics – für sich stehen bleiben?

Mecstreem: Nein, keine Vocals.

Doe Diggla: Vorgesehen ist, aus meiner Perspektive, erstmal nichts. Hydrofunk ist für sich ein abgeschlossenes Projekt. Natürlich habe ich noch viele Produktionen auf meinem Rechner, die mit Gesang & Rap-Parts gut funktionieren könnten. Den meisten Rappen sind meine Arrangements aber zu progressiv. 

Falls ja, verbindet ihr mit den verschiedenen Liedern bereits verschiedene Themen?

Doe Diggla:  Ja. Kann man, denke ich, aus meinen Titeln für „Hydrofunk“ herauslesen, welche Sorten äh…Themen, ich damit verbunden habe. Ansonsten, das was Thomas sagt.

Habt ihr bereits Pläne für eure zukünftige Zusammenarbeit oder geht es erstmal wieder alleine weiter?

Mecstreem: Es ist nichts weiter geplant.

Doe Diggla: Wir sind beide Alleingänger in Sachen produzieren. Für mich ist an Beats schrauben, Meditation, in der ich mir Bewusst eine Auszeit, von der Außenwelt nehme. Niemand kann in die Zukunft sehen, geplant ist aber erstmal nichts. Menschlich gesehen, würde aber nichts dagegensprechen. 

Das besprochene Release „Hydrofunk“ könnt ihr hier bestellen.

 

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Moin! Aachener, der im Norden irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und Deutschrap gefressen hat. Kopf ist kaputt, aber Artikel is nice, wa.

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