Foto: Jakob Tillmann

Diese Welt ist ungerächt – zumindest, wenn man PTK fragt.
Am 30.06. erscheint seine so betitelte Platte – „Ungerächte Welt“.
Um eure Playlisten bis dahin weiterhin zu füllen und die Wartezeit bis zum Album etwas zu verkürzen, haben wir PTK gebeten, uns doch mal seine persönlichen Lieblings-Songs vorzustellen. Vorweg sei gesagt: Eine Einordnung als die besten Polit-Songs wäre schlichtweg falsch, im Vordergrund steht hier die message.
Außerdem soll es recht empfehlenswert sein, ab und an auch mal das gewohnte Terrain zu verlassen und über den Tellerrand hinauszuschauen. Genau das ist der Grund, wieso ihr in der nachfolgenden Liste nicht ausschließlich Rap vorfinden werdet.
Wir wünschen viel Spaß mit der Songauswahl von PTK!

Die Toten Hosen „Pushed again“

PTK: Ich fange direkt an mit KEIN Rap. Keine Ahnung, wie alt ich da war, aber ich habe damals die Single gekauft, obwohl ich in dem Alter echt nur Rap gehört habe. Das Video und die Emotionen in dem Song sind halt unfassbar krass zusammen. Nix, was auf MTV lief, kam da damals ran. Das Video vereint alles von Ungerechtigkeit, über die Wut daraus bis hin zur Revolution.

Ideal J „Hardcore“

PTK: Der Track ist in die Fresse, das Geigen Sample zusammen mit dem roughen Sound transportiert aber auch voll die melancholische Atmosphäre, genau diese Mischung liebe ich bei Rap. Das Video ist wie der text eine Collage – es wird viel angeschnitten. Ich mag es inhaltlich eigentlich mehr, wenn es um wenige Dinge im Detail, statt grob um viele Sachen geht. Aber der Track bringt dafür das Feeling einfach auf den Punkt. Viele Grüße an meinen Homie KD Supier, der mir das gezeigt hat.

Brothers Keepers „Adriano (Letzte Warnung)“

PTK: Fernab von der aktuellen Diskussion um Xavier Naidoo und dass dort Rapper mitmachen, die ich bewusst nie gehört habe, weil ich damals voll auf meinem Berlin Rap Film war: Dieser Track war das erste Mal für mich, dass ich massentauglichen deutschen Rap mit Inhalt wahrgenommen und gefeiert hab. Bewegendes Thema, weil Adrianos Tod damals so medial präsent war. „Ich sage k, sage z, sage nazis rein“

Azad feat. Naser Razzazi „Freiheit“

PTK: Von Azads Album „Leben“, eins meiner All Time Top 3 Deutschrap Alben! Kopfkino, einfach anhören. An der stelle Grüße an alle meine Kurden.

Deniro Farrar „Gentrification“

PTK: Den Typen pumpe ich so seit zwei Jahren, ganz ganz krasser Künstler. Er hat vom Sound und vom Technischem her noch bessere Songs, aber wie in dem Video Gentrifizierung auf die Sklaventhematik übertragen wird, hat mich geflasht. Man muss nicht schwarz sein, um da mitzufühlen.

Damian Marley und Nas „Patience“

PTK: Von beiden bin ich ganz krasser Fan. Von Nas schon seit ich Rap kenne, ich glaube, ich habe elf oder zwölf seiner Alben gekauft. Und Damian Marley ist in diesem Reggae Universum auf jeden Fall meine Nummer eins. Der Track steht jetzt einfach stellvertretend für beide Künstler, da es mir um Denkanstöße in Musik geht und das machen die beiden sehr gut.

Tiken Jah Fakoly „Plus rien ne m’etonnes“

PTK: … und ich höre auf mit KEIN Rap. Es gibt Live Videos auf YouTube davon, ich kriege immer Gänsehaut. Guckt euch die Übersetzung an: Die dreckigen Entscheidungen und Abkommen, die in der Politik getroffen werden, verpackt in einem der schönsten Lieder der Welt. Den song und vor allem den Sänger Tiken Jah Fakoly hat mir Hamidou gezeigt. Der erste Mensch, den ich kannte, der neben mir Crack geraucht hat. Frag nicht. Später wurde er angestochen, dann hab ich ihn nie wieder gesehen. Keine Ahnung, ob der noch lebt.

The following two tabs change content below.
Ist mittlerweile seit 3 Jahren bei BACKSPIN und hat die Leitung der Online-Redaktion inne. All ihre Fans sind maskuline Jungs, jaja.