Producer Spotlight: X-plosive

Name: X-plosive
Alter: 31
Produziert seit: 2005
Equipment: Fl Studio, Piano
Lieblings Hip-Hop-Song: einer meiner All-time Favorites ist auf jeden Fall Dr. Dre – „The Watcher
Lieblings Non-Hip-Hop-Song: Aktuell Pink -„What about us
Lieblings Hip-Hop Produzent: Timbaland
Lieblings Non-Hip-Hop Produzent: Max Martin

Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer oder was hat dich dazu gebracht?
Ich glaube, mir ging es wie vielen, die einfach irgendwann an dem Punkt waren, genauso Beats oder Songs machen zu wollen wie ihr großes musikalisches Idol. Bei mir war das Timbaland. Ich war einfach fasziniert von allem, was er gemacht hat, wollte das auch gern können und habe einfach ohne nachzudenken damit angefangen.

Wie hat sich über die Jahre dein Produktionsstil verändert?
Ich glaube, das Wichtigste was ich über die Jahre gelernt habe ist, dass weniger manchmal mehr ist. Es ist besser, wenige Elemente in einer Produktion zu haben, die dafür on point sind als zu viele, die tausend Sachen machen. Ansonsten sind mir gute Sounds, gepaart mit interessanten Melodien mehr und mehr wichtig geworden über die Jahre.

Hast du über die Jahre bestimmte Routinen oder Rituale entwickelt, die du immer anwendest, wenn du Musik machst? 
Vor ein paar Jahren habe ich fast jeden Beat mit Drums begonnen, mittlerweile ist es anders und ich versuche alles auf Melodien oder Vibes aufzubauen. Das ist aber auch das Einzige. Ansonsten halte ich nicht viel von Routinen, weil Musik am Ende reine Gefühlssache ist und im Moment auch genau das wiedergeben sollte.

Würdest du gerne mal ein komplettes Album mit einem Künstler aufnehmen? 
Das ist bereits vorgekommen. Zum Beispiel habe ich mit Metrickz das komplette „Ultraviolett 2″-Album produziert. Auch im Moment sind einige Projekte mit anderen Künstlern in Arbeit. Die Arbeit an einem kompletten Album ist auf jeden Fall anders, als einzelne Songs zu produzieren. Man muss sich Gedanken machen, ob das Album in sich stimmig und nicht langweilig wird. Das erhöht auf jeden Fall den Arbeitsaufwand, weil man auf halber Strecke gern auch mal merkt, dass bestimmte Songs nicht mehr ins Konzept passen oder einem nicht mehr so gut gefallen wie am Anfang. Umso zufriedener ist man aber am Tag der Abgabe, wenn alle finalen Songs stehen und fertig bearbeitet sind.

Du bist nicht nur in Deutschland gefragt. Seit 2010 produzierst du z.B regelmäßig auch für Booba. Unter anderem stammt der Beat von „92i Veyron“ von dir. Wie kam es 2010 zu eurer ersten Zusammenarbeit? Wart ihr auch mal zusammen im Studio?
Der Kontakt kam über mein damaliges Management zustande. „Ma couleur“ war der erste Song, der mit Booba entstanden ist. Ich weiß noch, dass er den Beat gehört hat und direkt anfing darauf zu schreiben. Das ging alles recht fix. Er hat kurz nach den Aufnahmen auch ein Video dazu gedreht und den Song als Single released. Seitdem sind noch einige Songs mehr entstanden, unter anderem „3G“ oder „92i Veyron“. Booba lebt in Miami und ist häufig unterwegs, was die gemeinsame Arbeit im Studio etwas erschwert. Das letzte Mal habe ich ihn aber in Paris getroffen und wir waren am Tag danach auch im Studio. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber auf dem kommenden Album „Trone“ wird es auch wieder was zu hören geben.

Der Song hat in Frankreich Diamantstatus erreicht. Findest du, dass Produzenten ausreichend Wertschätzung erhalten für die Mitarbeit an solch riesigen Hits? Im Fall von „92i Veyron“ steht dein Name z.B. nicht im Youtubetitel. Stört dich sowas?
Ich finde das natürlich etwas schade. Besonders, weil Videos gern mal mehrere Millionen Aufrufe haben und viele Leute das sehen. Für Produzenten oder Beatmaker ist das eine gute Möglichkeit, ihren Namen bekannter zu machen. Es gibt aber auch mehr und mehr Beispiele, wo das von selbst klappt, was mich sehr freut. Unabhängig von YouTube-Titeln finden aber Leute, die sich dafür interessieren, meistens auch so heraus von wem eine Produktion stammt.

Hierzulande arbeitest du z.B. relativ viel mit RAF. Du hast zwei Songs auf „Palmen aus Plastik“ produziert und bist mehrmals auf „Anthrazit“ vertreten. RAF sagt ja über sich selbst, dass er die Beats, die er verwendet, fast nie so benutzt, wie er sie bekommt. Dass er immer noch selbst daran ‚herumdoktern‘ muss. Zur Frage: Wie kommt man als Produzent mit so etwas klar? Unter Rappern könnte ich mir da große Egokriege vorstellen. Wie läuft das unter Produzenten?
Bei den Sachen die mit RAF entstanden sind, war das bisher bei mir eigentlich noch nie der Fall, dass er Beats groß verändern musste oder wollte. Höchstens, dass er noch Details ergänzt, die zum Song passen. Ich vertraue RAF da aber vollkommen und schätze ihn sehr. Er hat einen guten Geschmack für Sounds und weiß, wie er als Produzent Dinge angehen muss damit sie funktionieren. Allgemein bin ich aber gegenüber anderen bei so etwas locker, wenn es vorab kommuniziert wird und eine Produktion noch besser macht. Am Ende ist das Wichtigste, dass die Songs stark werden. Dann haben alle gewonnen.

Wie geht es bei dir weiter?
Ich arbeite im Moment an recht vielen verschiedenen Sachen, sowohl Hip-Hop, als auch ausserhalb davon und sowohl in Deutschland, Frankreich als auch den USA. Letzten Freitag ist ein neuer Song mit T-Pain auf seinem neuen Album erschienen, an dem ich mit Abaz gearbeitet habe. Davor hatten wir einen Track mit Gucci Mane produziert. Darüber hinaus wird dieses Jahr noch was von mir kommen mit RAF und auch mit Booba. Auch für das neue Jahr stehen schon wieder einige Sachen an, die ich aber erst verraten möchte, wenn es soweit ist.

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sollte weniger für Rap tun und mehr für die Miete, aber kann einfach nicht anders. Hip-Hop ist eine gierig von dir besitzergreifende Geliebte.

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