Die Zukunft der Konsolen – das Mid-Gen-Update?

Ein Kommentar von Alexandros Bikoulis

Vor drei Tagen ist die Playstation 4 Pro auf den Markt gekommen, Sonys verbesserte Konsole. Ohne Ultra-High-Definition-Laufwerk, dafür mit doppelter Power und einem ausgeklügelten Skalierungskniff, um 4K-Bilder zu erzeugen. Auch Microsoft hat ein Mid-Gen-Update der Xbox One auf Lager: Project Scorpio. Dieses wird laut eigenen Aussagen leistungsfähiger als Sonys Upgrade sein und nativ 4KBilder darstellen können. Aber sie erscheint erst in einem Jahr, zu einem noch unbekannten Preis.

Fade Begründungen

Auch wenn Bethesda und Crytek voller Vorfreude auf die Konsolen-Upgrades schauen, so wirkt Sonys Erklärung für eine Mid-Gen-Konsole nach knapp drei Jahren hanebüchen. Der „anspruchsvolle Gamer wünscht einer Verbesserung schon in dieser Generation“, erklärt CEO Andrew House diese Entscheidung. 4K und HDR – teure Zukunftstechnologien, die sich gerade mal das goldene Prozent der Gamer leisten kann. Deshalb soll mit der Slim-Variante der PS4 für 299€ der potentielle Markt der XBox One S attackiert werden. Der knapp darüber kalkulierte Preis für die Pro-Variante ist zudem psychologisch genial: Für nur 100€ mehr bekommt der Spieler bessere Texturen, flüssigere Bewegungen und ist darüber hinaus für die Zukunft gewappnet – warum also sparen? Die Veröffentlichung noch in diesem Jahr offenbart einen weiteren Aspekt des Upgrades: PSVR in Kombination mit der Pro bildet eine solide VR-Lösung im Low-Budget-Sektor. Bis Microsoft mit Project Scorpio im nächsten Jahr eine VR-Lösung in diesem Segment anbieten kann, hat Sony bereits ein System am Markt etabliert.

Was bleibt also?

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So sieht sie aus, die Playstation 4 Pro

Sony liefert mit dem Upgrade zwar endlich, was vor Release der Playstation 4 versprochen wurde, 1080p mit stabilen 60FPS, nötig war es aber nicht. Ohne optisches 4K-Laufwerk, mit hochskalierten 4K-Spielen und Fernseh-Technologien, die längst noch nicht in jedem Wohnzimmer angekommen sind, scheint der Unterschied zum bestehenden PS4-System gering. Sonys neue Konsolen sind stattdessen ein aggressives Manöver, um den Konsolenmarkt weiterhin zu beherrschen. Auch wenn Microsoft in sozialen Medien gegen die PlayStation 4 Pro stichelt, scheint der Vorteil derzeit bei Sony zu liegen: Das System ist am Markt, VR-kompatibel, liefert flüssiges Gameplay und hat genügend Eigenmarken. Die Scorpio entsteht zu diesem Zeitpunkt noch am Zeichenbrett und Exklusivtitel können mit dem „Play Anywhere“-Service auch am PC gespielt werden. Ob VR oder 4K das Kaufargument für eine Konsole wird, wird sich bis zum Upgrade von Microsoft zeigen. Beides geht im Moment noch nicht, die Scorpio könnte das in einem Jahr ändern.

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