Das SPOT Festival ist bereits seit 1994 ein Treffpunkt für die dänische Musikszene. Als ein Mix aus Business-Treffpunkt und Club-Festival bietet sich hier die Chance, Newcomer aller Musikrichtungen auf ihren ersten Schritten in die große Welt zu begleiten. Dabei gibt es immer die eine oder andere Perle zu entdecken. Unser Head of BACKSPIN machte sich dieses Jahr auf und stellt in dieser Serie ein paar dieser Upcoming-Artists vor: Die neue Hip-Hop-Generation von Dänemark.

Niko BACKSPIN war wieder mal etwas abseits des Mainstreams auf dem dänischen SPOT Festival unterwegs, um die dänische Hip-Hop Kultur näher kennen zu lernen. Unter anderem sprach er auch mit Erik. Ein junger Mann, der schon im früher Kindesalter mit Hip-Hop in Berührung kam und sich direkt verliebte. Er will die Körper und Seelen seiner Zuhörer verschmelzen lassen, konkret heißt das gute Lyrics auf ordentlich scheppernden Beats. Dabei entschloss er sich auch eines Tages die Sprache auf Englisch um zu switchen, da er sich dadurch einiges mehr erhofft hatte. Aber seht selbst…

erik larus

Erzähl mir etwas zu deinen Anfängen. Was hat dich zu Hip-Hop gebracht?

Mit elf Jahren kam ich das erste Mal mit Hip-Hop in Kontakt. Das waren damals die dänischen Rapper Clemens und DGP oder Leute wie Das Efx aus den Staaten und IAM aus Frankreich. Das waren alles Kasseten-Tapes von meinem Homie Suhaib. Irgendwann bin ich dann auch in einem Club in NorreStenBro in Aarhaus gelandet, wo es eine legendäre Graffiti-Wand gab. So fügte es sich dann Schritt für Schritt zusammen.

Hast du Vorbilder oder hat dich jemand inspiriert?

Ich war allgemein sehr geflasht von den Rhyme-Skills der Rapper weltweit. Auf Lyrics von Eminem oder Nach aus Spanien bin ich ziemlich drauf hängen geblieben. Im Laufe der Zeit catchten mich aber dann auch die ganzen Melodien, Flows und allgemeine Herangehensweisen von Rappern wie Kendrick Lamar, J.Cole oder einem Big Sean.

Wie würdest du Menschen, die dich nicht kennen,  deine Musik beschreiben?

Melodischer Rap eingepackt in gefühlvollen Beats. Ich wollte mit meinen Lyrics die Menschen schon immer zum Nachdenken oder gar Reflektieren bewegen, aber genauso wollte ich die Köpfe der Menschen nicken sehen. Also im Endeffekt den Körper mit der Seele verschmelzen lassen. Ich glaube auch, dass ich noch viel an meinem Stil rumprobieren kann. Aber dabei will ich die inhaltliche Komponente nicht links liegen lassen, weil ich mit meinen Texten auch eine gewisse Verantwortung trage, indem ich meine Botschaften verbreite.

Du bist Mitgründer des Labels “Larus”. Was ist die Geschichte hinter dem Label? Was sind eure Pläne?

Wir waren alle gute Freunde und feierten unsere eigene, lokale Rapszene und traten auch öfter mal auf Veranstaltungen anderer Leute auf. Irgendwann haben  wir dann die ersten eigenen Auftritte organisiert. Zu der Zeit fing ich auch an mit dem Produzenten HansSolo zusammenzuarbeiten und als wir dann ein Feature mit The Cunninlynguists klar machen konnten, war das dann auch unser erstes Release. Seitdem wachsen wir stetig weiter und arbeiten mit neuen Künstlern zusammen. Unser Plan ist es, möglichst viel und möglichst guten Hip-Hop mit unseren Artists zu machen und auch zu veröffentlichen, dabei aber auch die Ursprünge unserer Kultur nicht zu vergessen. Für unsere Boxparties, die wir nach wie vor schmeißen, sind wir beispielsweise immer noch bekannt.

Was denkst du über die dänische Hip-Hop Szene?

Es macht mich glücklich zu sehen, wie Hip-Hop mittlerweile immer mehr anerkannt wird. Vor Allem im Vergleich zur restlichen Musiklandschaft, egal ob in oder außerhalb von Dänemark. Trotzdem werden viele Künstler noch übersehen oder übergangen. Nichtsdestotrotz sehe ich Hip-Hop und alles, was ihn umgibt, bei uns zurzeit auf dem aufsteigenden Ast.

Ist es für den Erfolg besser auf Englisch zu rappen oder doch lieber auf Dänisch? Was macht den Unterschied aus?

Also zu Allererst; ich liebe beides. Aber ich für mich selbst bin in den englischsprachigen Raum gewechselt um einfach mehr Leute erreichen zu können. Das hat mir geholfen, auch über Dänemark hinaus Anerkennung und Beachtung zu bekommen und beispielsweise Touren mit Substantial in Europa zu spielen. Insofern kann ich sagen, dass ich alles richtig gemacht habe. Auch wenn es sprachliche Feinheiten im Dänischen gibt, die ich so eins zu eins nicht ins Englische übersetzen kann. Trotzdem liebe ich es einfach Sprachen zu entdecken und neue Wege zu finden, mich auszudrücken.

Was sind deine Zukunftspläne? Stehen Releases an?

Ich stecke voller Ideen, also erarbeite ich mir immer erst ein Konzept, bevor es dann ans Eingemachte geht. Mein nächstes, kleineres Release wird ein Track mit dem kanadischen Rapper Jahrell sein. Wir haben den Song schon hier aufm Festival vorgespielt. Der Track funktioniert live genauso gut wie im Studio. Danach setze ich mich dann voller Elan an mein drittes, großes Release.

Du spielst hier auf dem SPOT Festival. Was bedeutet das für dich?

Es ist eine große Anerkennung, hier zu spielen und Teil dieses Line Ups sein zu dürfen.  Das die Veranstalter uns sogar noch eine eigene Stage anvertrauen, wo zehn Acts auftreten dürfen, macht uns noch glücklicher als ohnehin schon. Ich bin jedem sehr dankbar, der mitgearbeitet hat, um das alles hier möglich zu machen.

 

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