Producer Spotlight: Achim Funk

Jazz und Funk Samples regieren das Soundbild von Achim Funk. Der Berliner gilt momentan als einer der führenden Boom Bap Beats Produzenten des Landes. Er trat quasi zeitgleich mit Mc Bomber und Shacke One auf die Bühne. Er produzierte das Nordachse Tape der beiden und war auch bei der Entstehung der folgenden zwei Soloalben beteiligt. Ende letzten Jahres releaste dann „Bossen & Bumsen“ von Shacke One. Hier war Achim Funk durchgehend für die komplette Produktion zuständig. Zudem brachte er 2016 ein komplettes Album mit Mr. Nylson raus und arbeitete unter anderem auch mit Pilskills zusammen.  Doch um wen genau handelt es sich bei ihm eigentlich? Wir haben uns mit ihm über seine Anfänge, Sampling, Einflüsse und viele andere Themen unterhalten um ihn euch ein wenig vorzustellen.

Name: Achim Funk

Alter: 29

Produziert seit: 15 Jahren

Equipment: Logic Pro X, ältere Sampler & Synthis

Lieblings Hip-Hop-Track: 2017 auf jeden Fall Too Short – “Just Another Day

Lieblings Non-Hip-Hop-Track: Popcorn – „Song for you“ (1983)

Lieblings Hip-Hop Produzent: Kein Plan… zu viele.

Lieblings Non-Hip-Hop Produzent: 2017 auf jeden Fall wieder Mickey De Grand IV

Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer oder was hat dich dazu gebracht?

Mit 14 Jahren habe ich den Flitz bekommen mit einem Kumpel zu rappen. Ich habe mir dann Hip Hop eJay 2 gekauft. Den Lamborghini unter den DAWs sozusagen. Das hat mit produzieren nicht sehr viel zu tun. Da hat man nur fertige Soundbausteine, aber ab da an hat es nicht mehr aufgehört.

Wie hat sich über die Jahre dein Produktionsstil verändert?

Ich hab ja wie gesagt, mit Software angefangen. Über die Zeit habe ich mich dann für das Boom Bap Ding aus den 90igern interessiert und dort meinen Schwerpunkt gefunden. Man lernt auch nie aus. Das ist mein Fazit bis jetzt. Deswegen ändert sich der Produktionsstil eh die ganze Zeit. Ich glaube unterm Strich ist er einfach besser geworden und trotzdem habe ich das Gefühl, dass da noch viel Luft nach oben ist.

Welche Rolle spielt Sampling bei deiner Produktion? Und wie suchst du deine Samples aus? Klassisch Vinyl-Diggen oder auch bei Youtube, Spotify oder anderen Seiten?

Egal ob nur ein Loop oder alles selber eingespielt – alles tutti. Der Beat muss zecken, dass ist die Hauptsache. Natürlich ist das Sampling meine Lieblingswissenschaft. Diggen findet jedoch bei mir fast ausschließlich im Internet statt. Ich versuche aber die Samples auf Vinyl ranzukriegen.

Was sind deine größten Einflüsse?

Produzenten und Künstler die sehr gut sind. Ich wollte immer genauso gute Mucke machen wie die. Und auf jeden Fall mein Umfeld. Wenn es um Boom Bap geht, ist Nordachse die Speerspitze in Deutschland.

Hast du über die Jahre bestimmte Routinen oder Rituale entwickelt, die du immer anwendest, wenn du Musik machst?

Keine Ahnung. Ich spiele meistens immer die Drums zum Schluss ein. Und wenn ein Beat fertig ist, höre ich ihn am liebsten im Auto. Meistens mache ich dann Instrumentals von anderen Produktionen an und gucke ob meine danach immer noch scheppern.

Wie lange besteht schon deine Zusammenarbeit mit Shacke One?

Offiziell seit 2013 als wir die Nordachse LP gemacht haben. Vorher hat er ja auch nicht gerappt. Kennen tun wir uns schon ein 1, 2 Tage länger.

Du Hast 2016 ein ganzes Album mit Mr. Nylson produziert und warst jetzt auch für die Produktion von „Bossen & Bumsen“ zuständig. Willst du langfristig dahin kommen, dass du für die komplette Produktion einzelner Projekte zuständig bist?

Auf jeden Fall.

Wie kann man sich eine Zusammenarbeit mit dir vorstellen?

Wenn ich Mucke mache, dann zu 120%. Ich habe immer Visionen wo ich hin will mit dem Sound und der Ästhetik. Musik machen macht Spaß, aber es ist auch Arbeit. Ich würde mit keinem gerne Musik machen, der was Halbgares ins Mikro rotzt und damit zufrieden ist. Bei Shacke ist es so, dass wir viel im Team arbeiten. Ich gebe meinen Senf zu Texten, Flows, Hooks etc. dazu und er macht das gleiche bei meinen Beats – Zusammenarbeit halt. Wie das mit anderen Künstlern wäre, kann ich nicht sagen. Die Zusammenarbeit mit mir schätze ich selber als entspannt und vielleicht ein bisschen fordernd ein… aber da musste andere fragen bzw. Shacke (lacht).

Du bist musikalisch sehr tief in Berlin verwurzelt. Kannst du dir auch vorstellen mit Künstlern außerhalb deines momentanen Dunstkreises zusammen zu arbeiten?

Klar, wenn es passt. Aber die Frage musste ich mir bis jetzt nicht stellen. Internetkollaborationen feiere ich nicht so.

Wie beurteilst du, das aktuelle Soundbild des Zeitgeistes der meisten Rapper?

Viele gute erfrischende Sachen passieren. Genau wie viele belanglose Kopien von erfolgreichen Soundbildern. Das war aber schon fast immer so im Rap und ist nix neues. Ich fand an Rap schon immer Abgrenzung gut. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Seid doch alle cool miteinander, aber macht das Soundbild für eure Gegend.

Wie hoch schätzt du den Respekt und die Dankbarkeit ein, die hierzulande Producern entgegengebracht wird?

Generell ist der Fokus auf die Produzentenszene viel zu klein. Da schlafen alle Hip Hop Medien. Es gibt so viele Produzenten bzw. Beatmaker, die die gleichen Verkaufs- oder Streamingzahlen haben wie einige Rapper hierzulande und medial nicht stattfinden. Mir ist der Respekt und die Dankbarkeit von den Leuten sehr wichtig mit denen ich zusammenarbeite. Und natürlich das Feedback von den Hörern. Auf den Rest ist geschissen.

Die Facebookseite von Achim Funk findet ihr hier. 

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