Niko unterwegs auf dem SPOT Festival: Teil Drei mit Stigma

Stigma

Das SPOT Festival ist bereits seit 1994 ein Treffpunkt für die dänische Musikszene. Als ein Mix aus Business-Treffpunkt und Club-Festival bietet sich hier die Chance, Newcomer aller Musikrichtungen auf ihren ersten Schritten in die große Welt zu begleiten. Dabei gibt es immer die eine oder andere Perle zu entdecken. Unser Head of BACKSPIN machte sich dieses Jahr auf und stellt in dieser Serie ein paar dieser Upcoming-Artists vor: Die neue Hip-Hop-Generation von Dänemark.

Auf dem SPOT Festival in Dänemark traf sich Niko BACKSPIN mit dem dänischen Hip-Hop Duo Stigma. Das Duo besteht aus dem Rapper Emmanuel Matongo und dem Produzenten Rune Mørch. Sie gründeten sich 2016 und veröffentlichten im selben Jahr ihre erste gemeinsame EP die den Namen “5 Shots“ trägt. Niko sprach mit Stigma über ihre Inspirationsquellen und die Hip-Hop Szene in Dänemark. 

Stigma

Erzählt mir doch etwas über eure Wurzeln. Was brachte euch dazu, mit dem Rappen anzufangen?

Emmanuel: Meine Familie war schon immer sehr musikalisch. Meine Mutter war immer Chorleiterin bei einer Afrikanischen Gruppe und so wurde mir die Musik dann auch von Anfang an nah gebracht. Mein großer Bruder brachte mich dann zum Hip-Hop. Er zeigte mir 50 Cent und Snoop Dogg, das war der Startschuss. Von da an hielt ich mich in Sachen Hip-Hop immer auf dem laufenden. Ich tanze außerdem seitdem ich  klein bin, was ja auch ein Teil der Kultur ist. Immer wenn ein krasser Beat läuft kann ich nicht anders als mich zu bewegen. Das ist auch der Grund warum ich so aktiv auf der Bühne bin. Es überkommt mich einfach.    

Rune: Mein Vater ist ein professioneller Gitarrist, also liegt mein allgemeines Interesse an Musik auf jeden Fall darin begründet. Meine Liebe zum Hip-Hop begann, als ich die Musikvideos von 50 Cent und Snoop Dogg in diversen TV-Shows gesehen habe. Ich erinnere mich daran, dass mein kleiner Bruder und ich in die Bibliothek gingen, um die CDs von eben diesen Künstlern auszuleihen. Obwohl ich die Texte dann nicht wirklich verstehen konnte, hat mich der Vibe trotzdem gepackt. Seitdem bin ich auf Hip-Hop hängen geblieben.

Hattet ihr irgendwelche Vorbilder? Wer inspirierte euch?

Emmanuel: Seitdem ich angefangen habe, Hip-Hop zu hören, habe ich immer amerikanischen Rap gehört. Ich habe den Großteil meiner Inspiration und Einflüsse von dort. Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich jetzt versuche alle aufzuzählen und dann jemanden vergesse. Also belasse ich es bei dreien: Kanye, Kendrick und Childish Gambino. Andererseits habe ich auch Lieblings- Rapper und Bands aus Dänemark. Einige meiner Freunde sind auch wirklich talentierte Rapper. Meine Favoriten in Dänemark sind Sivas, Ukendt Kunstner, Kesi oder Lord Siva. Zu denen sehe ich genau so auf, wie zu den amerikanischen Künstlern.

Rune: Mich haben immer schon viele Künstler inspiriert, aber als Produzent wurde ich maßgeblich von DJ Dahi, Clams Casino, Hudson Mohawke und natürlich Kanye West beeinflusst. Rune Rask aus Dänemark ist auch unglaublich und hat im Laufe der Jahre wirklich sehr viel für den Klang des dänischen Hip-Hop getan. Ansonsten bin ich von verschiedenen Stilen inspiriert worden. Künstler wie Brian Eno und Green Day haben mir geholfen, mich musikalisch, außerhalb von Rap, weiterzuentwickeln.

Für die Leute die Stigma nicht kennen: Könnt ihr eure Musik beschreiben?

Kräftiger und alternativer Hip-Hop. Wir versuchen immer, ein faszinierendes Thema für jedes Lied zu finden. Das kann wirklich alles sein. Von einer rauen, harten Kindheit zu einer Identitätskrise oder einfach nur eine allgemeinere Darstellung unserer verwirrten und doch wunderbaren Generation.

2016 habt ihr eure erste EP veröffentlicht. Was bedeutet das für euch?

Das war unser erstes Projekt und damit quasi die Generalvorstellung vor Publikum. Es ist und wird definitiv ein großer Teil unserer eigenen musikalischen Geschichte sein. Wir sind wirklich stolz auf das Konzept und den roten Faden, den wir durchgezogen haben, obwohl es nicht wirklich die Aufmerksamkeit erlangt hat, auf die wir gehofft hatten. Das Feedback von den relativ wenigen Leuten, die das Album gehört haben, war aber größtenteils positiv.

Was denkt ihr über die Hip-Hop Szene in Dänemark?

Wie wir bereits erwähnt haben, hören wir nicht allzuviel andere dänische Musik, was ein bisschen heuchlerisch erscheinen mag, da wir ja selbst dänische Musik machen. Das ist einfach unsere Präferenz. Wir glauben allerdings, dass es hier viele talentierte Künstler gibt. Dänischer Hip-Hop ist definitiv auf dem Vormarsch.

Für den Erfolg: Ist es besser, in Englisch oder Dänisch zu rappen? Was macht den Unterschied?

Es hängt davon ab, wie man Erfolg definiert. Solange die Menschen fasziniert sind und unsere Musik interpretieren wollen, ist das schon ein Erfolg für uns. Natürlich fühlt sich das super an, wenn Leute bei unseren Shows tanzen oder singen. Wir schätzen jede Person, die auftaucht. Offensichtlich ist das potenzielle Publikum für den dänischen Rap viel kleiner als bei englischem Rap, und wir haben noch keinen englischsprachigen Rapper aus Dänemark erlebt, der im Ausland einen großen Erfolg erzielt hat. Wenn du von hier bist ist es von dem kommerziellen Aspekt her wahrscheinlich besser auf dänisch zu rappen. Aber die Chance, dänischen Hip-Hop in anderen Ländern bekannt zu machen, existiert definitiv noch.

Wie sehen eure weiteren Karrierepläne aus?

Wir beide wollen von der Musik leben können und  träumen davon, das Land zu bereisen. Im Moment haben wir eine EP, und  arbeiten bereits an verschiedenen Alben. Wir hoffen, dass Alles, was wir momentan machen einfach auf die nächste Stufe gehoben wird. 

Ihr tretet hier beim SPOT Festival auf. Was bedeutet das für euch?

Es ist ein tolles Gefühl! Das bedeutet, dass wir etwas richtig machen. Es ist verrückt zu wissen, dass wir  Teil einer Veranstaltung mit so vielen anderen talentierten Künstlern sind. Wir sind sehr aufgeregt, und selbst wenn es mit nur fünf Personen bei unserer Show endet, legen wir immer noch einen krassen Auftritt hin, mit der Energie die man Nirgends anders sieht. Das hier ist auf jeden Fall eine großartige Gelegenheit für uns, unsere Musik mit einem neuen Publikum zu teilen. Wir sind sehr dankbar für diese Chance.

 

Die EP „5 Shots“ kriegt ihr unter anderem bei iTunes.

Hier noch der Soundcloud Link.

Enthusiastischer Boom Bap Fan und im Untergrund gefangen. More real Hip-Hop mit Beats, Beer and Barbecue.

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