Jephza: „Autotune werdet ihr bei mir nicht hören.“

Jeffrey Philipp Dominic Giesa aka. Jephza ist ein Kölner Rapper des Labels feinekreise, der das Storytelling zu seinem Leitmotiv gemacht hat. Seine Texte sind stets ehrlich, oft melancholisch und in den passenden Momenten aggressiv geladen. Irgendwann vor Jahren durch Eminem im Musikfernsehen zum Rap gefunden, folgten Jahre voller Free-Downloads. 2011 veröffentlichte er dann sein erstes offizielles Album „Nachtwache“. Zwei Jahre später folgte „Supertramp“ und noch diesen Monat können wir uns mit „Unterholz“ auf sein drittes Album freuen. Einen Vorgeschmack liefert er mit dem Track „Falter“ inklusive Musikvideo. 

This is where I’m from…

Ich komme gebürtig aus Köln und habe dort im Umland 14 Jahre lang gelebt. 2004 bin ich in den Westerwald gezogen, wo ich gegenwärtig auch immer noch wohne. Hier ging das auch mit der Musik erst so richtig los. Obwohl es vielleicht nicht der idealste Ort ist, um seine Musik an den Mann zu bringen, Kontakte zu knüpfen oder live zu spielen, zieht mich hier absolut nichts weg. Westerwald > Berlin!

I know my roots…

Ich habe mit 13-14 Jahren angefangen Texte zu schreiben. In der Zeit habe ich Musik, vorallem aber deutschen Rap komplett aufgesaugt, hatte aber auch einiges nachzuholen. Irgendwann hat mir ein Kumpel sein Mic gegeben und ich habe angefangen Tracks aufzunehmen. Erst nur für mich, später dann im Freundeskreis CDs verteilt. In der MySpace-Zeit sind dann ein paar
Leute auf mich aufmerksam geworden. Daraufhin ein bisschen in der RBA gebattled, erstes Video gedreht und 2011 das erste Album gedroppt. Ab 2011 hab ich mit meinen Jungs Pacs, Davido, bitbeats & Winay die Bühnen des Landes unsicher gemacht, bin viel rumgekommen und hab fünf Releases rausgehauen, was seit Davidos Tod 2015 aber alles ein bisschen abgenommen hat. Wir sind aber guter Dinge, dass es im neuen Jahr aber wieder abgeht.

You know my steez…

Erster Impuls war sicherlich Eminem. Ich war als kleiner Junge völlig fasziniert davon. Dann kamen nach und nach gefühlt tausend weitere Künstler dazu und ich hab erkannt, dass ich auch ganz gut mit Worten umgehen kann und das Taktgefühl passt. Ich habe es einfach mal versucht, es hat ein paar Leute gefallen und das hat mich scheinbar ganz gut moviert, weiterzumachen.

That’s my motherf****** name…

Nun, schwieriges Thema für mich. Haha. Als 13-Jähriger findet man leider Dinge unfassbar cool, die man mit 27 dann leider doch nicht mehr ganz so geil findet. So zum Beispiel das „JE“ aus seinem ersten Namen „Jeffrey“ zu nehmen, das „PH“ aus seinem Zweiten „Philipp“ und das Ganze dann einfach mal mit den letzten Buchstaben „SA“ seines Nachnamens zu ergänzen. Dann ist man noch der Meinung, dass das „S“ zu weich ist – so tauscht man es mit einem „Z“. Außerdem ist es einem egal, dass man „PH“ wie ein „F“ spricht und hat so die Mutter aller falsch ausgesprochenen Künstlernamen erschaffen. Jephza, Gesundheit! Ein Wechsel des Namens kommt dennoch nicht für mich in Frage.

 

Turn my music on…

Meine Musik ist ehrlich. Meine Musik ist Hip-Hop. Vom klassischen Boom-Bap-Sound haben wir uns mittlerweile ein bisschen entfernt, finden aber in gewissen Elementen immer wieder dahin zurück. Autotune werdet ihr bei mir nicht hören und unsere Beats fühlen sich um die 90bpm herum am wohlsten, auch werde ich dir nichts in meinen Songs erzählen, was ich nicht bin. Stimmungstechnisch oft melancholisch gehalten, gerne aber auch mal positiv oder aggressiv.

Yo see the difference…

Vielleicht, dass ich eben diesen nicht versuche zu erzwingen? Wär voll geil, mit Musik im Alltag sein Leben zu finanzieren und nur noch das machen, aber mit kleiner Base und ohne den großen Hype macht es halt auch unfassbar Bock. Ich mach das jetzt schon ein paar Jährchen, habe sicherlich über einhundert Liveshows auf dem Buckel und weiterhin Spaß daran mit meinen Jungs Musik zu machen, ohne die ganz große Nummer zu sein. Vielleicht unterscheidet uns das. Ausdauer. Die richtige Liebe dazu. Keine Ahnung. 

My brand new album/mixtape…

Am 15. Dezember kommt mit „Unterholz“ meine zweite physische Platte nach „Supertramp“ 2013. „Unterholz“ habe ich zusammen mit meinem DJ & Produzenten bitbeats aus Köln gemacht. Die Platte kommt über „Lagunestyles“, die Heimat von meinen Homies Pimf & Kico raus.

I know what I want…

Ich erwarte nichts. Ohne Musik ist nicht, also muss ich weitermachen. Ich erhoffe mir mit der neuen Platte jedoch, ein paar alte Zuhörer glücklich zu machen und vielleicht ein paar neue dazuzugewinnen. Auch wäre es schön, wenn sie ein bisschen dahingehend abgeht, dass wir im neuen Jahr mal wieder ein bisschen live rumkommen können. Wir haben Bock!

Look into the future…

Ich will jung bleiben. Gesund bleiben wäre auch ganz geil. Die Welt sehen wäre nicht schlecht und die Splash!-Bühne mal von oben, damit ich irgendwann glücklich sterben kann. One Love, yoa!

Hier könnt ihr „Unterholz“ vorbestellen. 

Vom Soziologen*innen-Debattiertisch in Tübingen direkt in die BACKSPIN-Redaktion in Hamburg.

1 Comment

  1. kleiner34

    7. Dezember 2017 at 14:13

    Der erste Song war krass und warte eh schon lange auf neue Jephza Mucke, wird bestimmt dope das album

Erzähl Digger, erzähl

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