Producer Spotlight: Kuso Gvki

Kuso

Kuso Gvki ist mit seinen 16 Jahren bereits eine der großen Hoffnungen der Producer-Szene. Er veröffentlichte bisher „nur“ sein selbst-betiteltes Album, dass limitiert auf Vinyl erschien. Seine Beats klingen modern, haben aber eine eigene, kunstvolle Note. Das sieht man auch auf seiner Instagram-Seite, auf der er regelmäßig eigene Zeichnungen veröffentlicht. Trotzdem, ist Kuso Gvki, immer noch ein Mysterium, obwohl er bereits zwei Videos zu seiner Debüt-EP veröffentlichte. Ob das Absicht ist, warum erst ein Rapper seine Beats benutzen durfte und woher er seine Inspiration nimmt, versuchten wir im Producer Spotlight zu erfahren.

 

 

Name: KUSO GVKI
Alter: 16 
Wohnort: Düsseldorf
Produziert seit: 2015
Equipment: MacBook Pro 
Favorite Breaks: Roland TR 808 (schmunzelt)
Favorite Hip-Hop Songs: Das neue Migos Album läuft auf heavy rotation. So ein all time favorite habe ich eigentlich nicht. 
Favorite Non Hip-Hop Songs: Penderecki “Threnody for the victims of Hiroshima” , wenn man das als Song bezeichnen kann. 
Favorite Hip-Hop Producers: Auch hier wieder schwierig zu beantworten. Die Weeknd Sachen und das neue Joy Denalane Album finde ich krass. Aber da stecken ja immer ganze Produzenten-Teams dahinter.
Favorite Non Hip-Hop Producers: Modeselektor
Aktuelle Produktionen: “KUSO GVKI”

Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer hat dich dazu gebracht?

GarageBand ist auf Macs vorinstalliert. Das habe ich dann mal ausgecheckt… Ansonsten, war ich aber auch schon immer musikalisch aktiv. Musikalische Früherziehung und so (schmunzelt).

Wie würdest du deinen Style beschreiben?

So 808 und 32 Hi-Hats. Ohne 32 Hi-Hats. Ich versuche so gut es geht darauf zu verzichten. Ich denke mir immer, bestimmt hören wir uns in zehn Jahren den Kram von heute an und denken, „Damn, was ging denn damals ab, dass wir dieses völlig ausrastenden Hi-Hats so gefeiert haben?“ . So wie man sich halt heute fragt, wieso die damals alle Premo gebitet haben. Oder warum zur Hölle in den frühen Zweitausendern alle gedacht haben Shaker sind nice. Abgesehen davon habe ich meinen Style auch noch nicht gefunden. Future Garage und Bass Music finde ich gerade recht spannend.

Was sind deine Einflüsse?

Definitiv haben meine Eltern meinen Musikgeschmack geprägt. Beim produzieren orientiere ich mich aber schon viel an aktuellen Producern. Ich glaube Soulection hat schon maßgeblich dazu beigetragen, dass ich angefangen habe Beats zu bauen.

Welche Produzenten inspirieren dich?

Esta., iamnobodi, Timbaland, Ekali, Oshi, Rvdical the Kid, Farhot, Apfel, Torky, Mike Will, xxyyxx, Kaytranada, keine Ahnung… Ich könnte wahrscheinlich ewig so weiter machen. Bestimmt habe ich ein paar Wichtige vergessen.

Was steht bei deinen Beats zuerst, Melodie, Bassline, Drums…?

Mal so mal so. Kann auch passieren dass ich zum Beispiel mit den Drums anfange uns die am Ende noch mal komplett neu mache.

 

 

Wie wichtig ist das Equipment für dich?

Es macht Spaß mit Outboard Equipment zu arbeiten. Aber das muss man sich auch erst mal leisten können. Dass das auch alles mit einem Laptop funktioniert ist schon nice. Außer guten Monitoren und einem Laptop brauche ich eigentlich nichts zum produzieren.

Für welchen Künstler würdest du gerne einen Beat bauen?

KNLO

Wenn du heute einen Remix machen dürftest, ob Hip-Hop oder nicht, welchen Titel würdest du wählen?

Hm… ich wollte mal einen Sytem of a Down Remix machen. Ich finde es immer spannend, Sachen zu remixen, die sich überhaupt nicht dafür eignen.

 

 

Wie sieht die Zukunft der Hip-Hop-Szene, deiner Meinung nach, aus?

Hip-Hop ist mittlerweile ja die dominierende Kraft im Mainstream. Wahrscheinlich wird Hip-Hop als Subkultur irgendwann von etwas anderem abgelöst.

Du bist mit Apfel in der Crew „Jungs aus der Schaft“. Wie läuft eine Zusammenarbeit bei euch ab?

Also für mich sind die Jungs aus der Schaft in erster Linie auch ein Label. Aber klar, spielt dieser Crew-Gedanke auch eine wichtige Rolle. Die Jungs sind schon bemüht, dass das alles auf Homeboi-Basis passiert und nicht irgendwelche Konzernstrukturen annimmt. Da wird dann auch viel privat gechillt, das ist schon angenehm und läuft alles sehr entspannt ab.

George Nicholas ist der einzige Rapper, der über deine Beats gerappt hat. Wie war die Zusammenarbeit?

Da wird es in Zukunft hoffentlich ein paar mehr geben. Ich habe mich unlängst mit meinem Boi Yung Person im Studio eingeschlossen. Stay tuned for „Glitzeria EP“! Das mit George kam über Apfel. Wir haben ein paar Versionen hin und hergeschickt und George hat darauf recordet. Auch super unkompliziert. Fand ich auf jeden Fall dope, dass erst mal ein englischsprachiger Rapper was auf meine Beats gemacht hat. Der meiste Deutschrap ist nämlich nicht so mein Ding und George ist auch echt ein talentierter Rapper.

 

 

Du zeichnest auch. Welche Leidenschaft hattest du zuerst, Musik oder Zeichen?

Auf jeden Fall Zeichnen. Das ist auch irgendwie einfacher. Jeder kann einen Stift in die Hand nehmen und drauf los zeichnen. Das ist bei Musik nicht so. Ich habe auch das Gefühl, dass Menschen bei visueller Kunst eine viel größere Akzeptanz gegenüber Abstraktem haben. Ich glaube ein Newman oder Pollock findet mehr Anklang in der breiten Masse als z.B. die Musik von Stockhausen.

Gibt es andere Kunstformen, in denen du dich noch versuchen willst/ schon versuchst?

Ich konnte bei den Jungs aus der Schaft ein paar Einblicke in die Videoproduktion bekommen, das ist schon auch ein spannendes Feld. Besonders die Fusion aus Bild und Ton als Gesamtkunstwerk, wo wirklich alles seine Daseinsberechtigung als künstlerisches Produkt hat und nicht nur Mittel zum Zweck ist, finde ich sehr interessant. Audiovisuelle Inhalte sind einfach das Medium unserer Zeit. Aber auch wenn Print am aussterben ist, ist gegen ein gutes Buch nichts einzuwenden. Man muss sich aber auch die Zeit nehmen.

Wieso ist die Maske für deinen ersten Auftritt wichtig gewesen?

Also der Grundgedanke war eigentlich meine Identität zu verbergen, da ich nicht gerne im Rampenlicht stehe und ich den Fokus auch eher auf die Musik als auf mich legen wollte. Natürlich trägt so eine Maske aber auch ganz stark zum Image eines Künstlers bei und lenkt auf irgendeine Art auch wieder von der Musik ab und steigert das Interesse an einer Person. So gesehen vielleicht ein Kompromiss aus Privatsphäre und Marketing.

Sind Soundcloud und Instagram heutzutage notwendig um bekannt zu werden?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Einerseits bietet das Internet super vielen Künstlern auf der ganzen Welt die Möglichkeit ihre Musik einfach der Welt zugänglich zu machen. So kann auch der Markt entscheiden, was geil ist und man bekommt nicht alles von den Majors vorgesetzt. Führt aber natürlich zu einer totalen Überflutung und es ist für Künstler auch, glaube ich, schwerer geworden über einen längeren Zeitraum relevant zu bleiben.

Wie wichtig war/ ist das Internet für deine Inspiration?

Die primäre Informationsquelle des 21 Jahrhunderts. Selbst in der Schule benutzen sie heutzutage dieses Internet. Klar ist das sehr wichtig. Aber natürlich kann ein Urlaub oder eine zwischenmenschliche Beziehung oder ein Einkauf bei Chanel auf der Kö auch inspirierend sein. Besonders letzteres, wenn ich so darüber nachdenke.

Wie wichtig ist Soundcloud für die Producer-Szene?

Soundcloud hat vielen Producern geholfen bekannt zu werden. Producer sind ja auch tatsächlich für einen Großteil des Contents auf Soundcloud verantwortlich. Für irgendwelche Popbands aber auch für Rapper interessiert man sich da nicht in gleichem Maße. Vielleicht ist die Producer Szene also auch wichtig für Soundcloud. Die ganzen Copyright Issues und die Kommerzialisierung von Soundcloud sind aber schon ein Indikator dafür, dass bald was neues kommt.

Woran arbeitest du gerade?

Wie schon erwähnt, die EP mit Yung Person. Ein paar andere Sachen. Vielleicht werde ich auch bei dem einen oder anderen Schaft Release mit dabei sein. Die thse kommen bald mit einem neuen Album und auch Aem 16 und Apfel werden dieses Jahr was droppen. Ansonsten arbeite ich an meiner Lifeshow. Da gibt es bald hoffentlich auch was zu sehen.

Kuso Gvki hat, wie in dem Interview erwähnt, mit George Nicholas den Song „A.M.“ gemacht. Lest hier unser Interview mit dem englischsprachigen Rapper aus Hamburg.
Folgt ihm auch auf Instagram, Facebook und Soundcloud.

Stuttgarter Heidelberger, der in Hamburg ist, sich in der Musik zuhause fühlt und von Hannes Wader erzogen wurde Hip-Hop zu lieben.

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