Das SPOT Festival ist bereits seit 1994 ein Treffpunkt für die dänische Musikszene. Als ein Mix aus Business-Treffpunkt und Club-Festival bietet sich hier die Chance, Newcomer aller Musikrichtungen auf ihren ersten Schritten in die große Welt zu begleiten. Dabei gibt es immer die eine oder andere Perle zu entdecken. Unser Head of BACKSPIN machte sich dieses Jahr auf und stellt in dieser Serie ein paar dieser Upcoming-Artists vor: Die neue Hip-Hop-Generation von Dänemark.

Niko BACKSPIN war auf dem SPOT Festival in Dänemark und hat sich mit vielen verschiedenen Hip-Hop Künstlern getroffen. Unter anderem traf er sich mit Peand-eL, der gemeinsam mit dem Produzenten Uyarakq 2015 das Album “Kunngiitsuffik” veröffentlichte, welches für den Nordic Council Music Prize 2016 nominiert war. Peand-eL ist ein Rapper und Poet aus Grönland. Uyarakq ist der Produzent und stammt ebenfalls aus Grönland. Was die beiden dazu gebracht hat Musik zu machen, und was sie in Zukunft noch vor haben, erfahrt ihr in diesem Interview.

Uyarakq

Erzähl mir doch etwas über deine Wurzeln. Was hat dich dazu gebracht, Hip-Hop zu machen?

Notorious Big, der hat mich damals als Erster zum Hip-Hop gebracht. Seine Geschichten und Flows waren der Grund, weshalb  ich angefangen habe Hip-Hop zu hören. Im Jahr 1999 bekam ich dann zum ersten Mal was von Eminem mit, der mich letztendlich zum rappen inspiriert hat.

Hattest du irgendwelche Vorbilder? Wer inspirierte dich?

Biggie, EminemJ. Cole, Kendrick Lamar, Dr. Dre und Kanye West sind meine Vorbilder.

Für die Leute die euch nicht kennen: Kannst du eure Musik beschreiben?

„Kunngiitsuuffik“ (Country without a king) ist ein experimentelles Rap-Album. Ich und Uyarakq wollten etwas Neues erschaffen, also haben wir unsere Stile miteinander kombiniert: Mein klassischer Hip-Hop und seine elektronische Musik. Auf dem Album geht es um politische und gesellschaftliche Kritik. Ich denke solche Themen sind auch wichtig, da der großteil der Musik im Radio ausschließlich glücklich ist. Wir sind der Meinung, dass Grönland einen neuen, aufregenden Sound braucht.

Ihr wurdet für den „Nordic Council Music Prize 2016“ nominiert, was bedeutet das für euch?

Es ist eine Ehre, diese Anerkennung zu bekommen. Unsere Platte war das einzige Rap-Album, das nominiert wurde. Auch wenn wir nicht gewinnen, ist es eine große Sache für die grönländische Musik. Wir haben Grönland vertreten und es hat sich gut angefühlt. Außerdem ist „Kunngiitsuuffik“  nicht von einem großen Label, sondern komplett in Aqqalus Wohnzimmer entstanden.

Was denkst du über die Hip-Hop Szene in Dänemark/ Grönland?

Die Szene wächst, aber die grönländische Musik braucht mehr Aufmerksamkeit. Es wäre auch schön, mit dänischen Hip-Hop-Produzenten zu arbeiten. Wir brauchen mehr Einheit im dänischen/ grönländischen Hip-Hop.

Für den Erfolg: Ist es besser in Englisch oder Dänisch zu rappen? Was macht den Unterschied?

Ich weiß es nicht. Früh in meiner Karriere habe ich mich entschlossen, nur in meiner eigenen Sprache (Grönländisch) zu rappen. Für mich ist es am wichtigsten, dass meine Landsleute verstehen können, was ich sage. Meine Texte sind umstritten und tabu. Sie handeln von Selbstmord, Alkoholexzessen und vernachlässigten Kindern. Meine Musik handelt eben nicht von Erfolg und guter Laune, aber ich finde es muss eben auch diese Facetten geben.

Wie sehen eure weiteren Karrierepläne aus? Sind neue Releases geplant?

Im nächsten Jahr wird mein 5. Album veröffentlicht und wir planen, in Zukunft noch besser und effizienter zu Arbeiten.

Was hat der Auftritt beim SPOT Festival für eine Bedeutung für euch?

Ich weiß nicht viel über das SPOT Festival, aber es ist schön, dass sie uns gebucht haben. Auch wenn die Texte auf grönländisch sind und sie  nicht verstehen können, worüber ich rappe. Ich hoffe, dass Uyarakq x Peand-eL x Tarrak mehr Shows außerhalb Grönlands spielen können. Wir wollen unsere Musik weiter verbreiten und zeigen, was Skandinavien drauf hat.

 

Das Album “Kunngiitsuffik”  könnt ihr hier bestellen.

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